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Durchsage vom Erfinder: Pulver-Alkohol durch die Nase zu ziehen ist schmerzhaft

Der Schöpfer von Palcohol erklärt, dass das Schniefen seines Aufgieß-Alkohols unpraktisch sei.
9.5.14
Mark Philips im Video „The Truth about Palcohol“. Screenshot

Als sich vor einigen Wochen die Nachricht verbreitete, dass ein Amerikaner für den von ihm erfundenen Alkohol zum Aufgießen eine behördliche Zulassung beantragt hatte, kam schnell auch die unvermeidliche Frage auf: Wer wird der erste Idiot sein, der ein Vine-Video von sich postet, wie er sich das Zeug durch die Nase zieht.

Nun hat uns auch der Palcohol Erfinder Mark Philips höchstpersönlich versichert, dass das ganze eine dumme Idee ist: In einem Video warnt er seine potentiellen Kunden noch einmal eindringlich, dass das Schniefen seines Produkts sehr schmerzhaft sein kann. Ich wusste zwar nicht, dass ein Besäufnis eine besonders schwierige Aufgabe darstellen kann—aber diese Tatsache hat mehr oder minder geistreiche Menschen nicht davon abgehalten immer neue Wege des Konsums von Alkohol zu finden—von Bierbongs über den analen Alkoholgenuss.

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Vor dem Hintergrund solcher und ähnlicher Erkenntnissen hat es natürlich auch nicht lange gedauert bis das US Alcohol and Tobacco Tax and Trade Bureau Palcohol die Lizenz vor wenigen Wochen auch schnell wieder entzogen hat.

Senator Chuck Schumer reichte dies aber scheinbar noch nicht. Er forderte von den amerikanischen Behörden ein allgemeingültiges Verbot von pulverisiertem Alkohol. Daraufhin sah sich nun der Erfinder Mark Philips zu einer Antwort genötigt und erklärt sich in seinem 16-minütigen Video „The Truth about Palcohol" durchaus selbstkritisch auch verantwortlich für einige enthusiastische Botschaften auf seiner Webseite, die überhaupt erst entscheidend zum behördlichen Verbot beigetragen haben.

Mark Philips sagt aber auch, dass Schumer und seine Kritiker „vollkommen ignorant" gegenüber Palcohol und seiner Nutzung seien. Laut ihm ist es einfach ein besseres Mittel zum Transport von alkoholischen Getränken. Gerne erläutert er auch, dass du für einen Drink rund 0,14 Liter Wasser brauchst, den du gründlich mit einem Beutel Palcohol vermischt bis alles aufgelöst ist. Bei dem Tüteninhalt handelt es sich also nicht um eine mysteriöse extrem starke Gehirnauflösung: „Es ist keine super-konzentrierte Alkoholversion", sagte Philips.

Palcohol scheint sich also eher für einen entspannten Camping-Trip zu eigenen und die Tatsache, dass es eine solche Kontroverse auslöste, ist vor allem ein Beleg für die Folgen von schlechtem Marketing. Philips zählt in dem neuen Video eine Menge der Anschuldigungen gegenüber seines Produkts aus den vergangenen Wochen auf: Schniefen, das vereinfachte Einschmuggeln bei Veranstaltungen, die Möglichkeit der Manipulation fremder Getränke und der vereinfachte Zugang für Kinder.

Philips beeilt sich natürlich zu erklären, dass er sie alle für Quatsch hält. Das Durch-die-Nase-ziehen-Szenario scheint mir tatsächlich das wohl größte Problem darzustellen zu sein. Dagegen ist die Idee, die Tüten vor dem Club in deine Socken zu stopfen wohl eher eine harmlose Begleiterscheinung.

Während Philips noch einmal die Vorteile seiner Erfindung beleuchtet—wie das um ein Drittel verringerte Gewicht im Vergleich zu echtem Alkohol—geht er in seinem neuen „Marketing"-Video gerne noch einmal mit Nachdruck auf das Problem des Schniefens ein: Um auf diese Weise überhaupt eine wirksame Menge in deine Blutbahn zu bekommen, musst du nämlich eine ganze Menge ziehen, und „es brennt sehr stark."