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Shakiras Fanshop hat tagelang Merch mit NS-Zeichen verkauft

Völlig Waka Waka: Das Symbol ist so eindeutig, dass das Team der kolumbianischen Sängerin jetzt wohl die Notbremse gezogen hat.

von Tina Blech und Noisey Staff
21 Juni 2018, 1:51pm

Foto: imago | UPI Photo

Anlässlich Shakiras derzeitiger El Dorado World Tour können Fans im Shop der Sängerin reichlich Merch shoppen. Seit Montag gehörte dazu auch eine goldene Kette mit filigran gravierten, rundem Anhänger. Umringt von den Schriftzügen "Shakira" und "El Dorado World Tour" prangt darauf jedoch ein typisches Nazi-Symbol, die "Schwarze Sonne".

1934 ließ SS-Chef Himmler das Symbol als Ornament in den Marmorboden der Wewelsburg bei Paderborn, der geplanten repräsentativen und ideologischen Zentrale des SS-Ordens, einlassen. Inzwischen gilt das Zeichen für die rechtsextreme Szene als Ersatzsymbol für das in Deutschland verbotene Hakenkreuz. Man erkennt in den zwölf ringförmig angeordneten Sigrunen nämlich auch drei übereinander gelegte Hakenkreuze.

Foto: Teilnehmer des Rechtsrockfestivals in Themar 2017 (imago | Michael Trammer)

Während die Swastika lang vor der NS-Zeit als hinduistisches Glückssymbol verwendet wurde und heute noch wird, ist die "Schwarze Sonne" weniger zweideutig.

Zwar wird dem Symbol ein ähnlich alter, mystischer Ursprung zugesprochen, doch ist dies auf keinste Weise historisch belegt. Man geht davon aus, dass die "Schwarze Sonne" ihren angeblichen mittelalterlichen Ursprung nachträglich von rechten Esoterikern erhielt.

Warum also verkaufte die kolumbianische Sängerin solch ein negativ konnotiertes Symbol? Wir gehen ehrlich davon aus, dass es sich hier vielmehr um ein naives "Lass uns doch mal googeln, was es sonst noch für schnieke Sonnensymbole gibt" handelte und die Merch-Designer sich nicht mit den Szene-Symbolen von Neonazis auskennen.

Die Schwarze Sonne kann man Ahnungslosen schon irgendwie als mystisches Inka-Symbol unterschieben und somit unter dem "El Dorado"-Motto verkaufen. Auch wenn das Symbol rein garnichts mit dem sagenhaften Goldland Südamerikas zu tun hatte.

Während wir diese Zeilen schrieben, wurde der Anhänger übrigens aus dem Online-Store genommen.

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