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Es gibt zu viele "Lil …"-Rapper, aber Lil Skies dürft ihr trotzdem nicht unterschätzen

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis er einen Hit landet und an die Spitze des Pop-Raps katapultiert wird.
Foto: Jimmy Fontaine

Lil Skies ist 19 und stammt aus einer "Redneck-Kleinstadt" in Pennsylvania. Das hält ihn nicht davon ab, seit etwa sechs Monaten ordentlich Welle zu machen. Er hat sich über SoundCloud einen Namen gemacht, er sieht gut aus und ist charismatisch, er hat Gesichtstattoos. Und er klingt wie ein Mashup aus allen Pop-Trap-Newcomern der letzten paar Jahre. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Lil Skies wirklich berühmt ist. Deshalb ist es auch für euch höchste Zeit, ihn kennenzulernen, falls er euch noch kein Begriff ist. Zum Beispiel mithilfe seines neuen Videos zu "Lettuce Sandwich". Die Single stammt von seinem Debutalbum Life of a Dark Rose, das im Januar erschienen ist.

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Beim Anhören ist euch vermutlich nicht gerade die Kinnlade runtergeklappt. Ihr habt euch vermutlich auch nicht gefragt, wo er nur diesen Flow herhat. "Lettuce Sandwich" ist nach einer Erfolgsformel geschrieben und will das Rad nicht neu erfinden, genauso wenig wie Lil Skies selbst. Vor einem zweitönigen Beat stellt er sich vor: "You want to hang with a rock star, live a fast life and get high / We gon' come through, shut the block down / Make 'em lay low like drive-bys". Lil Skies' Welt besteht aus Klimmzügen und Moshpits voller Spargeltypen, Mädels ghosten und Anspielungen auf Wiz Khalifa.

Das gilt auch für "Red Roses", den größten bisherigen Hit von Lil Skies mit mehr als 35 Millionen Views auf YouTube. Er geht ein wenig weiter als "Lettuce Sandwich" – hier gibt es gleich drei Noten statt zwei. Allerdings sind beide Tracks durchzogen von derselben Art Prahlerei, wie etwa: "I was destined for this life, this is my destiny / Friends wanna be friends when you doing the most".

Beides sind keine Hits, sondern eher dünne Tracks, die hauptsächlich Lil Skies' Pop-Crossover-Potential demonstrieren. Das mit dem Potential ist insofern schade, dass man es genauso gut auch hier und jetzt verwirklichen könnte – es müsste nur mal jemand Lil Skies eine vernünftige Hook oder einen soliden Chorus schreiben. Dieser Typ ist wie Tofu: Für sich genommen schmeckt man kaum was, aber wenn du das Zeug in etwas Würzigem marinierst, geht es richtig ab.

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Hier und da hat sich Lil Skies schon darin versucht, Songs um eine Melodie herum aufzubauen. Auf Life of a Dark Rose gibt es zum Beispiel "Garden", einen durchaus passablen langsamen Track. Der Schlusstrack "Nowadays" klammert sich an seiner einen melodischen Idee fest und lässt sie nicht mehr los. "The Clique" hat einen lebhaften, psychedelischen Beat vom immer wieder spannenden Producer Maaly Raw.

Vielleicht ist Maaly Raw hier der Schlüssel. Sobald er für Lil Skies einen ähnlichen Ohrwurm produziert wie für Lil Uzi Vert mit "Do What I Want", kann es nur noch steil bergauf gehen. In der Zwischenzeit solltest du dir diesen Lil Skies schon mal reinziehen. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis er eine vierte Note findet.

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