Sex

Menschen haben uns ihre schlimmsten Videosex-Horrorstorys erzählt

"Er zoomte mit der Kamera auf eine sehr volle Erwachsenenwindel."
08 Juli 2020, 3:15pm
Eine Frau in einer kurzen abgeschnittenen Jeans, daneben ein Whatsapp-Nachrichtenverlauf, in dem über den schiefgelaufenen Videosex gesprochen wird. Viele Leute scheinen diese Erfahrung zu machen.
Fotos: VICE staff

Vor ein paar Jahren chattete ich mit einem Typen auf Bumble. Er machte einen ganz normalen Eindruck. Nachdem wir uns eine Weile unterhalten hatten, bekamen wir beide ziemlich Bock und entschlossen uns, unsere Unterhaltung auf FaceTime zu verlagern. Bevor ich mich versah, fing ich an, für einen wildfremden Typen zu strippen. Langsam zog ich mir meine ohnehin schon knappen Jeans-Shorts unter meinen Arsch und sah, wie er seine Wichsbewegungen beschleunigte. Er spritzte ab und der Bildschirm wurde schlagartig schwarz. Er hatte aufgelegt. Im Chat: Stille. Ein Jahr später schrieb er mir plötzlich bei WhatsApp: "Wer bist du? Ich habe deine Nummer ohne Namen gespeichert."

Was ich daraus gelernt habe? Niemals online für irgendwelche dahergelaufenen Menschen strippen, wenn du nicht dafür bezahlt wirst. Wie ich diese Woche gelernt habe, sind solche Fehlgriffe der Preis, den viele von uns für die digitalen sexuellen Freiheiten zahlen. Viel Spaß mit den folgenden Gruselgeschichten aus der Welt des Cybersex.


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"Ich habe noch nie jemanden so schnell blockiert"

Ich bin seit vier Jahren Sexarbeiterin und habe schon viel absurdes Zeug gesehen. Das folgende Erlebnis ist allerdings das mit Abstand Ekelhafteste, was mir beim Camming passiert ist.

Ich habe mich auf Vorlieben wie Urin, Toilet Play und Hardcore BDSM spezialisiert. Bei sogenannten Scat ziehe ich allerdings die Grenze, also buchstäblich bei Scheiße.

Jedenfalls hatte mich dieser Typ nach einer Skype-Session gefragt. Ich nannte ihm meine Preise und absoluten Grenzen. Beruflich bin ich devot. Skype-Sessions mit mir bestehen also in der Regel daraus, dass ich mich vor der Kamera erniedrige, während die Kunden mir sagen, was ich tun soll.

Als ich seinen Anruf annahm, war sein Bild sehr dunkel und ich konnte ihn kaum sehen. Ich bat ihn, die Helligkeit hochzustellen. Plötzlich sah ich, dass er mit der Kamera auf eine sehr volle Erwachsenenwindel gezoomt hatte und mit dem Inhalt rumspielte. Ich habe noch nie jemanden so schnell blockiert. – Katy*, 22

"Jemand schickte mir ein Bild des Videos mit den Worten 'Ich weiß, was ihr gemacht habt"

Während meines Kunststudiums war ich einmal richtig dicht bei einer Hausparty. Mit einem Mädchen bin ich in ein Schlafzimmer gegangen, wo wir eine Kamera fanden. Irgendwie hielten wir es für eine super lustige Idee, uns damit beim Sex zu filmen. Ich weiß bis heute nicht, warum. Nachdem wir miteinander geschlafen hatten, verließen wir die Party und ich vergaß die ganze Geschichte für drei oder vier Jahre. Dann, eines Tages, bekam ich eine SMS mit einem Standbild aus dem Video, das ich selbst nie gesehen hatte. Dazu die Worte: "Ich weiß, was ihr gemacht habt."

