Sex

Studie belegt: Ihr seid nicht die Einzigen, die eine Freundschaft mit gewissen Vorzügen haben

"Friends with benefits werden nun anscheinend von der breiten Bevölkerung akzeptiert", sagt ein Soziologe.
Foto: imago | Westend61

Es gibt kaum etwas, das man in guten Freundschaften nicht teilen kann: den angekauten Döner der letzten Partynacht, die peinliche Leidenschaft für alte Spice-Girls-Songs und wenn es hart auf hart kommt, leiht man sich sogar ein frisch gewaschenes Paar Unterhosen. Das Meinungsforschungsinstitut YouGov hat diese Liste nun um eine weitere Dimension von Intimität erweitert – und herausgefunden, wie viele Deutsche es in Betracht ziehen würden, mit ihren Freunden und Freundinnen Sex zu haben.

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Der am Donnerstag veröffentlichten, repräsentativen Studie zufolge findet es jede dritte Person in Deutschland OK, ihre Freundschaft auf die sexuelle Ebene zu upgraden. "Friends with benefits werden nun anscheinend von der breiten Bevölkerung akzeptiert", sagt der Soziologe Janosch Schobin gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Ihm zufolge seien Freunde mit gewissen Vorzügen bei homosexuellen Männern bereits in den 80ern populär gewesen. Nun haben offenbar auch andere Personengruppen erkannt, dass gelegentlicher Sex nicht immer das Ende einer Freundschaft (oder der Anfang einer lebenslangen Beziehung mit Reihenhaus und Golden Retriever) bedeutet.


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Dennoch scheinen nicht alle vom Konzept der "Freundschaft Plus" überzeugt – oder davon, dass Männer und Frauen überhaupt befreundet sein können. 60 Prozent der Befragten haben angegeben, dass bei gemischtgeschlechtlichen Freundschaften das Risiko bestehe, dass einer mehr wolle, heißt es in der Studie. Eine von vier befragten Personen denke demnach sogar, dass Männer und Frauen überhaupt nicht miteinander befreundet sein können.

Der amerikanischen Professorin Sandra Faulkner zufolge liegt dieser Denkweise ein "heteronormatives Drehbuch" zugrunde. Im Gespräch mit Broadly sagte sie 2016: "Wenn man diesem Drehbuch folgt, dann geht man immer davon aus, dass es einen romantischen Hintergrund hat, wenn ein Mann und eine Frau Zeit miteinander verbringen." Dabei würden zahlreiche Freundschaften beweisen, dass dem nicht so ist.

Wir lernen also: Sex führt weder automatisch zu Liebe noch zu Dramen. Und Freundschaften muss er auch nicht zwangsläufig zerstören. Wie YouGov herausfand, ist den Deutschen bei Freundschaften ohnehin vor allem ein ehrlicher, offener und fürsorglicher Umgang miteinander wichtig. Und für manche scheint das eben zu bedeuten, dass dabei auch Körperflüssigkeiten ausgetauscht werden.

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