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Vice Blog

Meine Freundinnen waren Teenager Dominas

Während der letzten Jahre sind ein paar meiner Freundinnen in einem der halbseidenen Etablissements New Yorks ziemlich erfolgreich geworden. Zum ersten mal habe ich Valentina in der Mittelschule getroffen, genauer gesagt, bei einer...
28.9.10

Während der letzten Jahre sind ein paar meiner Freundinnen in einem der halbseidenen Etablissements New Yorks ziemlich erfolgreich geworden. Zum ersten mal habe ich Valentina in der Mittelschule getroffen, genauer gesagt, bei einer Feier im John Jay Park. Sie sah wie eine normale, unschuldige Schülerin aus, was sie auch war. Und wenn mir jemand erzählt hätte, dass sie ein paar Jahre später in einem Domina-Studio in Chelsea ihren Fuß in den Mund eines Typen schieben würde, hätte ich ihm eine geklatscht.

Ein paar Jahre später habe ich Scarlett in Thompkin Square getroffen und kurz danach tat sich Scarlett mit Valentina zusammen, um im dunklen Abgrund der verborgenen Welt der New Yorker Verliese unterzutauchen.

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Während die beiden Mädchen im Domina-Gewerbe ihr Geld verdienten, besuchten sie parallel die High School. Nach dem Unterricht eilten sie zu ihrer Arbeit, warfen sich in die Lack,- und Lederklamotten und machten das, was Klienten von ihnen wollten. Ich kannte die beiden schon seit Jahren, musste aber bis zur letzten Woche nicht genau, was ihnen dabei durch die Köpfe ging.

Vice: Scarlett und Valentina, wie seid ihr zu Dominas geworden?

Valentina: Scarlett und ich sind mit 18 bei unseren Eltern ausgezogen. Damals lebten wir zusammen und waren auf der Suche nach einem Job. Wir wollten aber nichts machen, wo man nur ein Minimum verdient. Also dachte ich: „Warum eigentlich nicht? Man muss mit den Kunden nicht schlafen und es ist leicht verdientes Geld. Ich bin gut in Psychospielen und es macht mir nichts aus, Menschen wie Scheiße zu behandeln.“ Es war für mich der perfekte Job und es kostete uns beide keine Überwindung. Acht Monate lang haben wir das nebenbei, quasi freiberuflich gemacht. In dieser Zeit haben wir gelernt, was Geldverdienen eigentlich bedeutet. Zu dem Zeitpunkt waren wir immer noch in der High School. Also sind wir morgens zum Unterricht gegangen und sind dann nach dem Unterricht zum Studio geradelt. Unsere Schicht fing um 13:30 an. Im Studio sind wir den ganzen Tag geblieben und haben sogar dort unsere Hausaufgaben gemacht.

Habt ihr nur für diese Firma gearbeitet?

Scarlett: Wir haben nur in diesem Studio in Chelsea gearbeitet. Sie hatten eine Homepage mit den Profilen aller Mädchen. Also konnten sich die Kunden durchklicken und sich welche aussuchen.

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Valentina: Es ist verrückt. In diesem Gebäude war ein Yoga Studio, Meditationscenter und im Keller ein Domina-Studio. Alle wussten was da los war, weil die Mädchen in Lack-, und Spitzenklamotten, auf ihren Stahl-Stöckelschuhen zum Telefonieren rausliefen oder sich etwas zu essen holten. Manche Geschäfte in der Nachbarschaft haben den Mädchen sogar einen Discount gegeben.

Wem gehörte das Studio?

Scarlett: Es gab ein paar undurchsichtigen russische Manager. Eine Frau war dabei , die aber nur sonntags gearbeitet hat. Sie war der größte Junkie den ich je gesehen habe.

Valentina: Aber cool war sie.

Scarlett: Trotzdem war sie ein Junkie. Sie hat ihre Katze im Kinderwagen vor sich hergeschoben.

