
Man kann die Teilnehmer dieser Demos grob in drei Gruppen einteilen. Einmal (und das ist mit Sicherheit der größte Anteil) sind da die guten deutschen Bürger, die irgendwie total scheiße finden, was da gerade in der Ukraine vor sich geht. Man ist so’n bisschen spirituell und freut sich total, wenn man jemand anderen trifft, der auch so’n bisschen spirituell ist. Und Frieden ist doch auch total cool. Alle wollen doch Frieden. Das Problem an dieser Sichtweise ist dann allerdings die zweite Gruppe. Das sind Neonazis, NPD-Funktionäre, Verschwörungstheoretiker und (mehr oder weniger) subtile Antisemiten, die versuchen, den diffusen Friedenswunsch der Mehrheit in hässliche Bahnen zu lenken. Der herrschende Konsens, der von der dritten Gruppe, den Organisatoren und Rednern, auf diesen Demos bestimmt wird, scheint zu sein, dass das Konzept von Links und Rechts überholt ist, und dass doch einfach alle zusammen für den Frieden arbeiten sollen. Um ehrlich zu sein, bezweifele ich aber, dass sich mein Konzept von Frieden mit dem eines NPD-Anhängers deckt, was auch ziemlich schnell das Problem in dieser Argumentation aufzeigt.

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