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Words

Die schlechtesten DJs und ihre Sync-Buttons, von Prinz William bis Naddel

Wir fordern DJ-Führerschein bei mehr als fünf Presseberichten pro Jahr und Traktorverbot beim zehnten verkackten Übergang.

von Jay Dee MacApfel
23 April 2014, 6:20pm

„Everyone's a DJ, everyone I know", wusste schon Earl Zinger vor zehn Jahren auf seiner gleichbetitelten EP zu berichten. Mit dem ganzen Gewese um EDM, Auflegerei und dem DJ als neuen Rockstar sehen wir auch immer wieder Prominenz (und diejenigen, die sich für Prominenz halten) sich an Plattenspielern ausprobieren.

Bei manchen gehört es zum Protokoll dazu—wie gerade beim Australien-Besuch des Herzogenpaars von Cambridge: Catherine und William durften im Rahmen eines Pressetermins in einem Musikzentrum in Elizabeth an einem Plattenspieler rumfummeln. Tolle Bilder für die Presse, Facepalm für all jene, die ernsthaft mit Schallplattenunterhaltung ihr Geld verdienen—ein Blick in deine Facebook-Timeline genügt um zu verstehen, was ich meine.

Oder nehmen wir:

Prince Charles

Wie's Gescherr, so der Herr bzw. umgekehrt: Schon Williams Vater durfte sich für die Presse hinter dem Mischpult zum Affen machen, Knöpfchen drehen, Regler schieben. Wir erinnern nur ungerne an seinen Besuch in Toronto, aber irgendwer muss es ja machen. Szenenapplaus gab es für Charles' Unbeholfenheit auch reichlich.

Aber es gibt noch deutlich bemitleidenswertere ‚Promis', die sich als ‚DJs' ausprobieren, wie unsere Liste zeigt.

Oliver Pocher

Noch peinlicher als des deutschen Moderators und Comedians Bemühungen an den Pioneers und seinen versemmelten Übergängen sind seine eingestreuten Ansagen. Mikrofone haben—bis auf sehr wenige Ausnahmen—nichts an einem DJ-Pult zu suchen. Lasst die Musik für euch sprechen und labert keine Animationen über euer Set. Man muss feststellen: Pocher ist sowieso schon die Karikatur seiner selbst.

Micaela Schäfer

Bei Frau Micaela Schäfer ist eh längst alles egal, hauptsache sie kann sich möglichst nackt vor möglichst vielen Kameraobjektiven präsentieren. Die Berufsnackte wird immer dort gebucht, wo der Veranstalter billige Aufmerksamkeit für seine Großraumdisco und der gemeine männliche Partygänger was zum Glotzen braucht—Musikauswahl und Darbietung egal, solange es hinter dem Pult nur genug wackelt. Den Rest besorgen dann ein vom Laptop abgespielter DJ-Mix (für die Tänzerin und DJ-Darstellerin) und billiger Alkohol (zur Betäubung für die Gäste)—sonst würde die Stimmung womöglich noch kippen.

Jimi Blue

DJ Brando, noch nie gehört? Nicht so schlimm. Jimi Blue Ochsenknecht versucht sich unter dem Namen als DJ, wobei er wie die meisten ohne Skills und Musikgeschmack mit Flangereffekten und Serato Scratch als computergestütztes DJ-Tool zu glänzen versucht. Während er technisch zwar wenigstens etwas weiter als alle in dieser Liste versammelten ‚Künstler' spielt, muss man bemerken: Ein gelungener Übergang macht noch keine Party.

Noah Becker

Gleich dahinter kommt schon Noah Becker, Sohn eines deutschen Tennisprofis. Noah bringt natürlich auch seinen Laptop mit, der Sync-Button ist sein bester Freund. Und dann kommt erst sein Kumpel Jimi Blue.

Paris Hilton

Die oberste Facepalm unter den Promi-DJs ist sicherlich Paris Hilton, die nicht nur in São Paulo eindrucksvoll bewies, wie man ein Set voll gegen die Wand fahren kann.

Paul Jahnke

Wer erinnert sich noch an diesen Bachelor? Wir, leider. „Those Days are Gone" dudelt er im unterstehenden Video, und so trostlos wie die Textzeile der Swedish House Mafia verlief ja auch seine, ääh, Karriere. Aber was will man von Bierzelt-DJs schon anderes erwarten?!

Pierre Sarkozy

Es gibt wohl bessere Berufsbezeichnungen als „Ex-Präsidentensohn", weshalb sich der Franzose Pierre Sarkozy unter dem Alias DJ Mosey eben als Nachtlebenanimateur versucht. Leider: es hilft nicht.

Giulia Siegel

Giulia Siegel gehört ja fast schon zu den Veteraninnen der hinteren Riege an Musikspielern, weshalb sie zu ihren mediokren DJ-Künsten die mit Strasssteinen besetzte Kopfhörer-Krone trägt.

Nadja Abd El Farrag

Die Fremdscham. Alles, was falsch ist an Menschen mit Selbstwahrnehmungsstörung in einem Video. Danach kann nichts mehr kommen. DJ Naddel, und bitte.

Wir könnten hier endlos weitermachen und Mitschnitte von Will.I.Am (Black Eyed Peas), Nick Carter (Backstreet Boys), Georgina, Lindsay Lohan, Grimes, Erykah Badu, Thom Yorke, Alexa Chung, Gina Lisa, ach: hunderten bei ihren leidlichen Gehversuchen hinterm Pult aus YouTube hervorzerren. Stattdessen nochmal zum mitschreiben:

Der Sync-Button ist nicht mehr als computergestütztes Beatmatching.
Der Sync-Button macht aus dir keinen DJ.
Der Sync-Button verschafft dir weder Kredibilität noch Gigs oder eine volle Tanzfläche.

Wir fordern: Pflicht zum DJ-Führerschein bei mehr als fünf Yellow-Press-Berichten pro Jahr und Traktorverbot beim zehnten verkackten Übergang.

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