Ernährung

Eine Zeitreise durch die schlimmsten Diättrends der Geschichte

Von Lord Byrons Essigdiät bis zu den Korsetts des Kardashian-Klans: die Menschheit ist schon seit Jahrhunderten von der Idee besessen, möglichst schnell Gewicht zu verlieren. Egal wie.

von Haley Potiker
28 März 2016, 12:50pm

Image via Flickr user Jamie

Diättrends erfüllen allgemein drei Anforderungen: Sie versprechen beeindruckende Resultate, erfordern einen drastischen Diätplan oder dramatische Veränderungen des Lebensstils und sie werden sehr, sehr beliebt. Der vierte Punkt ist meist, dass sich später rausstellt, dass diese Diäten betrügerisch, gefährlich oder vollkommen unfundiert sind.

Wie viele andere Frauen habe auch ich mich im Laufe der Zeit für unzählige Trenddiäten, Nahrungsergänzungen und Behandlungen eingeschrieben. Ich habe während meines ersten Jahres auf einer weiterführenden Schule sogar selbst einige Diäten erfunden—einmal habe ich mich zum Beispiel ausschließlich von Green Tea Fat Burner Soft-Gels und Truthahnwurst ernährt. Ich habe Infrarot-Anzüge im Sonnenstudio ausprobiert. Ich habe Zellulitecremes, 15-Euro-Säfte und 100-Kalorien-Portionen gekauft. Mit 17 habe ich eine Master-Cleanse-Diät gemacht. Ich habe meine üppigen Mahlzeiten durch Proteinshakes ersetzt. Ich bin Veganer geworden, nachdem ich Skinny Bitch gelesen habe. Zwar habe ich die Kohlsuppendiät nie ausprobiert habe, dafür habe ich ähnliche nur aus Suppen bestehende Diäten gemacht, als ich studiert habe und von Lauch, Cayenne-Pfeffer und Wasser gelebt habe. Dann gab es da noch den Sommer voll Lisdexamfetamin und Barre Concept, der mit einer Angstattacke endete, die mich in die Notaufnahme brachte.

Ich gebe zu, dass mich Trenddiäten vor allem deswegen gereizt haben, weil ich mehr Wert auf ein knochiges Schlüsselbein als auf meine Gesundheit, meine Zufriedenheit und meinen gesunden Verstand gelegt habe. Aber extreme Methoden und fragwürdige Pillen waren auch deshalb so anziehend für mich, weil sie schnelle, sichtbare Erfolge versprachen. Und damit bin ich nicht allein: Über die letzten beiden Jahrhunderte haben Diättrends (und die Autoren, Ernährungsberater, Unternehmer und Stars, durch die sie bekannt wurden) die ungeteilte Aufmerksamkeit unseres Gesundheits- wie auch unseres Selbstbewusstsein bekommen. Von Lord Byrons Tagebuch bis zur Seife, die das Fett einfach wegwäscht—hier eine umfassende Übersicht über die Gesichte der Diät-Trends

1800er: Die Hungerkur

Obwohl Anorexia nervosa erst in den 1870er-Jahren als medizinischer Begriff beschrieben wurde, war das Phänomen der freiwilligen Abmagerung (bzw. des Fastens) damals nicht neues. Wie Joan Jacob Brumberg in ihrem Buch Fasting Girls: The History of Anorexia Nervosa erklärt, verwendete man im Mittelalter für „fastende Mädchen" den Begriff „Anorexia mirabilis" (übersetzt: „wundersame Appetitlosigkeit"). Diesen jungen Frauen wurde nachgesagt, dass sie allein von ihrer spirituellen Hingabe lebten. In der Viktorianischen Epoche waren „fastende Mädchen" Berühmtheiten. Menschen pilgerten von weither und brachten ihnen Spenden in der Hoffnung Gott zu gefallen.