Es war wie aus einem Horrorfilm. Ich bin durchgedreht und befürchtete schon, dass die Person das Video im Internet hochladen würde. Ich schickte sogar meiner besten Hetero-Freundin das Bild, um zu fragen, ob ich einfach so tun kann, als wäre das im Video gar nicht ich. Am Ende passierte nichts, trotzdem weiß ich bis heute nicht, wer mir das Bild geschickt hat. – Emily, 31

"Ich hörte plötzlich jemanden schreien. Es war seine Mutter"

Vor sechs Jahren führte ich eine Fernbeziehung mit einem wirklich süßen Jungen. Wir sahen uns dreimal die Woche, aber nur dreimal Sex pro Woche reichte mir nicht. Ich lebte allein, also waren laute Vibratoren und reichlich Sexting für mich kein Problem. Aber ich brauchte mehr. Seine Dickpicks waren Mist, also wollte ich ihn vor der Kamera haben. Blöderweise lebte er noch bei seinen Eltern zu Hause. Schließlich ließ er sich doch überreden und rief mich an. Alles lief super, wir kamen schnell zur Sache. Es war super heiß. Genau in dem Augenblick, in dem ich einen Orgasmus hatte, hörte ich plötzlich jemanden schreien. Es war seine Mutter. Seine sehr katholische Mutter, die gerade ins Zimmer gekommen war. Das war der Anfang und das Ende unserer Videosex-Beziehung – und letztendlich auch unserer richtigen Beziehung. Er war noch auf seine Eltern angewiesen und für seine Mutter war ich nach dem Vorfall ein Monster.

Aber das ist nicht mal meine einzige Erfahrung in Sachen "Mama vs. Cybersex". Ich habe schon mit 16 studiert. Das war 2011. Ich hatte damals keine Freunde außer meinen Freund. Wir hatten schon ein paar Mal miteinander geschlafen, aber weil wir auf unterschiedliche Unis gingen, die weit voneinander entfernt waren, spielte sich der Großteil unseres Sexlebens über SMS, Telefon und Videochats ab. Einmal war ich über das Wochenende zu Hause bei meinen Eltern, meine Familie war gerade unterwegs. Perfekt für ein sexy Gespräch mit meinem Freund, dachte ich mir. Seine Kamera funktionierte tadellos, aber er hatte kein Mikrofon. Also schrieb er mir im Chat, wie ich mich berühren soll, Analspielchen inklusive. Es war großartig, alles lief super. Orgasmus für mich, Orgasmus für ihn, alle glücklich. Danach bin ich duschen gegangen. Als ich aus dem Bad zurückkam saß meine Mutter an meinem Rechner. Ich habe sie noch nie mit einem so leeren Blick gesehen. Sie hatte meinen Laptop geöffnet, um den Wetterbericht für das Wochenende nachzuschauen, nur um herauszufinden, dass ihr kleines Mädchen auf BDSM und Analsex steht. Sie wusste zu dem Zeitpunkt noch nicht einmal, dass ich überhaupt schon Sex habe. Sie hämmerte meinen Laptop so fest auf den Schreibtisch, dass er kaputt ging. Ich war noch nicht einmal sauer. Es war irgendwie nachvollziehbar. – Nicole*, 25

"Es gibt wahrscheinlich einen Haufen Pädophile, die meine Dickpics auf ihren Festplatten haben"

Als Teenager war ich hoffnungslos notgeil. OK, das bin ich immer noch. Bei uns in Großbritannien war damals Bebo angesagt – ein soziales Netzwerk, das hier zeitweise größer als Myspace und Facebook war. Dort gab es Gruppen, in denen Frauen und Männer miteinander chatteten und nicht selten MSN-Accounts für Webcam-Chats austauschten. Manchmal waren da nur du und irgendeine Frau, und masturbierten zusammen – alles furchtbar unbeholfen. Andere Male wollte die andere Person dich vor der Webcam sehen, aber schickte selbst nur Bilder. Für mich, einen hoffnungslos naiven Teenager mit ADHS und ohne gesunden Menschenverstand, bedeutete das oft, dass ich bei den schönsten Frauen der Welt gelandet war. Jetzt, als Erwachsener, ist mir mehr als klar, dass meine Chatpartner wahrscheinlich nicht die wunderschönen Frauen waren, für die ich sie hielt.

In der Hoffnung, wenigstens einen Nippel zurückzukriegen, schickte ich ohne Ende Schwanzfotos an diese Menschen auf MSN. Es gibt also wahrscheinlich eine Haufen Pädophile, die meine Dickpics auf ihren Festplatten haben. Aber daran kann ich jetzt auch nichts mehr ändern. Und es stört mich nicht wirklich. Hätte ich das als Jugendlicher geahnt, hätte ich die Bilder wahrscheinlich trotzdem verschickt. Ich war extrem stur und lebte in einer Welt, in der ich mich in absoluter Sicherheit wähnte. Aber ja, ich hatte absolut keine Ahnung, was ich da tat. – James, 27

*Namen geändert.

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