Metal soll gut für die Psyche sein, also hoch die Hörner!

Vor allem, wenn ihr das Genre im richtigen Alter hört.

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26 Februar 2018, 11:43am

Foto: imago | Thomas Frey

Wer harte Musik mag, pflegt einen destruktiven Lebensstil. Wir sagen sowas natürlich nicht, mussten es aber zu oft in konservativen Medien lesen und von panikmachenden Traditionalisten hören. Es scheint, dass aggressiv klingende Musik "unsere geliebten Kinder" in Monster verwandelt. Ist natürlich Quatsch. Metal und ähnliche Genres sind belebend, feinsinnig und wichtige Ventile für Musiker und Fans zugleich. Jetzt gibt es auch wissenschaftliche Belege, die wir den Pessimisten ins Gesicht klatschen können.

Laut einer Studie, die von den australischen Psychologen Paula Rowe und Bernard Guerin durchgeführt und im Journal of Community Psychology vor ein paar Wochen veröffentlicht wurde, gibt es Belege, dass sich Metal tatsächlich positiv auf die psychische Gesundheit von jungen Fans auswirkt.

Im Abstrakt der Studie vermerken Rowe und Guerin:

Die Identifizierung mit Metal wird allgemein so dargestellt, als würde sie zu Störungen der psychischen Gesundheit führen. Die Beweise dafür sind mangelhaft. Wir haben den gemeinschaftlichen Kontext rund um Metal und das Wohlbefinden dokumentiert, indem wir direkt mit jungen Metalheads sprachen. Wir führten wiederholt informelle Gespräche mit 28 jungen AustralierInnen, die sich stark mit Metal identifizierten (Alter von 18-24 Jahren, 5 Frauen, 23 Männer) und fanden dabei heraus, dass die Identifizierung mit Metal und die Metal-Gemeinschaft sie vor psychischen Problemen geschützt hat.

Zugegeben, das ist eine kleine Stichprobengröße. Dennoch sagen die Wissenschaftler: Metal und insbesondere die "eingebildeten" oder "echten" Communitys rund um das Genre hätten einen überwältigend positiven Einfluss auf das Leben der jungen Leute.

Alle Testpersonen hätten vier Faktoren gemein gehabt, wenn sie über das Gute sprachen, das Metal für sie getan hat. Alle wurden während der Schulzeit gemobbt oder ausgeschlossen. Metal gab ihnen eine Gemeinschaft. Sie identifizierten sich mit der Musik und den Texten, wenn sie sich einsam fühlten. Sie dachten, dass es ihnen das Annehmen der "Metal-Identität" helfen würde, Bullies und Schläger fernzuhalten und ihre Gruppe zu finden.

Die Studie zieht daher den Schluss, dass Metal und das Identifizieren als Metal-Fan zumindest ihre Probanden vor potenziellen mentalen Problemen bewahrt hat. Diese Erkenntnisse sind interessant, hochwillkommen und werden sicher eine Herausforderung für langweilige, engstirnige Konservative darstellen. Sie zeigen vor allem, dass Metal und ähnliche Genres einen Zufluchtsort für Leute bieten, die sich von der Mainstream-Kultur entfremdet fühlen.

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