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Sex

Rache ist süß – So haben Leute ihre verhassten Ex-Partner büßen lassen

"Seine Familie brach daraufhin den Kontakt zu ihm ab und da inzwischen auch alle anderen Frauen davon Wind bekommen haben, will niemand mehr etwas mit ihm zu tun haben."

von Salma Haidrani
19 Juli 2016, 4:00am

Alle Illustrationen: Poly Williams

Während des schmerzhaften Endes einer Beziehung denkt man wohl immer mindestens einmal irgendwann an Rache. Vielleicht will man dann den geliebten Hoodie des Gegenüber mitnehmen. Oder dessen Autoreifen zerstechen. Oder—wie diese rachsüchtige, junge Dame—dem untreuen Partner bei Facebook jede Woche neue Game of Thrones-Spoiler zukommen zu lassen. Das haben wir uns zum Anlass genommen, um bei unseren Bekannten nachzufragen, was passiert ist, als sie ihrem Verlangen nach süßer Rache am Ex-Partner oder an der Ex-Partnerin einfach mal nachgegeben haben.

Bea*, 22

Ich war mehrere Jahre mit einem Typen zusammen und fand schließlich heraus, dass er fremdgegangen war. Er teilte mir dann auch mit, dass er mich nie geliebt hätte und es immer gelogen war, wenn er das zu mir gesagt hatte. Letztendlich verließ er mich für eine andere Frau, mit der ich sogar befreundet war. Ein paar Monate später machte er dann auch mit ihr Schluss und schickte ein Video rum, in dem sie ihm einen Blowjob gab. Richtig mies.

Eines Abends traf ich mich dann mit seiner Ex und wir stellten uns vor, wie wir ihn für irgendetwas verhaften lassen. Anfangs war ich noch etwas zögerlich. Dann dachte ich mir jedoch, dass es mir beim Verarbeiten der ganzen Sache vielleicht helfen würde, seinen Ruf zumindest ein wenig zu ruinieren. Also ging sie wegen des Blowjob-Videos zur Polizei und und zeigte ihn dort wegen der verbotenen Weitergabe von Rache-Pornos an. Ich übernahm den inoffiziellen Teil, indem ich seinem Boxtrainer verriet, wie er damals immer das Training schwänzte, um sich stattdessen mit mir oder anderen Mädels zu treffen. In Verbindung mit den Ermittlungen gegen ihn führte das letztendlich dazu, dass man ihn aus dem Boxteam schmiss.

Seine Familie brach daraufhin den Kontakt zu ihm ab und da inzwischen auch alle anderen Frauen davon Wind bekommen haben, will niemand mehr etwas mit ihm zu tun haben. Wir haben seitdem auch nicht mehr miteinander gesprochen.

Jing, 25

Wir lernten uns beim Tag der offenen Tür der Universität Oxford kennen und obwohl er plante, für sein Studium in die USA zu gehen, blieben wir in Kontakt. Schließlich lehnte Oxford uns beide ab und wir landeten an einer Londoner Uni. Er zog dann auch mit in die Wohnung ein, die meine Eltern gekauft hatten. In den ersten Jahren lief auch noch alles ganz gut, allerdings lag unser Sexleben quasi brach. Ich versuchte zwar intensiv, das Ganze anzukurbeln und konsultierte bezüglich Verführungstipps sogar Google, aber nach einem weiteren Misserfolg ließ ich das Ganze einfach sein. Im dritten Beziehungsjahr hatte ich dann keinen Bock mehr darauf, neben meiner Dissertation auch noch ein Praktikum zu machen, während er sich den ganzen Tag lang nur seinen Videospielen widmete und sonst keinen Finger krümmte.

Als ich schließlich von seinem Computer aus eine Mail verschicken wollte, fand ich heraus, dass er mich mit einer seiner Kommilitoninnen betrogen hatte. Und das mehrmals. Anstatt ihn jedoch dazu zu bringen, seine eigene Dissertation fertig zu schreiben, lenkte ich ihn ab, indem ich jeden Abend mit ihm am Computer zockte—und dann selbst die Nacht durchmachte, um meine eigenen Deadlines einzuhalten. Den Sommer über machte er dann ein Praktikum bei der Bank JP Morgan und dort bot man ihm sogar einen Job an, falls er sein Studium mit einer überdurchschnittlich guten Note abschließen würde. Natürlich hat er das nicht geschafft und sie setzten ihn auf die Straße. Und auch ich schmiss ihn aus meiner Wohnung. Inzwischen arbeitet er wohl bei seiner Mutter.

