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Mein Freund ist ein Punk-Callboy

Eine Hure zu sein kann extrem lukrativ sein, wenn man kein hässlicher Meth-Abhängiger ist.
21.12.10

Mein Freund Alexis Penney ist eine Drag-Schlampe, Party-Hostess und Synchronsprecher. Vor kurzem hat er noch „Punk-Prostituierte“ zu seinem Lebenslauf hinzugefügt, denn eine Hure zu sein kann extrem lukrativ sein, wenn man kein hässlicher Meth-Abhängiger ist.

Alexis wirft eine wöchentliche Part namens High Fantasy in der legendären Drag-Bar Aunt Charlies Lounge in San Francisco, wo alle coole Transvestiten, Dragqueens und Sexarbeiter abhängen. Ich habe mich mit Alexis darüber unterhalten, was das Leben als junger Punk-Callboy ausmacht.

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Vice: Wieso hast du dich dazu entschieden eine Punk-Prostituierte zu werden?

Alexis Penney: Ich hatte immer Fantasien davon, eine Prostituierte zu sein, als ich ein Kind war. Es erschien mir superglamourös und schmutzig. Zudem war ich für eine lange Zeit unglaublich promiskuitiv und habe währenddessen einige Pornos und Videos auf Xtube gedreht. Aber ich wurde bislang niemals für Sex bezahlt, bis mir im vergangenen Sommer ein Freund dazu geraten hat, eine Anzeige auf rentboy.com zu schalten. Es erschien mir einfach damit Geld zu verdienen und es gibt eine gute Infrastruktur in San Francisco für Leute, die in der Sex-Industrie arbeiten. Also erschien es mir ziemlich sicher. Ernsthaft, ich wollte nur meine Kreditkartenrechnung bezahlen.

Wieviel stellst du für die verschiedenen sexuellen Dienste in Rechnung?

Ich verlange 200 Dollar pro Stunde, also ich rechne nicht pro Dienst ab. Das Ding ist, dass ich nicht wirklich Analsex habe oder Penetration insgesamt. Meistens nur Oralverkehr oder onanieren, während jemand zusieht. Immer wenn ein Typ versucht meinen Arsch zu berühren sage ich, dass das extra kostet. Ich habe von anderen gehört, dass das zieht, aber keiner meiner Kunden war bislang dazu bereit extra zu bezahlen.

Warum keinen Analverkehr?

Ich kann einfach keinen Typen halbherzig ficken. Wenn ich nicht auf ihn stehe, dann stehe ich nicht auf ihn, aber wenn mir ein total heißer Typ unterkommen würde, hätte ich wahrscheinlich Sex mit ihm. Ich lasse eigentlich niemanden mich ficken, außer ich vertraue ihnen, also würde ich keinen dahergelaufenen Typen ranlassen. Einige haben meinen Arsch gefingert, aber eigentlich lasse ich auch das nicht zu.

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Hast du einen Lieblingskunden?

Da gibt es diesen einen Typen, George, der Ähnlichkeit mit Newman aus Seinfeld hat. Einmal pro Monat kommt er aus Oakland und mietet sich in irgendeinem schäbigen Hotel ein. Er ist fett und will im Grunde nur meinen Schwanz lutschen. Er ist darin ziemlich gut, aber ich muss mir noch immer Dinge vorstellen, damit ich einen Ständer bekomme. Dann will er, dass ich auf dem Bett posiere, während er angezogen auf dem Boden sitzt und sich einen runterholt. Er zieht nicht einmal seine Unterwäsche aus. Er ist ein ziemlicher Nerd und lispelt etwas, meistens Zeug wie „Gott, das ist so heiß!“ während er dazu Poppers zieht, eine Pfeife raucht und eine Flasche Wasser nach der anderen trinkt. Ab und an komme ich dann auf ihm oder er kommt und dann erzählt er mir, wie trendy ich bin und wie gut er nun schlafen wird und dann schläft er einfach ein. Das passiert normalerweise gegen sieben Uhr an einem Freitag Abend.

Würdest du jemals mit einer Frau für Geld schlafen?

Ich glaube nicht, dass ich es mit einer Frau tun könnte. Ich möchte in allem was ich tue gut sein und ich habe nicht den blassesten Schimmer, was und wie ich das mit einer Frau bewerkstelligen soll. Wenn eine Frau mit im Zimmer wäre, dann wäre das wohl OK. Das habe ich schon erlebt. Aber nicht für Geld.

Was trägst du, wenn du dich mit Typen triffst. Trägst du ein Kleid, oder passt du dich seinem Geschmack an?

Um ehrlich zu sein trage ich kitschige, stereotypische Punk-Outfits. Enge schwarze Jeans, Stiefel, Lederjacken und zerrissene T-Shirts oder Tank-Tops. Ich verkleide mich eigentlich nicht, da mein Look zu ernsthaft ist. Aber normalerweise weiß ich ein wenig über den Typen und darüber, auf was er steht. Besonders, wenn er sich auf meine Anzeige meldet, denn ich spiele etwas mit dem Punk-Klischee.

Hast du schonmal etwas von Dennis Cooper gelesen? Deine Beschreibungen deiner Erfahrungen als Nutte erinnern mich ein wenig an die Charaktere in seinen Romanen.

Das einzige Buch von Dennis Cooper, das ich gelesen habe ist My Loose Thread, welches fantastisch ist, aber in dem keine jungen Callboys vorkommen. Es handelt eher von suburbaner Degeneration, Brüder, die miteinander ficken und Columbine Highschool-Zeugs. Ich sollte mehr von ihm lesen, da ich Geschichten über junge, schwule Punks liebe! Ich habe mich im Grunde in eine Karikatur dessen verwandelt, von dem ich als Kind dachte, dass das einen glamourösen Schwulen ausmacht. Und es fühlt sich super an! Obwohl es auch ein wenig verstörend sein kann, wenn ich mich Spiegel ansehe und dieses komplette Entfremdung von dem, was ich einst war und nun bin, spüre. Aber ich glaube, dass es beinahe jedem so geht.

Dein Leben hört sich nach Spaß an.

Ich weiß! Ich fühle mich wie ein kleines Mädchen, das sich verkleidet hat und plötzlich hat sie geblinzelt und sie wurde zu der Prinzessin, die sie vorgab zu sein! Es klingt kitschig, aber es ist wahr!