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Kiffer sollen FBI bei der Aufklärung von Cyberkriminalität helfen

Der FBI-Chef plant aufgrund von Fachkräftemangel die restriktive No-Weed-Politik für Mitarbeiter aufgeben zu wollen, um die besten Experten im Kampf gegen Internet-Kriminalität einstellen zu können.

von Christine Kewitz
21 Mai 2014, 9:13am

Cyber-Hacker auf Weedbasis; ob er die FBI-Kleiderordnung am Arbeitsplatz einhalten würde ist nicht bekannt. Bild: flickr/ Wiros | CC BY-SA 2.0

Update 22.5.: FBI-Chef James Comey hat gestern Abend erklärt, dass er lediglich einen Scherz gemacht habe und er den Konsum von Marihuana in keinem Fall gutheißen wollte.

Das FBI hat ein Problem mit seiner firmeninternen Drogenpolitik. Denn, obwohl die Behörde Anfang der Woche weltweit über 90 Cyberkriminelle wegen des Verkaufs von illegaler Software verhaftete, können die Ermittler immer noch dringend Verstärkung von Hackern gebrauchen. Doch, die besten Geeks sind nur allzu häufig auch begeisterte Kiffer und wollen trotz attraktiver Jobaussichten nicht auf ihre Joints verzichten.

Damit befindet sich das FBI in einer Zwickmühle, denn die Behörde fährt eine strikte Politik gegenüber Mitarbeitern mit Marihuana-Interesse. Die Strategie lautet schlicht und einfach: Kiffer werden nicht eingestellt. Für eine Festanstellung beim FBI darfst du in den letzten drei Jahren an keinem Joint gezogen haben.

Der US-Kongress genehmigte dem FBI allerdings in diesem Jahr die Einstellung 2000 weiterer Mitarbeiter, die vor allem die zunehmende Cyberkriminalität bekämpfen sollen. FBI-Chef James B. Comey erklärte nun beim White Collar Crime Institute, einer jährlichen Konferenz in New York:

„Ich muss eine schlagkräftige Truppe aufbauen, die es mit den Cyberkriminellen aufnehmen kann. Und einige von ihnen werden wohl auch gerne auf ihrem Weg zum Vorstellungsgespräch eine Tüte rauchen."

Der angedachte Strategieschwenk passt zur schleichenden Akzeptanz weicher Drogen in den USA. Die Entwicklung geht zwar langsam voran, doch Fernsehspots für medizinisches Marihuana und ein Selbstbedienungsautomat für Weed zeigen, wie überraschend fortschrittlich der legale Weed-Trend auch schon im Detail geworden ist.

Und wenn sich das FBI keine medizinisch erforderliche Marihuanakarte für jeden seiner neuen Arbeitskräfte besorgen möchte, dann sind auch die neuen Überlegungen des FBI-Chefs ein Schritt in Richtung liberalerer Drogenpolitik in den USA. Wenn das Umdenken nun auch noch die anderen Behörden wie die DEA mit ihrem Krieg gegen die Drogen erfassen würde, dann wäre auch den Menschen außerhalb des FBI-Mitarbeiterkreises durchaus geholfen

Comey's Fazit auf der Konferenz jedenfalls lautete (wahrscheinlich mit einem ernüchterten Unterton): „Alle Hacker, die an einem Job interessiert sind, sollen sich bewerben. Egal, ob sie kiffen oder nicht."

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