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Games die mir die Angst meines Lebens gemacht haben

5.7.10

Jahre bevor diesem ganzen Scheiß heute, waren Videospiele in 2D und farbloser, als eine Stange Smarties und auch nicht grob oder gewalttätig um irgendjemanden Angst einzujagen. Mich ausgenommen. Ich hatte völlig vergessen was für ein Weichei ich früher doch war, bis ich las, dass sie ein Remake von "Splatterhouse" machen (das war mal für einen kurzen Zeitraum das blutrünstigste Spiel der Geschichte). Dann kamen all die schlimmen Erinnerungen zurück, weshalb ich mich dazu entschied ein paar alte Spiele wieder auszugraben und meine Ängste zu überwinden, was mich schließlich zu einem richtigen Mann machen sollte. Hier sind sie.

Devil's Crush, TurboGrafx-16

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Mein Alter: 7

Hier ist der Beweis, dass ich nicht mal mit dem simpelsten Scheiß fertig geworden bin, nicht mal mit dieser Reihe Pinballgames. Mein Kumpel hatte so eine TurboGrafx-16 (die ich immer als die böseste aller Konsolen wahrgenommen hatte) und wir spielten dieses Game die ganze Nacht, als ob es eine Art Supergeheimnis wäre und nicht nur irgendein ziemlich langweiliges Pinballgame. Da war dieses Vampirgesicht einer Dame auf dem Board, was mich immer ziemlich provoziert hat, weil ich wissen wollte, wo der Rest des Körpers geblieben war. Mit einer nur vagen Vorstellung von Brüsten, fand ich den Gedanken an den Körper einer Frau wirklich seltsam.

Friday the 13th, NES

Mein Alter: 7

Das Titelbild zeigt ein Messer, das durch das Guckloch von Jason Vorhees Hockeymaske gerammt wurde. Es gibt absolut nichts, was daran nicht gruselig ist. Im Spiel musstest du durch das Camp Crystal Lake wandern und versuchen die Camper zu retten, bevor Jason ihnen in dunklen, pseudo-3D-Häusern den Gar ausmachte. Manchmal musstest du auch mit einem Boot über einen See fahren, wo Jason sich gelegentlich mit einer Million km/h und einem Butterflymesser seinen Weg bahnte. Genau wie jede andere Umsetzung eines Films in ein Game, ist das kompletter Bullshit.

Resident Evil, PS1

Mein Alter: 13

An dem Tag, als Resident Evil rauskam, bekam ich meine Mutter dazu es mir aus dem Laden mitzubringen, woraufhin ich mit meinem Kumpel Ben die ganze Nacht in Boxershorts davor saßen. Wenn du in dem Spiel das erste Mal einem Zombie begegnest, wird eine Videosequenz eingespielt, die den Zombie zeigt, wie er den Kopf irgendeines Typen isst. Ben und ich sahen uns einfach nur an, "Whoa", denn das war das realistischste Blut, das wir je in einem Videospiel gesehen hatten. Aber mal ehrlich, bei dem geringen Budget, das CGI damals hatte, sieht das nach nicht viel mehr aus, als wenn einfach nur jemand sein Feuerzeug über eine  Ken Puppe hälst. Mittlerweile spiele ich Survival Horrorgames nur noch in der tiefsten Nacht, wenn alle Lichter aus sind. Fickt euch, ihr Games, wegen denen ich mir früher in der Hose geschissen habe.

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Splatterhouse 3, Sega Genesis

Mein Alter: 10

Oh Gott, Splatterhouse 3 war krass. Jedes Monster dieses Games sieht aus, wie Jim Hensons Aufnahme einer gezähnten Vagina. Es gab auch für jeden Level einen Countdown, aber wenn du die Zeit ablaufen lassen hast , ging das Spiel nicht einfach zuende, sondern das Spiel ging einfach anders aus. Dein Frau wurde von einem Penis mit Zähnen, der in ihrem Gehirn lebte aufgefressen. Es überrascht  nicht, dass dieses Spiel niemals in Europa rauskam.

Castlevania II: Simon's Quest, NES

Mein Alter: 7

Castlevania war eins meiner ersten Spiele, indem du auch auf die Sicherheit der Leute acht geben musstest. Anstatt ständig von Feinden bedroht zu werden, konntest du in Castlevania Städte eintreten, ohne Angst haben zu müssen, dein Leben zu verlieren. Das machte es noch gruseliger, wenn du dann doch mal unsicher warst. Außerhalb der Stadtmauern wurdest du von Skeletten angegriffen, die einfach nur vor und zurück liefen und Werwölfen, die immer hoch und runter sprangen. Es war auch das erste Spiel, das einen Tag-Nacht-Zyklus integriert hatte. Es wurde Nacht, supergruselige Musik ertönte und härtere Gegner tauchten auf. Dann bist du zurück in die Stadt, nur um herauszufinden, dass alle Bürger ihre Fenster zu hatten, weil draußen ein paar schreiende, grüne Leichenfledderer rumliefen. Das hielt mich für eine Weile fest.

I Have No Mouth And I Must Scream, DOS

Mein Alter: 12

Als Kind habe ich mich wirklich nur "zu Tode gefürchtet", nie nur "geängstigt" oder so, nur diese eine metaphysische Art von richtig durchdringender Angst. I Have No Mouth And I Must Scream ist hauptsächlich daran Schuld. Es ist ziemlich weit oben auf der Liste, des extremen Scheiß, den man mir junger Seele damals besser nicht gegeben hätte. Das Game basiert zum Teil auf der gleichnamigen Geschichte von Harlan Elison, (sie haben sogar die Stimme des völkermordenden Supercomputers nachgeahmt). Es war eins dieser Point'n'Click Adventuregames, wie Monkey Island oder Discworld, bis auf die Tatsache, dass du die fünf Überlebenden der Apokalypse, die durch einen sadistischen Supercomputer ausgelöst wurde steuerst, welcher sie im Cyberspace gefangen hält und nichts besseres zu tun hat, als sie mit ihren größten Ängsten zu foltern. Einer der Charaktere ist ein ehemaliger Arzt eines Konzentrationslagers, der dazu gezwungen wird seine Verbrechen zu wiederholen, ich erinnere mich an einige Vergewaltigungen. Das war nicht gerade Yoshi's Island.