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Laut Wissenschaft gibt es kaum etwas Beschisseneres, als Kinder zu kriegen

Zumindest leiden frischgebackene Eltern laut eigenen Angaben mehr als frisch Verwitwete.

von Mike Pearl
12 August 2015, 11:30am

Foto: Bradley Gordon | Flickr.com | CC BY 2.0

Eine schreckenerregende Studie, die letzte Woche in der Fachzeitschrift Demography erschienen ist, legt nahe, dass es frischgebackenen Eltern richtig elend geht. Die Studie von Rachel Margolis und Mikko Myrskylä mit dem Titel „Parental Well-being Surrounding First Birth as a Determinant of Further Parity Progression", wurde in Deutschland durchgeführt—und hier haben wir vor Kurzem Japan als das Land mit der niedrigsten Geburtenrate der Welt übertroffen.

Margolis und Myrskylä wollten den Unterschied zwischen der gewünschten Kinderzahl und der tatsächlichen Kinderzahl der Menschen verstehen. Deutsche wollen zum Beispiel laut eigenen Angaben im Durchschnitt zwei Kinder, aber kriegen letztendlich nur anderthalb. Diese Statistik legt nahe, dass es eine riesige Anzahl von Leuten gibt, die es sich nach dem ersten Kind anders überlegt. Warum sollte das der Fall sein?

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Die Studie gibt einem „Nachlassen des Wohlbefindens nach der ersten Geburt" die Schuld, auch bekannt als „unglücklich sein".

Um Daten zu sammeln, fragte die Studie Menschen über einen Zeitraum von fünf Jahren, von drei Jahren vor der Geburt des ersten Kindes bis zwei Jahre nach der Geburt, nach ihrem „allgemeinen Wohlbefinden". Die Fragen drehten sich nicht direkt ums Elterndasein, da es ein „Tabu" dagegen gibt zuzugeben, dass einem die eigenen Kinder das Leben aussaugen.

Das Nachlassen des berichteten Wohlbefindens geht über das hinaus, was man aufgrund von schlaflosen Nächten und vollen Windeln erwarten würde. Tatsächlich kam das Unglücksgefühl erst recht besorgniserregende zwei Jahre nach der Geburt zum Vorschein. Und dann handelte es sich um echtes Elend.

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Die Washington Post betont, die sei nicht die einzige Studie, in der Leute während einem bestimmten Lebensereignis ihr Glücklichsein auf einer Skala von 1-10 bewerten sollen. Da es andere solche Forschung gibt, können wir ein paar schnelle Vergleiche anstellen. Zum Beispiel berichten Menschen nach einer Scheidung ein durchschnittliches Abfallen von 0,6, und einen vollen Punkt für das plötzliche Dahinscheiden eines Partners oder einer Partnerin. Die Geburt eines ersten Kindes? Übertrifft all das mit einem durchschnittlichen Nachlassen von 1,6 mit Leichtigkeit.

Die Studie teilte Quellen des Unglücks in drei Kategorien ein. Die erste und zweite Kategorie bestand aus den Schwierigkeiten der Empfängnis, der Schwangerschaft und der Geburt: Fruchtbarkeitsprobleme, Übergeben und dergleichen. Die andere Kategorie war das „kontinuierliche und intensive Wesen der Kindererziehung im ersten Jahr", zu dem Strapazen wie „Depressionen, häusliche Isolation und Zusammenbruch der Beziehung" zählen.

Wenn du bald Kinder kriegen willst, kannst du dich also schon mal auf Depressionen, Einsamkeit und Streit mit deinem Partner freuen.

Margolis und Myrskylä betonen allerdings auch, dass es sich hierbei nur um die Probleme frischgebackener Eltern handelt und nicht um die Eltern von Grundschulkindern oder bereits erwachsenen Menschen, denn soweit wir wissen, könnte das ja ein Riesenspaß sein. Das rührt daher, dass die Studie einzig und allein die Familiengröße in Deutschland untersuchen wollte. Sie fügen hinzu, dass nur mit weiteren Nachforschungen ergründet werden könne, „wie Elternerfahrungen im Laufe des Lebens das Fruchtbarkeitsverhalten nach oben oder unten beeinflussen können."

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