Videobeweis: Menschen taugen einfach nichts als autonome Autos

"Ich will kein selbstfahrendes Auto sein", ächzt der Testfahrer und brettert mit seiner VR-Brille an der Kamera vorbei.

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17 November 2017, 9:07am

Autonome Fahrzeuge werden irgendwann unser Straßenbild beherrschen – so viel ist sicher. Doch bis dahin müssen ihre Hersteller noch große Überzeugungsarbeit leisten, dass die Autos der Zukunft auch wirklich sicher sind. Eine Umfrage der Bertelsmann-Stiftung im Januar 2017 ergab, dass 84 Prozent der Deutschen Angst vor Unfällen mit selbstfahrenden Autos haben und 83 Prozent den Kontrollverlust fürchten. Um diesen Sorgen entgegenzuwirken, versuchen einige privaten und öffentlichen Initiativen, Menschen davon zu überzeugen, dass es völlig in Ordnung und ungefährlich ist, die Kontrolle über das Lenkrad abzugeben.

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Mit dem Projekt “Who wants to be a self driving car?” möchten die Forscher von Moovel Lab das Vertrauen in die Künstliche Intelligenz durch ein ausgefallenes Experiment stärken: Menschen sollen sich in die Lage eines autonomen Autos versetzen. Nicht, indem sie als Autositz getarnt mit einem herkömmlichen Wagen durch die Gegend gurken, sondern indem sie die Welt durch die “Augen” des Autos sehen – die Kontrolle über das Gaspedal und die Steuerung haben dabei die menschlichen Testfahrer.

Das Experiment funktioniert so: Die Teilnehmer zwängen sich in eine Art motorisierten Käfig und legen sich auf den Bauch. Dann schnallen sie sich ein virtuelles Headset um, das ihnen die Informationen zeigt, auf deren Grundlage ein selbstfahrendes Auto seine Entscheidungen trifft. Die Daten stammen unter anderem von einer 3D-Tiefenkamera, sowie Licht- und Raumsensoren, die an dem fahrenden Gestell angebracht sind. So sieht ein Testfahrer beispielsweise, dass es sich bei einem Hindernis mit einer Wahrscheinlichkeit von 93 Prozent um einen Menschen handelt.

Der Forschungsassistent Joey Lee bezeichnet das Experiment im Video als “Vertrauensübung”. Für uns sieht es eher so aus, als ob ein paar todesmutige Menschen ein paar Stunden lang geradewegs auf alle Hindernisse in ihrer Umgebung zusteuern, die sie mitnehmen können. Die Reaktionen auf das Experiment fielen sehr gemischt aus: Von “kritisch über hoffnungsvoll und ermutigt bis hin zu angsterfüllt” sei alles dabei gewesen, so das Moovel Lab. Das spiegelt wohl auch ganz gut wider, wie sich der Rest der Menschheit fühlt, wenn uns Nachrichten von selbstfahrenden Autos erreichen, die bisher noch irgendwo zwischen großen Zukunftsversprechen und fatalen Zwischenfällen schwanken.