1820: Die Essigdiät

Einige Historiker vermuten, dass der englische Dichter Lord Byron (1788-1824) an einer extremen Körperdysmorphophobie litt, die sich durch Anorexie und Bulimie manifestierte. In seinen Tagebüchern schrieb er ausführlich über seine Versuche, Gewicht zu verlieren, und führte dabei seinen Diätplan und sein Trainingsprogramm sowie seine Ziele und Misserfolge detailliert aus. Der Name „Essigdiät" kommt daher, dass er große Mengen Apfelessig trank, um seinen Hunger zu unterdrücken. Laut dem Historiker Louise-Foxcroft war Lord Byron eine der ersten Diät-Ikonen und „beflügelte damals die Besessenheit der Öffentlichkeit über den Gewichtsverlust von Berühmtheiten".

1829: Graham's High-Fiber Diät

Reverend Sylvester Graham (1794-1851), ein US-amerikanischer presbyterianischer Minister und Erfinder der Graham Cracker, predigte die Bedeutung von Maßhalten, Vegetarismus, sexueller Enthaltsamkeit, häufigem Baden und von Weizenvollkornmehl. Seine Anhänger nannten sich selbst „Grahamisten" und kamen zu Tausenden zu seinen Vorträgen. Graham versicherte seinen Anhängern, dass eine vegetarische Diät ohne Gewürze, Zucker und verarbeitetes Mehl lüsterne Triebe zügeln und der Masturbation ein Ende setzen würde. Graham glaubte nämlich, dass Masturbation die Ursache von Geisteskrankheit und Blindheit wäre.

1863: Die Banting-Diät

William Banting (1796-1878) war ein englischer Leichenbestatter, ein ehemals fettleibiger Mann und der erste, der die Low-Darb-Diät bekannt machte. In seinem offenen „Brief über Korpulenz", einem massenweise gedruckten Pamphlet, beschrieb Banting seinen Weg aus der Fettleibigkeit. Das Pamphlet wurde so bekannt, dass das Verb „to Bant" in englischsprachige Lexika aufgenommen wurde. Seine Anhänger fragten sich gegenseitig, wie das „Banting" lief. Banting wird immer noch gelegentlich praktiziert und obwohl es als ein Vorläufer der Atkins-Diät betrachtet wird, betonen seine Befürworter, dass Banting keine proteinreiche, sondern eine fettreiche Diät mit reichlich Gemüse ist.

1903: Fletschern

Fletschern wird beschrieben als „die Praktik des Essens kleiner Mengen (nur, wenn man hungrig ist) und des sorgfältigen Kauens der Nahrung". Der Mann, nach dem diese Praktik benannt wurde, Horace Fletcher (1849-1919), war ein amerikanischer Ernährungsberater, der den Großteil seines Lebens von Magenverstimmungen und Fettleibigkeit geplagt wurde. 1895 macht er sich daran, den Schlüssel zu guter Gesundheit zu finden. Die Grundsätze, die er entwickelt und propagiert hat, lauteten unter anderem: Iss nur, wenn du hungrig bist, niemals wenn du ängstlich, deprimiert oder nachdenklich bist, kau jeden Mund voll Essen genau 32 Mal und „genieß dein Essen".

Ende der 20er: „Greifen Sie lieber zu einer Lucky, statt zu etwas Süßem"

Die Idee, dass Rauchen den Appetit zügelt, existiert bis heute, aber meistens wir das Ganze begleitet durch bescheidene Selbstironie oder ein bisschen guten alten Nihilismus. 1929 jedoch brachte die Zigarettenmarke Lucky Strike eine Werbekampagne heraus, in der Frauen mit Doppelkinn und in unpassenden Badeanzügen verspottet wurden. „SIND SIE DAS IN FÜNF JAHREN?", lautete die bedrohliche Frage der Anzeige. „Greifen Sie lieber zu einer Lucky." Damals bestanden die Werbungen immer aus zwei Dingen: Aussagen von Ärzten, die erzählten, wie köstlich der angenehme Tabak einer Lucky war, dass es den Hals beruhigt und den Appetit zügelt, und der Erinnerung, dass alles in Maßen genossen werden sollte.

