Rechtsruck in Österreich: Die lokale Rap-Landschaft wehrt sich

"Vielleicht sind wir sick, aber wie sick ist bitte Österreich?!" Die beiden Rapper Kid Pex und Kroko Jack veröffentlichen einen Disstrack gegen Strache, Kurz und Kickl, T-Ser lässt mit #nichtmituns nicht locker. Und das ist dringend notwendig.

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15 November 2018, 4:15pm

Pünktlich zur wöchentlichen Donnerstags-Demo gegen die rechte Regierung in Österreich, hauen die Linzer und Wiener Rapper Kroko Jack und Kid Pex nun einen Disstrack gegen die Regierung raus. Im neuen Video zu "So viel Polizei" strecken sie nicht nur der Regierung rund um Strache, Kickl und Kurz den Mittelfinger ins Gesicht, sondern rechnen auch mit der zunehmenden Polizeigewalt ab.

"Innenminister Kickl zeigt sein kleines Pipi / er hat einfach kein Glück bei den Frauen / er schenkt sein Herz Mussolini", spucken die beiden Rapper in Richtung Minister und machen klar, was sie von der rechtspopulistischen Regierung halten: "Sie tun so als ob sie uns mögen, obwohl sie uns eigentlich hassen / sie wollen wegschauen, wenn die Babys schreien in der Gasse".

Der Linzer Kroko Jack und der Wiener Kid Pex werden in der HipHop-Szene schon lange gefeiert. RAF Camora bezeichnete Kroko Jack in einem FM4-Interview sogar als "besten Rapper der Welt". Ihre Bekanntheit verdanken sie auch ihrem politischen Engagement: So knöpfte sich Kid Pex 2016 im Zuge der Präsidentschaftswahl FPÖ-Kandidat Norbert Hofer mit einem Track vor, während Kroko Jack sich in "Bledsinn" für Flüchtlinge stark machte.

Auf den Rechtsruck in der Regierung machen nicht nur Kroko Jack und Kid Pex aufmerksam, sondern auch der Rapper T-Ser. Erst Anfang Oktober wurde der Wiener zusammen mit seinen Label-Kollegen in einem Park von der Polizei kontrolliert. Noisey berichtete über den Vorfall. Mit #nichtmituns wollen sie auf rassistische Amtshandlungen der Wiener Polizei und “racial profiling” aufmerksam machen. Jetzt legten sein Team und er nach und schilderten den Vorfall erst kürzlich ausführlich per Video auf YouTube:

Österreich, you have a problem. Dabei meinen wir nicht ein paar "harmlose" Ausrutscher oder ein bis zwei Abgeordnete aus dem braunen Sumpf, sondern eine ganze Regierung die sich Hetze und Rassismus an den Briefkopf schreibt. Die gibt so viel rassistischen Irrsinn von sich, dass es fast verwundert, warum Disstracks nicht schon die österreichischen Charts füllen.

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