Sarah, 24

Ich war mal mit einem Typen zusammen, der sich als richtiger Bastard herausstellte. Ständig machte er irgendwelche Sachen, um unterschwellig mein Selbstbewusstsein zu zerstören. So schaute er auf der Straße zum Beispiel jeder hübschen Frau hinterher und meinte, dass ich mich doch anziehen sollte wie sie. Auf Instagram likte er auch immer die Fotos von irgendwelchen Softporno-Stars, die ganz anders aussahen als ich. Beim Sex wollte er mich zudem ständig dazu bringen, irgendwelche Dinge zu tun, die mir zuwider waren. Irgendwann fand ich dann ziemlich eindeutige Facebook-Nachrichten, die er trotz unserer Beziehung anderen Frauen schrieb.

Er liebte seine Mutter und sie war auch die einzige Person, die ihn für einen Engel hielt. Deshalb habe ich einfach Screenshots von den besagten Konversationen gemacht und an sie geschickt. Na, bist du immer noch stolz auf deinen kleinen Jungen, Angela?

Ruth, 22

Ich war (und bin immer noch) ziemlich religiös. Früher hatte ich deswegen leider nicht den Mut, zu meiner sexuellen Orientierung zu stehen. Vor zwei Jahren war ich mit einem Studenten aus dem Ausland zusammen, der ab und an homophobe Bemerkungen fallen ließ. Diese Bemerkungen waren mir richtig unangenehm und ich konnte ihm deshalb auch nicht sagten, dass ich bisexuell bin. Es ging schließlich richtig bergab, als ihm bewusst wurde, dass ich finanziell von ihm abhängig war—meine Eltern hatten mir nämlich den Geldhahn zugedreht. Jedes mal, wenn ich die Beziehung beenden wollte, überschüttete er mich mit teuren Geschenken und Abendessen und ich nahm ihn wieder zurück. So ging es immer weiter, bis ich schließlich meine derzeitige Freundin kennenlernte. Als er einem gemeinsamen Bekannten mitteilte, dass er eigentlich nur mit mir zusammen war, weil er aufgrund seiner "politischen Ambitionen" einen britischen Pass haben wollte, war für mich endgültig Schluss. Hier muss man bedenken, dass er bei der Wahl zum Präsidenten der Studentenschaft nur magere zwölf Stimmen erhalten hat. Ich glaube jedoch, dass es ihn am meisten wehgetan hat, als ich die Sache mit meiner jetzigen Freundin offiziell gemacht habe.

Robert*, 34

Meine erste richtige Beziehung hielt neun Jahre. Von diesen neun Jahren arbeitete ich acht in einer Wirtschaftskanzlei und hasste jede einzelne Sekunde davon. Mit meiner Freundin hatte ich ausgemacht, dass ich nach dem Abschluss ihrer Ausbildung mein eigenes Unternehmen aufbauen würde. Anstatt jedoch wirklich nach einer Arbeit zu suchen, nutzte sie die Situation total aus. Sie hat kein einziges Mal die Miete bezahlt—und immer wenn ich dieses Thema ansprach, bekam sie einen gefühlt stundenlangen, hysterischen Heulkrampf.

Deshalb fing ich an, meine Flucht vorzubereiten, indem ich Geld für eine eigene Wohnung beiseite legte. Davon bekam sie irgendwann Wind, aber unternahm nichts dagegen, weil sie davon ausging, dass ihr die Hälfte dieses Geldes zustehen würde. Als eine Art letzten Ausweg holte ich dann meine damals schwerkranke und pflegebedürftige Mutter in unsere Wohnung. Da zog sie endlich aus. Ich habe seitdem zwar keine Freundin mehr gehabt, aber dafür besitze ich jetzt eine Wohnung in London.

*Name geändert