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Sucht der britische Geheimdienst mit diesen Krypto-Rätseln neue Mitglieder?

Die letzte Stufe wurde scheinbar noch immer nicht gelöst.

von Christine Kewitz
01 Februar 2016, 12:30pm

Mit einem stilechten Krypto-Rätsel versah der britische Geheimdienst GCHQ vor einigen Wochen seine Weihnachtsgrüße, die echte Fans tatsächlich noch bis heute beschäftigen. Am Sonntag den 31.1. lief nun der offizielle Einsendeschluss für des Rätsels Lösung aus—aber es ist noch längst nicht bekannt, ob es überhaupt jemand geschafft hat, alle Hinweise zu entschlüsseln. Bisher hat sich zumindest niemand in den einschlägigen Foren geoutet oder gar feiern lassen.

Erst am vergangenen Freitag ermutigte der Direktor der GCHQ, Robert Hannigan, die Kryptofans mit den Worten: „Es sind nur noch wenige Tage und bis jetzt hat keiner alles herausgefunden. Mein einziger Tipp: Es ist nicht so abstrakt wie ihr denkt." Trotz der abgelaufenen Zeit diskutieren auf Reddit noch immer diverse Mitspieler über mögliche Lösungswege, des auf fünf Levels angelegten Rätsels.

Offiziell wurde das Rätsel nicht nur als kleiner Feiertagsspaß ins Leben gerufen sondern auch, um Spenden für wohltätige Zwecke zu sammeln. Ob der Geheimdienst mit dem Puzzle gleichzeitig neue Genies und Krypto-Profis rekrutieren möchte, hat dieser zwar bisher nicht bekannt gegeben, aber nach der Entschlüsselung darf sich der erfolgreiche Solver per Mail beim GCHQ melden. Bereits in der Vergangenheit veröffentlichte der britische Dienst Rätsel, um „fähige Mathematiker, Code-Knacker und Hacker" zu finden.

Zum aktuellen Rätsel bekannte GCHQ-Chef Hannigen: „Ich hoffe, die Stufen des Puzzles vermitteln eine Idee davon, wie wir Großbritannien sicher halten. Wir brauchen Menschen unterschiedlichster Hintergründe mit verschiedensten Fähigkeiten, die Probleme aus allen Blickrichtungen betrachten."

Wollte mich die NSA mit dem schwierigsten Rätsel des Internets rekrutieren?

30.000 Mitspieler haben die ersten vier Runden der Schnitzeljagd vollständig lösen können, so die Website des GCHQ, das sind rund fünf Prozent all derjeniger, die sich überhaupt daran gemacht hatten.

Stufe 1:

Stufe eins des Kryptorätsel. Alle Bilder: GCHQ

Dieses erste Rätsel wurde parallel zu den Weihnachtskarten auf der Seite des GCHQ veröffentlicht. Es handelt sich um eine Art Sudoko, in dem bestimmte Kästchen schwarz eingefärbt werden müssen. Stehen am Rand einer Zeile beispielsweise die Ziffern 3 7 2 müssen in der jeweiligen Zeile dann 3, 7 und 2 zusammenhängende Kästchen geschwärzt werden. Jeweils ein Kästchen muss dazwischen weiß bleiben und die Kombination muss mit den Kästchen in den kreuzenden Spalten übereinstimmen.

Wer die Aufgabe mit diesem Nonogramm erfolgreich löst, erhält einen QR-Code, der zum weiterführenden Rätsel führt. Die folgenden Stufen zwei bis vier kursieren mittlerweile im Internet und sind ebenfalls auf der Seite des GCHQ zu finden, so dass sie hier aufgeführt werden. Wer allerdings lieber alle Levels vollständig alleine finden möchte, sollte die Lektüre hier abbrechen und erst mal den QR-Code ausmalen.

Gareth Moore, Autor für Rätsel und Aufgaben zum Gehirntraining, ist der Schöpfer des Geheimdienstpuzzles. Er offenbarte gegenüber Sky News, das Rätsel „sieht nur kompliziert aus, es ist aber eigentlich nur eine Frage der Geduld".

Stufe 2:

Die Fragestellung in Level zwei sieht nach einem Medizinertest für Kryptofreunde aus und klingt damit generell lösbar. Es handelt sich um eine Multiple-Choice-Aufgabe, bestehend aus sechs Fragen, die alle korrekt beantwortet werden müssen. Diese Fragestellung kann, da es eine unbegrenzte Anzahl von Versuchen gibt, zur Not ganz offensichtlich auch mit einer Kombination aus Fleiß und Geduld gelöst werden, wie der Urheber ja bereits andeutete.

Die Antwort führt wieder zu einem Frage-Antwort-Spiel. Diesmal lässt sich das Rätsel jedoch nicht durch emsige Klickarbeit beantworten.

Stufe 3:

Die Fragestellungen von Level 3 erschließen sich quasi von selbst. Die richtigen Antworten müssen unter dem Rätsel in die passenden Spalten eingetragen werden und führen den Rätselfuchs nun zu einer Website—und somit auf die vorletzte Ebene des Spiels.

Stufe 4:

Bis hierhin haben es fünf Prozent aller Teilnehmer geschafft. Doch nun folgt die komplizierteste Aufgabe des lustigen Spiels. Nur wer die Kombination der fünften Stufe löst, darf sich als qualifizierter Anwärter für den Dienst unter dem britischen Empire fühlen (oder hat sich eine zumindest ebenbürtige Belohnung verdient).

Stufe 5:

Die fünfte Aufgabenstellung erschlägt den Spieler mit schlichter Wucht. Denn im Gegensatz zu den überschaubaren vorherigen Teilen erschlägt Nummer fünf mit einer einschüchternden Anzahl von elf auch platzmäißig ausufernden Rätseln, von denen jedes ein haarsträubendes Quiz für sich selbst ist. Das algebraische Schachspiel oben ist dabei nur ein kleiner Teil der Schatzsuche.

Ein weiterer Bestandteil sind diese bunten Kästchen, die sinnvoll in einem Quadrat angeordnet werden müssen:

Und es gibt auch schlichte Matheaufgaben, die dich spätestens jetzt daran erinnern, dass der Matheunterricht in der Oberstufe doch zu irgendetwas gut war.

Alle Aufgaben von Stufe 5 findet ihr hier. Wenn ihr sie gelöst habt, könnt ihr sie vielleicht doch noch als Nachzügler beim GCHQ einreichen. Oder ihr postet sie bei Reddit. Die kryptofreudigen Redditor freuen sich über jeden Tipp.

Die komplette Lösung aller Rätselrunden wird Anfang Februar auf der Seite des GCHQ veröffentlicht.