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New music

Da kommt was auf uns zu: Pronto ist mehr als nur ein Hype

Der Schweizer Rapper zeigt mit einer ersten offiziellen EP 'Solo Di Nero', dass wir alle den Süden im Auge behalten müssen.

von Noisey Staff
01 Dezember 2017, 10:42am

Foto: Lukas Maeder

Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der Züricher Redaktion.

Rap im Jahr 2017 ist auch in der Schweiz endlich ein rasantes Business mit Hypes und schnell aufsteigenden Stars. Dass ein Künstler gestern noch belächelt und morgen als heißester Scheiß des Landes gefeiert wird, ist kein unbekanntes Phänomen mehr. Heute steht Pronto auf der Startrampe, um mit seiner ersten offiziellen EP Solo Di Nero durchzustarten.

Gerade mal ein Jahr ist es her, dass Pronto seinen Clip zu "Clean" veröffentlichte und damit zum ersten Mal von sich hören machte. Zwar noch mit einem etwas trashigem Videoclip und flachem Beat und Mixing, aber dafür mit eigenem Sound, wurde Pronto schnell zum Gesprächsthema in der Szene. Wer ist dieser Dude aus Solothurn und wieso haben wir sowas noch nie vorher in der Schweiz gehört? Und vor allem kontrovers wurde Pronto besprochen: Einige konnten mit dem Mumble-Stil nicht umgehen, andere sahen in ihm das nächste große Ding.



Knapp zwei Monate später stand Pronto beim Schweizer Radiosender SRF Virus bei der Bounce Cypher (der größten und wichtigsten Cypher des Landes) am Mic, steigerte sich danach von Track zu Track und Video zu Video und hatte im Herbst auf Stereo Luchs’ und Alis Platten richtig fette Feature-Parts. Heute versuchen Hobby-Produzenten seine Beats – der 24-Jährige produziert all seine Tracks selbst – nachzuproduzieren, auf Spotify hat er mittlerweile mehr Hörer in Deutschland als in Zürich. "Clean" zählt fast eine Millionen Klicks auf YouTube und mit Universal Music setzt ein Major Label auf einen Sound, der eigentlich an den Radiowellen vorbeistrahlt.

Jetzt muss der nächste Schritt kommen. Und mit Solo Di Nero setzt der Rapper mit Wurzeln in Ghana zu einem riesigen Satz an. Mit dem, was Pronto da in den fünf Tracks abliefert, zeigt er, wie Rap im Jahr 2017 verdammt nochmal zu klingen hat. Nur das Schweizerdeutsch erinnert uns daran, dass da gerade ein Solothurner rappt.

Vielleicht ist es Prontos Mumble-Stil, der ihm hilft, dass nicht wie sonst oft im Rap Sprache und Wörter im Vordergrund stehen, sondern der musikalische Vibe. Und mit dem kann er sein Versprechen halten, das er auf dem Track "Expo" macht: "International wie d’Expo, legendär wie Nintendo / N****r, Japan isch de next Stop." Spätestens dann würden auch Schweizer Kommerz-Radios nicht mehr drum herumkommen, Pronto aus allen Boxen ballern zu lassen.

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