Wie sieht das Studio von innen aus?

Scarlett: Wenn man reingeht, dann kommt man zuerst in eine Lounge mit den ganzen Fetisch-Accessoires. Wir mussten immer einen Korb mit all dem Zeug füllen, bevor eine Session losging. Da hatten wir alles mögliche drin. Zum Beispiel wollte ein Typ, dass wir ihn wie eine Mumie einwickeln.

Valentina: Es sind sieben verschiedene Räume. Das Arztzimmer, die Folterkammer, sogar ein Wrestling-Raum. Ein Zimmer war wie der Ming-Palast eingerichtet. Es hatte diese verrückte orientalische Dekoration, mit einer Schaukel, einem Stuhl und einem Käfig. In dem Raum konnte man Mädchen aufhängen und dann maßregeln. Als ich diesen Raum zum ersten Mal gesehen habe dachte ich: “Oh mein Gott, ich kann es nicht glauben.“ Da würde ich niemals mitmachen, aber die Leute haben es geliebt.

Wurde jemand jemals ernsthaft verletzt?

Scarlett: Einem Typen wurden versehentlich die Eier abgerissen.

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Valentina: Anscheinend hatte er eine sehr dünne Haut. Und ihm wurde ein sehr dünner Strick um den Sack gebunden. Auf jeden Fall mussten ihn dann alle nach draußen tragen. Was willst du in so einem Fall dem Notarzt erzählen?

Wer kam so alles zu euch ins Studio?

Scarlett: Alles Querbeet. Eines Tages kam ein Kunde zu mir, der in meinem Alter war, was mich echt schockiert hat. Viele hassidische Juden kamen vorbei. Viele waren noch nicht mal 19 und sie wollten Frauen züchtigen. Wir hatten einen Kriegsveteranen, der sich gerne verkleidet hat. Einige dieser Erfahrungen waren echt traurig. Ein Typ kam aus dem Krieg, wo er angeschossen wurde. Seine Wunden bluteten immer noch. Die ganze Zeit wollte er nur reden. Er kam mehrmals wieder und wollte sich nur mit mir unterhalten.

Valentina: Meine Favoriten waren Pärchen, die zusammen kamen. Da war auch ein Richter, der uns alle für die ganze Nacht buchte. Wir hatten verrückte 16 Stunden Sessions. Er hat die ganze Zeit gekokst und hat an so einem Abend um die 20 Riesen verpulvert. Er hat alle Mädchen gleichzeitig gebucht. Wir mochten ihn sehr.

Scarlett: Das Beste daran war, dass wir ihm nur ab und an in die Brustwarzen kneifen sollten, was ihn zum Lachen brachte.

Valentina: Einmal hatten wir diese verrückte Session, als der Typ angebunden werden wollte. Danach sollten wir ihm unsere Füße ins Gesicht halten.

War er fett?

Scarlett: Nein, er sah wirklich sehr gut aus.

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Valentina: Er war echt heiß. Er wollte auch, dass wir ihm ins Gesicht spucken. Es war so traurig, weil er so schön war.

Scarlett: Er wollte auch, dass wir ihm unsere Käsefüße in den Mund schieben, bis er fast erstickte und kotzte.

Valentina: Das war ekelhaft. Aber auch sehr einfach zu erledigen. Öfters wurden wir zusammen gebucht, weil wir Freundinnen sind und gut zusammen gearbeitet haben. Scarlett ist eher die Unterwürfige und ich bin die, die Befehle erteilt.

Scarlett: Sie sagt mir was ich machen soll. Es ist echt einfach, weil wir Freundinnen sind. Es ist nicht so, als wäre ich mit einer bösen Domina in einem Raum.

Scarlett: Ein anderer Typ wollte mal, dass ich ihm die ganze Zeit den Fuß kitzle.Er dachte, dass es lustig wäre. Dann musste ich von ihm weglaufen und als er mich eingeholt hat, hat er meinen Fuß gekitzelt.

