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1. Kollegah ist kein richtiger Youtuber
Mir persönlich ist nicht richtig klar, durch was sich jemand, der für Online-Plattformen Video-Content erstellt, zusätzlich noch verifizieren muss, um von der Generation OMG ernstgenommen zu werden. Den Betreibern des Webvideopreises anscheinend auch nicht, sonst hätten sie ihr Regelwerk wahrscheinlich den Vorstellungen desillusionierter, deutscher Teenis angepasst. Ihnen zufolge dürfen nämlich nur Leute ausgezeichnet werden, die ihre Videos selbst aufgenommen und geschnitten haben. Dass in aller Regel keine Einzelpersonen, sondern die jeweiligen Kanäle (einschließlich aller daran Beteiligten) ausgezeichnet wurden, wird dabei gerne vergessen. Dass auch im TV-Bereich umtriebige Teams wie beispielsweise Etienne und Simon von Rocket Beans/Game One bei Schnitt und Spezialeffekten allein aus Zeitgründen ebenfalls auf Cutter und Mediendesigner zurückgreifen, anscheinend auch. Don’t hate the player, hate the game. Wenn die Vergabekriterien seitens der Ausrichter nicht enger gesteckt sind, gewinnen dann eben die Profis.Bin grad #wvp14 am Nachholen und Leute, mal ganz im Ernst?!?! Kollegah gewinnt drei, DREI Preise, obwohl er nich ma n richtiger YTer ist!?!?
— Nummer 5 (@HasTigerhai) 25. Mai 2014
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2. Das Voting-System ist unfair, weil Kollegah zu viele Fans hat
Der WVP wird zu gleichen Teilen von einer Jury und durch ein User-Voting entschieden. Sprich: Je mehr engagierte YouTube-Anhänger du hast, umso wahrscheinlicher ist es, dass du dir den Internet-Oscar in die Wohnzimmervitrine stellen kannst. Jetzt ist natürlich jemand, der in regelmäßigen Abständen durch Deutschland tourt, hunderttausende CDs verkauft und von TV-Show zu TV-Show pendelt, im Allgemeinen deutlich bekannter als Personen, die auf YouTube ihre Pickel ausdrücken. Was aber bedeutet dieses Prominenz-Gefälle für einen Nerd-Preis, der innerhalb einer recht speziellen Community verliehen wird? Wahrscheinlich nichts. Vor allem wenn man bedenkt, dass Kollegah auf keinem seiner Social Media-Accounts zum Voting aufgerufen hat.Wie wäre es wenn YouTuber gewinnen die vorher keine Promis waren? #wvp14
— Dr. Super-Kawaii (@Razerlikes) 24. Mai 2014
3. Kollegah hat kein Niveau und vergewaltigt Frauen
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#webvideopreis - Genau wir brauchen dringend mehr Preise um homophobe Assirapper auszuzeichnen. Demokratie funktioniert nicht. QED.
— Batz (@Batz) 25. Mai 2014
Wer über den Penis hinweggekommen ist, hat dann aber auch direkt den nächsten großen Skandal gefunden. Der hat zwar nichts mit der Preisverleihung oder dem abgelieferten Web-Content zu tun, aber die Grenzen zwischen Recht und Unrecht scheinen zu verschwimmen, während man weinend über den stagnierenden Abonnenten-Zahlen zusammenbricht. Ich tue mir immer schwer damit, Rapmusik der etwas härteren Ausdrucksweise anderen Menschen erklären zu wollen und komme mir dabei auch immer ein bisschen vor, als wollte ich „Killerspiele“ vor 60-Jährigen CDU-Politikern verteidigen, aber ganz ehrlich: Eine acht Jahre alte Line, die zugegebenermaßen nicht zum sprachlich Cleversten gehört, was Kolle jemals abgeliefert hat, macht ihn noch lange nicht zum Posterboy der „Rape Culture“.Na dann mal Gratulation zum deutschen Webvideopreis. (TW: Vergewaltigung) pic.twitter.com/TtrqTzrElq
— Martin Pittenauer (@map) 25. Mai 2014
