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Reisen

Korea-Pop

Boybands, oder genauer gesagt das Genre des K-Pop (Korea-Pop) ist in ganz Korea eine äußerst lukrative Investition. Der Markt boomt und die Nachfrage ist riesig.
5.1.11

Hin und wieder sieht man beim VGTE sehr bewegende Themen. Wir spielen mit armen Kindern in der Kanalisation oder hängen mit Mafiosis auf russischen Märkten ab. Vor kurzem war ich in Südkorea und verbrachte etwas Zeit mit einer koreanischen Boyband.

Boybands, oder genauer gesagt das Genre des K-Pop (Korea-Pop) ist in ganz Korea eine äußerst lukrative Investition. Der Markt boomt und die Nachfrage ist riesig. Diese Faszination an den einheimischen Popstars soll in erster Linie  möglichst viele Platten an den Konsumenten bringen, doch viel wichtiger ist die komplette Eroberung des Alltages. Überall soll man seine Lieblinge wiederfinden, auf Socken, Wasserflaschen, Sticker-Sammeln-Packungen, überall wo das Gesicht von androgynen Koreanern Platz findet.

Das liebe Geld spielt eine bedeutende Rolle und wer viel Geld verdienen will, muss konkurrenzfähig  bleiben. Ich verbrachte meine Zeit in Seoul mit „Teen Top“, eine K-Pop-Band die gerade ihr sehr erfolgreiches erstes Debüt-Album veröffentlicht hat. Sechs bezaubernde, kleine Koreaner, die immer wieder die selben süßen, vorgefertigten Antworten gaben „Ich sehe gut aus und habe den Ruf eines coolen Typen.“ Diese Kids haben alle die Schule abgebrochen, um sich intensiv auf ihr Training konzentrieren zu können. Hier wurden sechs kleine Justin Biebers heran gezüchtet.

Mit allem Respekt, das was hier abgeht kann man nicht mit der Branche in Amerika vergleichen. Sicher ist der Boyband-Guru Lou Pearlman ein wirklich harter Brocken, mit hohen Ansprüchen und immer hungrig nach Erfolg. Doch in Korea verlieren die Kids ihr komplettes Sozialleben, 24 Stunden, sieben Tage die Wochen sind sie in hartem Training, welches nicht nur aus tanzen und singen besteht. In vielen Übungsstunden, wird das komplette Leben ein-choreographiert. Richtig Interviews geben, mit der richtigen Mimik, der richtigen Körperhaltung, so wie es das Management gern haben möchte.

Man ist hin und her gerissen, zwischen sich darüber lustig machen und der Akzeptanz der harten Wahrheit. Soll man nun lachen oder weinen? Hier ein gutes Beispiel:

Versteht ihr jetzt was ich meine? Es fühlt sich wie ein Witz an, über den man aber nicht lachen darf.