Lucky Strike-Werbung von 1928. Bild: dok1 | Flickr | CC BY 2.0

30er: Die Grapefruitdiät

Diese Diät, die zwei Jahrzehnte später wieder als Hollywood-Diät in Erscheinung trat, versprach Gewichtsverlust, wenn man zu jeder Mahlzeit eine Grapefruit isst. Man glaubte, dass Grapefruits ein spezielles, Fett verbrennendes Enzym besitzen würden. Während dieser Mythos größtenteils aufgedeckt wurde, vermutet man heute, dass der hohe Wasseranteil Grapefruits zu einem natürlichen Appetitzügler macht.

Anfang der 30er: Die „Schlankmacherseife"

Unter dem Slogan „Dick ist dumm" behauptete die Abnehmseife La Parle, dass man damit „ohne Diät oder Sport" abnehmen könnte. Leider war die Seife aber einfach nur eine ganz normale Seife und bestand aus Kaliumchlorid und anderen Grundzutaten.

50er: Die Kohlsuppendiät

Zwar liegt ihr Ursprung in den 50er-Jahren, trotzdem ist die Kohlsuppendiät auch heute noch beliebt. Im Grunde darf man bei dieser Diät über einen Zeitraum von normalerweise sieben Tagen so viel Kohlsuppe essen, wie man möchte, sowie bestimmte andere Nahrungsmittel wie Früchte. Zu den Nebenwirkungen zählen unter anderem Blähungen, Schwindel und Lethargie. Lecker!

50er: Das Vibrationsband

In den 50ern wurden die Virbationsbänder—die mehr Massage als Diät sind—als echtes Abnehmwunder angepriesen. Zu den positiven Effekten zählten angeblich unter anderem die Verbesserung des Stoffwechsels, Gewichtsverlust, mehr Energie, Muskelentspannung, die Steigerung der Sauerstoffversorgung in den Zellen und die Förderung des sympathischen Nervensystems. Während es einen Grund zur Annahme gibt, dass der Blutkreislauf durch die Vibrationen angeregt wird, sind all die anderen Behauptungen vollkommen substanzlos.

60er: Die Makrobiotische Diät

Entwickelt wurde die Makrobiotik von dem japanischen Philosophen George Ohsawa. Ihre Anhänger betrachten die Makrobiotik als „spirituelle und soziale Philosophie des Lebens und Essens". Die Diät besteht angeblich aus dem Gleichgewicht an Yin- und Yang-Lebensmitteln: Zu den „Yin"-Lebensmittel gehören Gemüse, Getreide, Bohnen und Seetang. „Yang"-Lebensmitteln sind Salz, Fisch und Geflügel sowie andere tierische Produkte. Die Verteilung der Nahrungsmittelgruppen ist genau festgelegt: 50-60 Prozent der Kalorien kommen aus Getreide, 25-30 Prozent aus Gemüse und 5-10 Prozent aus Tofu, Tempeh oder anderen Sojaprodukten. Das Kochgeschirr ist ebenfalls begrenzt. Makrobiotik wurde in den 60ern bekannt und wird hauptsächlich mit der Hippiekultur assoziiert.

1963: Weight Watchers

Weight Watchers wurde 1963 von Jean Nidetch gegründet, die sich selbst als „übergewichtige Hausfrau" beschreibt, „die süchtig nach Keksen ist". Heute ist es das weltweit bekannteste Abnehmprogramm und hat mehrere prominente Sprecherinnen. Die Mitglieder besuchen regelmäßige Treffen, bei denen sie sich über Erfolge und Misserfolge austauschen und sich beim öffentlichen Wiegen gegenseitig emotional unterstützen. Essen wird dabei anhand eines Punktesystems gezählt, wobei täglich eine bestimmte Punktzahl erlaubt ist. 2014 hat Weight Watchers 1,3 Milliarden Euro eingenommen.

