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Näherinnen in Bangladesch machen immer noch die Hölle durch

Vor vier Jahren kamen beim Einsturz der Rana-Plaza-Textilfabrik 1.129 Menschen ums Leben. Die Tragödie wäre vermeidbar gewesen – trotzdem hat sich an den Arbeitsbedingungen seither nichts verändert.

von Claudio Montesano Casillas
25 April 2017, 8:15am

All photos by Claudio Montesano Casillas

Am 24. April 2013 stürzte das Rana Plaza ein – ein hohes Fabrikgebäude in der Hauptstadt von Bangladesch. Dabei starben 1.129 Menschen, über 2.500 wurden verletzt. Die Personen, die bei dem Unglück ums Leben kamen, waren allesamt Arbeiterinnen und Arbeiter aus Bangladeschs boomender Bekleidungsindustrie. In ihr sind rund 3,5 Millionen Menschen beschäftigt, der Großteil von ihnen ist weiblich.

Der Gebäudeeinsturz in Sabhar zählt zu den schlimmsten menschengemachten Unglücken in ganz Bangladesch. Dabei wäre die Tragödie vermeidbar gewesen: Angeblich war schon seit Längerem bekannt, dass es Risse in der Bausubstanz gab, die von den Besitzern des Gebäudes aber einfach ignoriert wurden. Rund 80 Prozent der Arbeiter, die an diesem Tag ums Leben kamen, waren Frauen zwischen 18 und 20 Jahren.

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Auch vier Jahre nach dem Unglück hat sich an den Arbeitsbedingungen der Näherinnen in Bangladesch nichts verändert: Die Löhne sind nach wie vor zu niedrig, Arbeitsschutzmaßnahmen gibt es kaum und sexuelle Belästigung ist noch immer ein schwerwiegendes Problem in der Industrie. Der Fotograf Claudio Mentesano Casillas hat die Fabriken von Dhaka besucht, um den Alltag der Näherinnen zu dokumentieren.

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In den Räumen einer kleinen Fabrik in der Altstadt von Dhaka sitzen viele junge Menschen dicht gedrängt an ihren Nähmaschinen. Bei kleinen Fabriken wie dieser handelt es sich meist um nicht registrierte Unternehmen, die Kleidung für den einheimischen und zum Teil auch für den indischen Markt produzieren. In den Fabriken gibt es in aller Regel keine Arbeitsaufsicht und auch auf internationaler Ebene wird nicht registrierten Fabriken kaum Aufmerksamkeit geschenkt. Die meisten von ihnen halten sich noch nicht einmal an das Verbot von Kinderarbeit.

Arbeiterinnen bei einer Feier in ihrer Fabrik.

Menschliche Knochen unter den Trümmern des Rana Plaza in Sabhar, einem Stadtteil von Dhaka.

Eine Näherin prüft die Qualität der Jeans, die in der Fabrik hergestellt werden. Der Mindestlohn der Näherinnen in Bangladesch ist mit 3.000 Taka (33 Euro) im Monat der Niedrigste der ganzen Welt.

Eine Feier in einer Bekleidungsfabrik.

Ein überfüllter Raum in einer nicht registrierten Fabrik in Dhaka.

Eine junge Arbeiterin bei der Qualitätskontrolle.

Die Trümmer von Rana Plaza.

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