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Hangover-News, 9. Juli 2018

5 News vom Wochenende, die du nicht verpasst haben solltest

Vier Jungen sind aus der Höhle in Thailand befreit, doch die Rettungsaktion pausiert, eine Iranerin muss sich für ihre Instagram-Videos entschuldigen und ein Berliner fälscht Pfandflaschen.

von Christian Fahrenbach
09 Juli 2018, 6:41am

Foto: imago | UPI photo

Wer sich normalerweise am Wochenende langweilt, der konnte vielleicht am Samstag in Finnland endlich sein Traumhobby finden: Bei den seit 1992 stattfindenden Weltmeisterschaften im Frauentragen gab es dieses Jahr unter anderem Preise für die lustigsten und die am besten verkleideten Teilnehmer. In der Kategorie "schnellstes Paar" siegten nach gut einer Stunde Vytautas und Neringa Kirkliauskas aus Litauen.

Wir sparen uns eine genderpolitische Analyse des Spektakels und schauen schlicht auf fünf weitere Themen des Wochenendes, die du nicht verpasst haben solltest: In Thailand bangen Angehörige und Helfende weiter um das Leben einer in einer Höhle eingesperrten Jugend-Fußballmannschaft, die ersten Jugendlichen konnten aber gerettet werden. In Berlin wurde ein Mann, der einen Davidstern an einer Halskette trug, zusammengeschlagen, eine junge iranische Instagrammerin muss sich für Tanz-Clips entschuldigen und ein Mann hat Pfandflaschen gefälscht. Außerdem demonstrierten Tausende Menschen für jene, die im Mittelmeer auf Schiffen Flüchtenden in Not helfen, immer mehr Prominente sammeln inzwischen Geld für die Retter. Hier sind unsere Hangover-News.

Die Retterinnen und Retter der Fußballer in Thailand müssen Pause machen

Gerettete werden abtransportiert | Foto: imago | Xinhua

Die Rettung der in einer Höhle in Thailand eingesperrten Fußballmannschaft geht voran. Den ersten vier Jungen gelang am Sonntagmorgen der Tauchgang durch die kilometerlangen Gänge der Höhle. Damit sitzen neun weitere Mitglieder noch immer fest, erneut haben Regenfälle eingesetzt. Die Rettungsaktion pausierte Sonntagnacht, Lufttanks mussten ausgetauscht werden. Heute soll es jedoch schon wieder losgehen. Die FAZ fasst die Entwicklungen vom Wochenende zusammen, die BBC hat hier einen aktuellen Überblick und bei der New York Times wird die Aktion mit vielen Grafiken erläutert.

Gruppe schlägt in Berlin-Mitte auf Mann mit Davidstern ein

Am eigentlich eher als ruhige Touristen-Ecke bekannten Hackeschen Markt in Berlin haben in der Nacht zum Samstag mehrere Landsleute einen jüdischen Syrer zusammengeschlagen. Der 25-Jährige hatte laut Tagesspiegel um Feuer für seine Zigarette geben, als einer aus der Gruppe seine Halskette mit Davidstern bemerkte und die ersten antisemitischen Beleidigungen fielen. Die Angreifenden sollen dem Mann mehrfach mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben, bevor er schließlich zu Boden ging. Er wollte flüchten und stürzte, die Angreifenden sollen dann auf ihn eingetreten haben. Erst als Vorübergehende zur Hilfe eilten, hörten sie auf. Die Polizei nahm sieben Männer zwischen 17 und 25 Jahren und drei Frauen im Alter von 15 und 21 Jahren fest. Sie kamen am Samstag wieder frei, aber die Ermittlungen gegen sie laufen weiter.

Iranerin muss sich für Tanzvideo auf Instagram entschuldigen

Maedeh Hojabri wirkt eigentlich wie eine ziemlich gewöhnliche Teenagerin, mit einer recht ansehnlichen Followerschaft von einigen zehntausend Fans auf verschiedenen Social-Media-Kanälen. Auf Instagram hatte sie einige Videos von sich veröffentlicht, in denen sie zu Popliedern tanzt, und genau das wurde der jungen Iranerin nun zum Verhängnis: Sie wurde anscheinend festgenommen und musste sich im Staatsfernsehen entschuldigen, weil sie moralische Normen verletzt habe. Im Iran gelten Tänze in der Öffentlichkeit als sittenwidrig, außerdem hatte Hojabri ihre Haare nicht mit einem Hidschab bedeckt. Regimekritiker und -kritikerinnen im Iran und weltweit haben laut Spiegel Online Regierung, Justiz und auch den Fernsehsender für das harte Vorgehen kritisiert. Es ist nicht das erste Mal, dass Frauen festgenommen wurden, weil sie getanzt haben: 2014 wurden sechs junge Iranerinnen deswegen zu einem Jahr auf Bewährung und 91 Peitschenhieben verurteilt. Unter Hashtags wie "Tanz für die Freiheit" und "Tanzen ist kein Verbrechen" teilen Iranerinnen aus Solidarität die Videos von Hojabri oder posten eigene Tanz-Videos.

Berliner wird mit gefälschten Pfandflaschen erwischt

Nachdem er immer wieder beim selben Supermarkt in Berlin-Tegel um das Rückgeld gebeten hatte, ist ein 53-Jähriger mit lauter gefälschten Pfandflaschen aufgeflogen. Angestellte hatten der Polizei erklärt, er sei im Laufe des Tages häufiger vorbeigekommen und habe sich auch sonst auffällig verhalten. Irgendwann hätten sie sich die Flaschen angeschaut und entdeckt, dass die Etiketten nicht echt waren. Die gerufene Polizei entdeckte dann, dass der Mann auch eine gefälschte Umweltplakette an seinen Kleintransporter geklebt und er einen nachgemachten Anwohnerparkausweis benutzte hatte. In seinem Auto fanden die Polizisten noch weitere falsche Etiketten.

Tausende demonstrieren für Seenotrettung im Mittelmeer

Demo in Hannover gegen die aktuelle Asylpolitik | Foto: imago | Tim Wagner

Tausende Menschen sind am Samstag für die Seenotrettung im Mittelmeer auf die Straße gegangen. Zum größten Demo-Zug in Berlin sollen laut Veranstaltenden rund 12.000 Menschen gekommen sein. In anderen Städten waren es teilweise je mehrere hundert Demonstrierende, berichtet die Tagesschau .

Moderator Klaas Heufer-Umlauf hat in einem Video zu Spenden für die Helfer aufgerufen, in dem Clip beschreibt er die Lage im Mittelmeer als "Katastrophe". Die Aktion steht bereits bei knapp 130.000 Euro. Auch Jan Böhmermann hatte in einer Kampagne zu Spenden aufgerufen, in seinem Fall zur Deckung von Prozess- und Gutachterkosten für den Kapitän des Rettungsschiffs "Lifeline”. Bisher sind dabei fast 200.000 Euro zusammengekommen.

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