1970: Die Sleeping-Beauty-Diät

Bekannt wurde die Sleeping-Beauty-Diät durch niemand geringeren als Elvis Presley. Dabei geht es darum, sich selbst über mehrere Tage heftig zu sedieren. Der Grundgedanke dahinter ist, dass man nicht essen kann, wenn man ruhiggestellt ist. Die Sleeping-Beauty-Diät behauptet, dass man seine Pfunde unter dem streng verordneten Einsatz von Beruhigungsmitteln einfach „wegschlafen" kann. Leider machen diese Mitteln stark abhängig und so richtig durchführbar ist dieser Lebensstil auch nicht.

1977: Slim-Fast

Slim-Fast wurde 1977 von dem amerikanischen Geschäftsmann Sim Daniel Abraham, dem Besitzer von Thompson Medical (der Muttergesellschaft der umstrittenen Diätpille Dexatrim), erfunden. Das Programm mit dem Slogan „ein Shake zum Frühstück, ein Shake zum Mittag und dann ein vernünftiges Abendessen", soll beim Abnehmen helfen, indem die Kalorienaufnahme begrenzt und zugleich sicherstellt wird, dass man alle Vitamine und Mineralien bekommt, die man zum Überleben braucht. In den letzten Jahren hat Slim-Fast seine Palette erweitert und verkauft nun neben den berühmten Shakes auch Snack- und Mahlzeitenriegel.

1981: Die Beverly Hills Diät

Die Abnehmmemoiren The Beverly Hills Diet von Judy Mazel haben sich während ihrer 30 Wochen auf der New York Times-Bestseller-Liste fast eine Millionen Mal verkauft. Bei Mazels Sechs-Wochen-Programm darf man in den ersten zehn Tagen nichts essen, außer bestimmte Obstsorten in einer bestimmten Reihenfolge. Sie betont dabei, wie wichtig es ist, wann und in welcher Kombination bestimmte Lebensmittel gegessen werden. 1981 kritisierte die Zeitschrift Journal of American Medical Association die Diät, da sie medizinische Ungenauigkeiten propagiere, und stellte fest: „Nicht nur, dass es keine wissenschaftlichen Beweise gibt, die dafür sprechen würden, diese Diät zu unterstützen. Es widerspricht auch nachgewiesenen medizinischen Erkenntnissen zur Ernährung." Darüber hinaus warnten sie davor, dass die Diät in Zusammenhang mit Mineralstoffmangel und immensem Wasserverlust—verursacht durch Diarrhö—stünde, was Fieber, Muskelschwäche und „ein Gefühl des drohenden Zusammenbruchs" zur Folge haben könnte.

1985: Die Steinzeitdiät

Die Steinzeitdiät (die vor Kurzem unter dem Namen Paleo-Diät neu aufkam) besagt, dass die Menschen des 20. (und 21.) Jahrhundert wieder mit ihren Höhlenmenschenwurzeln in Kontakt treten müssten, indem sie sich ausschließlich von Lebensmitteln ernähren, von denen man annimmt, dass sie während des Paleolithikums zur Verfügung standen. Also viel Obst, Gemüse, Nüsse, Wurzeln und Fleisch, dafür aber keine verarbeiteten Lebensmittel wie Milch, Getreideerzeugnisse, Zucker, Hülsenfrüchte, Öle, Salz, Alkohol oder Kaffee. Heutzutage ist sie die halboffizielle Diät von Cross-Fit. Die British Dietic Association nannte es eine „unausgewogene, zeitaufwendige und sozial isolierende Diät" und einen „todsicheren Weg, um Nährstoffdefizite zu entwickeln".