Valentina: Ein Typ wollte ein Stuhl sein. Die ganze Session saß ich also auf ihm drauf, wie auf einem Stuhl. Eine ganze Stunde lang. Andere Kunden waren noch seltsamer und wollten Scheiße essen.

Wie viele Dominas waren es?

Valentina: So um die 20 Frauen. Wegen der wirtschaftlichen Lage machen es manche Frauen als Hauptjob.

Scarlett: Sie haben mit 15 angefangen und manche von ihnen sind bereits 30 Jahre alt.

Valentina: Rosie ist sogar schon um die 70.

Scarlett: Sie bekommt keine Sessions mehr. Das ist traurig.

Valentina: Sie hängt nur noch da rum und verkauft Klamotten aus ihren guten Tagen.

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Scarlett: Oder zeigt uns Bondage-Tricks.

Valentina: Viele sind emotional instabil. Wenn du es hier ein halbes Jahr durchgehalten hast, dann hältst du es auch zehn Jahre aus.

Macht sich euer Job im Alltag irgendwie bemerkbar?

Valentina: Klar. Ich glaube ich bin dadurch viel perverser geworden. Ich kommandiere gerne Menschen rum.

Scarlett: Es war eine Lernerfahrung für mich. Ich wusste vorher nicht, dass die Menschen so etwas machen.

Valentina: Es zu erleben und vor allem mit jemandem in einem Raum zu sein, der genau weiß, was er will, ist irgendwie wild. Ich sehe die Menschen nicht mehr so oberflächlich und weiß, dass sie alle Geheimnisse haben. Der psychologische Aspekt ist auch sehr interessant, wenn man sich fragt, woher die Menschen diesen Fetisch haben. Hat es mit den Kindheitserinnerungen zu tun, als sie zum Beispiel von den Eltern geschlagen wurden. Es ist immer eine Verbindung zum Fetisch. Ich sehe das alles als eine Lernerfahrung.

Scarlett: Wir arbeiteten so viel, dass wir am Wochenende fast gar nicht ausgingen. Manchmal waren wir Tag und Nacht da.

Scarlett hat einen Freund, mit dem ich auch gesprochen habe.

Was denkst du über die Arbeit deiner Freundin?

Freund: Es macht mich total fertig, wie viel Geld sie in 15 Minuten verdienen kann. So viel kriege ich nicht mal für den ganzen Tag. Es macht mich auch fertig, dass alle diese Typen diese abgefahrenen Fetische haben. Anscheinend ist da etwas falsch gelaufen. Wenn man aus der Perspektive eines Mannes schaut, was sie wollen und was sie machen, dann ist es total verrückt. Wie lange kann man einem Typen Sex vorenthalten, der ein Fetischfreak ist? Ein Typ, der deine Füße schon monatelang anschaut, denkst du, dass er nicht mehr haben möchte? Glaubst du, er wird nicht irgendwann mal zupacken?

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Scarlett: Eines Tages habe ich ihn bei einer Session zuschauen lassen, damit er weiß, wie es da abläuft.

Freund: Ich habe diese Typen gesehen. Sie sind auf ihm rumgetrampelt, während er ein Seidenhemnd trug. Er ist bis zu meinem Haus gefahren, um ihr Geld zu geben, falls sie welches braucht.

Scarlett: Wir sind Freunde. Wir unterhalten uns. Ein Typ, wir nennen ihn Sklaven Joe, wollte uns sogar noch etwas beibringen. Er hat uns zum Dinner mitgenommen und wir ihn in einen Club.

Hattest du schon mal was mit dem Job zu tun?

Freund: Absolut nicht. Ich behalte lieber meinen.

Scarlett: Manchmal haben wir auch Sprayer angeheuert, die schwulen Typen in den Mund gespuckt haben.

Freund: Aber die verdienen weniger als du.