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Wissenschaft

Es gibt einen Grund, warum du Käse und Co. so geil findest

Nein, nicht einfach nur weil fettig gleich köstlich ist. Die Antwort liegt möglicherweise in deiner DNA.

von Daisy Meager
11 Oktober 2016, 10:00am

Wir haben es alle schon mal erlebt: Der nächtliche Käsejieper eskaliert rasch von einer klitzekleinen Scheibe zu einem ganzen Käselaib. Und am nächsten Morgen hast du schon wieder ein unbändiges Verlangen nach einem ordentlichen Butterbrötchen – vielleicht mit Käse?

Doch wir haben gute Neuigkeiten: Wissenschaftler wissen jetzt, warum dir fettiges Essen so gut schmeckt. Nein, nicht einfach nur weil fettig gleich köstlich ist. Es liegt möglicherweise an deinen Genen.

Forscher der University of Cambridge haben herausgefunden, dass Menschen mit einem bestimmten Gendefekt, der zu Übergewicht führt, eine Vorliebe für Essen mit hohem Fettgehalt haben, aber nicht für solches mit viel Zucker.


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Dafür bekamen sie in einem ersten Versuch drei indische Hähnchencurrys, die gleich aussehen und schmecken sollten, die allerdings einen unterschiedlichen Fettgehalt hatten (20, 40 bzw. 60 Prozent). Nachdem sie von jedem probiert hatten, konnten sie danach so viel, wie sie wollten, von einem Curry ihrer Wahl essen. Im zweiten Teil der Studie gab es Eton Mess, ein Dessert mit Erdbeeren, Meringue und Schlagsahne, mit jeweils unterschiedlichem Zuckeranteil (8, 26 und 54 Prozent).

Dabei haben die Wissenschaftler herausgefunden, dass "Teilnehmer mit MC4R-Defekt fast doppelt so viel Curry mit dem höchsten Fettgehalt aßen als die schlanken Teilnehmer und 65 Prozent mehr als die übergewichtigen Teilnehmer ohne Gendefekt."

Beim Dessert sah die Sache jedoch anders aus: "Probanden mit dem MC4R-Defekt haben das Dessert mit dem höchsten Zuckergehalt weniger gemocht als die anderen Teilnehmer. Sie haben von allen drei Desserts wesentlich weniger gegessen verglichen mit den anderen beiden Gruppen."

Sadaf Farooqi, Neurowissenschaftlerin und Autorin der Studie, erklärte uns, warum es wichtig war, dass die verschiedenen Currys und Desserts auch gleich schmeckten: "Die Teilnehmer konnten die Gerichte nicht unterscheiden und das war der Schlüssel. Sie [Teilnehmer mit dem MC4R-Defekt] haben mehr von den fetthaltigeren und weniger von den zuckerhaltigeren Varianten gegessen, was nahelegt, dass das Gehirn irgendwie herausfinden kann, wie viele Nährstoffe bestimmtes Essen enthält."

In vorherigen Experimenten mit Mäusen haben sich ähnliche Zusammenhänge zwischen dem Gendefekt und einer Vorliebe für fettiges Essen gezeigt, die Studie aus Cambridge ist jedoch die erste Untersuchung an Menschen.Sadaf Farooqi meint, dass die ähnlichen Ergebnisse beim Menschen im Kampf gegen Übergewicht helfen könnten, warnt aber auch gleichzeitig, dass auch andere Gene bei Gewichtszunahme eine Rolle spielen. Deren Einfluss auf Essensvorlieben muss noch weiter erforscht werden: "Wir müssen uns auch diese anderen Gene anschauen, ob sie Vorlieben beeinflussen. Wir haben zwar schon viel erreicht, aber es gibt immer noch vieles, das wir nicht wissen."Wenn dich also das nächste Mal die Lust auf Fettiges überkommt, kannst du es einfach auf deine DNA schieben.