90er: Die Low-Fat-Diät

Seit Cholesterin in den 80ern mit Herzkrankheitenin Zusammenhang gebracht wurde und das TIME Magazin einen Artikel mit dem Titel „Sorry, aber es ist wahr. Cholesterin ist wirklich ein Killer" herausbrachte, brach die Low-Fat/High-Carb-Diät über uns herein. Ab den frühen 90ern erkannte auch die Snackindustrie diesen Trend und warb mit „fettreduzierten", „Low-Fat-", und „Light-"Versionen beliebter Snacks. Unglücklicherweise führte das fehlende Fett dazu, dass das Essen absolut geschmacksarm wurde—was die Unternehmen durch das Hinzufügen von Zucker, Maissirup und Salz auszugleichen versuchten. Was ziemlich problematisch ist, oder um es in den Worten des National Public Radio zu sagen: „Viele Experten sind sich einig, dass durch den Versuch, ein Problem—und zwar die Herzkrankheiten—zu lösen, indem man den Fettgehalt reduziert hat, andere Probleme wie Diabetes und Fettleibigkeit gefördert wurden."

1996: Die Blutgruppendiät

Die Blutgruppendiät stammt von dem Buch 4 Blutgruppen. Vier Strategien für ein gesundes Leben. von Peter J. D'Adamo, in dem der selbsternannte „Naturopathic Arzt" die Leute dazu ermutigt, bestimmte Diäten nach ihrer Blutgruppe auszuwählen. Die Blutgruppendiät soll die Gesundheit fördern und das Krankheitsrisiko senken. Ich habe die Diät mal unter der Annahme, dass ich die Blutgruppe 0 besitze, ausprobiert. Später hat sich herausgestellt, dass ich Blutgruppe A bin—was mir bei meinen Abnehmversuchen allerdings auch nicht geholfen hätte: Die Blutgruppendiät wurde vor Kurzem als Schwindel entlarvt.

2002: Die Atkins-Diät

Die Atkins-Diät war eine Low-Carb-Diät, die durch den New York Times-Bestsellerautor Dr. Robert C. Atkins berühmt wurde. Obwohl er sein erstes Buch Dr. Atkins' Diet Revolution bereits 1972 veröffentlichte, verhalf ihm erst sein zweites Buch Dr. Atkins' New Diet Revolution zum Durchbruch. Am Höhepunkt ihrer Popularität (zwischen 2003 und 2004) gab einer von elf Amerikanern an, sich nach der Low-Carb-Diät zu ernähren—und auch in Deutschland war das Ganze zwischenzeitlich der absolute Renner. 2005 hielten sich nur noch zwei Prozent der Amerikaner an die Low-Carb-Diät und das Unternehmen meldete Konkurs an.

Screenshot: YouTube

2000er: Die Rohkostdiät

In einer 2003 ausgestrahlten Episode von Sex and the City schleppt Samantha Carrie, Miranda und Charlotte in ein Restaurant namens Raw, wo (in den Worten von Carrie Bradshaw) das Essen kalt serviert wird und ein gewisser Kellner ziemlich heiß ist. Damals war das in. Obwohl es das „Rohkosttum" schon sei den 80ern gibt, wurde es erst im neuen Jahrtausend bekannt. Die Diät basiert auf der Annahme, dass ungekochtes Essen am gesündesten für den Körper ist. Berühmte Anhänger waren unter anderem Demi Moore und Scarlett Johansson. Einige Leute aus Los Angeles haben es jedoch—wie gewöhnlich—etwas übertrieben.

2004: Die Master-Cleanse-Diät

Auch bekannt als die Zitronensaft-Kur. Diese Diät gab es schon eine ganze Weile, bevor sie schließlich durch Peter Glickmans Buch Lose Weight, Have More Energy & Be Happier in 10 Days wieder berühmt wurde. Bei der Master-Cleanse-Diät nimmt man lediglich eine Mischung bestehend aus Wasser, Zitronensaft, Ahornsirup und Cayennepfeffer zu sich. Im Jahr 2006 gab Beyoncé zu, dass sie mithilfe der Master-Cleanse-Diät rund 10 Kilo für ihre Rolle in Dreamgirls abgenommen hat. Ich habe es zuhause ausprobiert und bei mir hat sich ein weißlicher Belag auf der Zunge gebildet.

