Das ist die "Schrippen-Mutti" von Berlin

Es ist eine bittersüße, irre Geschichte, wie aus Inge Schulze die stadtbekannte "Schrippen-Mutti" wurde und damit das, was man in Berlin ein "Original" nennt.
19.3.17

Es kommt vor, dass Inge Schulze auf der Straße angebrüllt wird. "Schrippen-Mutti!", rufen sie dann und freuen sich sehr, denn so kennt man sie in Berlin. Seit nun 25 Jahren fährt sie durch das Berliner Nachtleben, raucht da und dort eine Fluppe und verkauft belegte Brötchen. "Schrippen" eben: Hackepeterbrötchen, Käse und Schinken, Schnitzelbrötchen. Und ihre hausgemachten Buletten, die ihre Kunden so lieben. 100 Brötchen verkauft sie in einer Nacht, zwei bis drei Mal ist sie die Woche noch unterwegs. Um 0:30 Uhr verlässt sie das Haus, um 4:00 Uhr ist sie meist wieder da. Mittlerweile ist sie 77, es fällt ihr immer schwerer, das Haus zu verlassen. Spaß macht es ihr aber spätestens dann, wenn sie in die erste Bar kommt.

Sie genießt ihren popstarhaften Auftritt. Die Leute lachen und freuen sich, nehmen sie in den Arm, albern mit ihr herum und lassen sich von ihrem sagenhaften Repertoire an Sprüchen beeindrucken. Sie wollen ihr einen Drink ausgeben, überall soll sie einen mittrinken und von sich erzählen. Sie nimmt dann einen Kaffee. Wenn ihr jemand krumm kommt, fragt sie: "Was ist mit dir los, bist du gegen die Wand gelaufen?" Die Polizisten kennen sie, die Bar- und Bordellgäste, die Taxifahrer und auch die Busfahrer grüßen sie, wenn sie sie in ihrem Piaggio-Roller überholen. MUNCHIES hat Inge Schulze zu Hause besucht und unterwegs begleitet, um zu erfahren, wie sie zur Schrippen-Mutti wurde. Mehr dazu lest und seht ihr hier.