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Sex

Alles, was du über das Sexleben in der Schweiz wissen willst

In welchem Kanton sind Dreier am populärsten? Wie verbreitet ist Anal? Werden Seitensprünge gebeichtet?
21.11.16
Foto: Love Life, Bundesamt für Gesundheit

Der Bund hat im Rahmen seiner Love Life-Kampagne eine repräsentative Studie durchführen lassen, für die rund 30.000 Personen zu ihrem Sexleben befragt wurden. Wir haben die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst.

Sexpartner

Eine typische erwachsene Frau in der Schweiz hatte in ihrem bisherigen Leben laut der Studie sechs Sexpartner, der Durchschnittsmann sieben Sexpartnerinnen. Die Zahl der Sexpartnerinnen und -partner ist aber ungleichmässig verteilt. Fast jede fünfte Person hatte bereits mit 20 oder mehr Personen Sex und nur gerade 13 Prozent haben in ihrem Sexualleben nie ihren Partner oder ihre Partnerin gewechselt.

Fast 40 Prozent der Befragten hatten bereits mit 10 oder mehr Personen Sex. Weiter zeigt die Befragung, dass Menschen aus der Westschweiz mit einem Median (Masszahl für die Durchschnittsperson) von 7.1 etwas mehr Sexualpartner hatten als jene aus anderen Regionen der Schweiz.

Screenshot aus der Studie "Sex in der Schweiz"

Es zeigt sich zudem ein Stadt-Land-Graben: Typische Grossstädter hatten mit einem Median von 8.1 deutlich mehr Sexualpartner als Landbewohner mit 5.6. Die Agglo nimmt mit einem Median von 6.6 eine mittlere Position ein. Mit einem Medianwert von 12.3 Sexualpartnern positioniert sich Basel-Stadt mit einem deutlichen Abstand zu anderen Kantonen zuoberst auf der Rangliste.

Sexpraktiken

Dem Blick wurden als einziges Medium auch die Zahlen zu den verbreiteten Sexpraktiken direkt zugänglich gemacht. Wie die Zeitung schreibt, ist Basel-Stadt laut der Studie die Dreier-Hochburg der Schweiz: 29 Prozent der Befragten gaben an, Sex zu dritt schon einmal ausprobiert zu haben. Gesamtschweizerisch hatten 18 Prozent der Befragten schon eine Menage à trois. Gruppensex wollen 18 Prozent gehabt haben und anonymen Sex 9 Prozent.

Analsex haben laut der Befragung schon 54 Prozent der Befragten ausprobiert. Hier gibt es einen weiteren Graben entlang der Sprachgrenze: Im Jura, Wallis und Neuenburg hatten 65 bis 70 Prozent der Erwachsenen bereits einmal im Leben Analsex. Knapp dahinter folgen die Waadt mit 60 bis 65 Prozent sowie Genf und das Tessin mit 55 bis 60 Prozent. Bei den Deutschschweizer Kantonen ist Analsex einzig im Thurgau von einer Mehrheit ausprobiert worden. 55 bis 60 Prozent der Befragten gaben an, so schon Sex gehabt zu haben.

Fremdgehen

27 Prozent aller Personen, die nicht regelmässig für Sex bezahlen, gingen in einer festen Beziehung schon einmal fremd. Frauen sind treuer als Männer, rund jede Vierte gibt an, schon einmal fremdgegangen zu sein, während 31 Prozent der Männer sagten, sie hätten schon einmal sexuelle Kontakte ausserhalb der festen Beziehung gehabt.

Fast die Hälfte all jener, die schon fremdgegangen sind, haben bei der Aussenbeziehung auch schon auf die Benutzung eines Kondoms verzichtet. Davon wiederum sprechen nur jede und jeder Zweite mit dem festen Partner oder Partnerin, darüber, dass keine Kondome verwendet wurden.

Prostitution

Dass der typische befragte Mann einen Sexpartner mehr aufweist, als die typisch befragte Frau, ist laut der Studie hauptsächlich der Effekt von Sex gegen Bezahlung, was ein fast ausschliesslich männliches Phänomen sei.

Fast die Hälfte der Männer, die für Sex bezahlen, hatten in ihrem bisherigen Leben 20 und mehr Sexpartnerinnen. Bei den anderen Männern umfasst diese Gruppe 18 Prozent. Zwar bezahlen weniger als 14 Prozent der Männer regelmässig für Sex, mit ihrer hohen Anzahl an Sexualkontakten beeinflussen sie jedoch den Durchschnitt.

One-Night-Stands

Knapp die Hälfte der Befragten hatte im bisherigen Leben mindestens einmal Gelegenheitssex ohne Kondom, Männer (51 Prozent) etwas häufiger als Frauen (45 Prozent). Etwas deutlicher sind die Unterschiede bezogen auf die sexuelle Orientierung. Zwei Drittel der befragten Schwulen hatten bereits Gelegenheitssex ohne Kondom. Bei den Frauen ist es die Gruppe der Bisexuellen, die mit 62 Prozent den grössten Anteil aufweist. Bei den schwulen Männern und den bisexuellen Frauen handelt es sich um jene Gruppen, die auch am häufigsten Gelegenheitssex haben und damit am häufigsten überhaupt Gelegenheit haben, es ohne Kondom zu tun.

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