2010er: Juice Cleanse

Ich gebe zu, ich habe eine Saftkur gemacht. Ich habe Detox-Säfte in einem Discounter gekauft. Mir war klar, dass sie überteuert sind. Heute weiß ich, dass sie zudem auch dumm und ungesund sind.

2013: Der Daniel-Plan

In der Bibel ist Daniel ein unglaublich frommer Mann, jemand, den man um Rat bittet und der die Träume von Königen deutet. Außerdem wird er in eine Löwengrube geworfen und von einem Engel gerettet, hatte vier klare Visionen über den Weltuntergang und ernährte sich überwiegend von Gemüse. Rick Warren interessierte sich vor allem für den letzten Punkt. Als Pastor einer großen Gemeinde in Südkalifornien bemerkte während einem Taufmarathon, dass er und sein Gemeinde ordentlich zugenommen hatten. Also holte er sich Unterstützung von zwei Ärzten und schrieb ein Buch, The Daniel Plan, das naheliegende Diättipps (weniger essen, mehr Sport) mit einem ganzheitlichen, gemeinschaftlichen Ansatz abzunehmen verbindet. Wie gut das Ganze funktioniert hat, ist leider nicht ausreichend dokumentiert.

2013: Die Wattebauschdiät

Dieser Diättrend kam in Online-Chatrooms auf und hat die Leute für kurze Zeit ziemlich ausrasten lassen. Dabei wurden Wattebäusche in Saft getunkt und gegessen, um sich künstlich satt zu fühlen. Wie ABC-News findig feststellte: „Falls Sie nicht gerade eine teure Biomarke essen, bestehen die meisten Wattebäusche nicht aus Baumwolle, sondern aus gebleichten Polyesterfasern, die einen Haufen Chemikalien enthalten." Man sollte das Ganze also eher nicht Zuhause nachmachen.

2015: Die Korsettdiät

Der sogenannte Waist Trainer, der vor allem auf Instagram unglaublich bekannt ist, ist im Grunde ein modernes Korsett. Bei Waist Gang Society—der Marke, die durch Kim, Khloe und Kourtney Kardashian, Amber Rose und Nicki Minaj bekannt wurde—kostet ein solches Korsett umgerechnet um die 100 Euro. Das ist allerdings nicht ganz ungefährlich. Dr. Paul Nassif sagt: „Ich mache mir Sorgen darüber, welchen Effekt es auf die nachgelagerten Bereiche des Darms hat, die in den Beckenbereich gedrückt werden (...) Es besteht die Gefahr, dass innere Organe gequetscht werden, was zu Problemen an den Nieren, dem Magen-Darm-Trakt und den Lungen führen kann."

2015: Teatox

Während es noch zu früh ist, um sagen zu können, ob das „Teatox"-Programm gefährlich oder ineffektiv ist, kann man bereits sagen, dass das Ganze zumindest in den sozialen Medien außerordentlich gut funktioniert. Stars wie Amber Rose, Scott Disick, Kourtney und Khloe Kardashian, Kylie Jenner, Nicki Minaj, Britney Spears, Lindsay Lohan, Snooki und Vanessa Hudgens haben Selfies gepostet, durch die verschiedene Produkte von Teatox promotet wurden und bekannte Magazine haben sie nach kurzer Zeit getestet. Tara Evans für Broadly hat derweil herausgefunden, dass es sich dabei im Grunde um Abführmittel auf Teebasis handelt, die dazu führen können, dass sich die Periode verspätet, die Magenschmerzen und Diarrhö verursachen und die Verhütung negativ beeinflussen. Sexy.