katastrophe

Bilder der Zerstörung nach den verheerenden Waldbränden in Griechenland

Mindestens 60 Menschen starben bisher wegen der schweren Feuer – 26 davon fanden Rettungskräfte in Rafina, einem kleinen Ort vor Athen. Wir waren dort.

von Kostas Koukoumakas; Fotos von Alexander Katsis
24 Juli 2018, 2:49pm

Die Brände in der griechischen Region Attika, unweit von Athen, haben bislang mindestens 60 Menschen getötet, 150 weitere Personen wurden verletzt. Diese Zahlen haben die Behörden heute, am Dienstag den 24. Juli, bekanntgegeben. Die Rettungskräfte gehen jedoch davon aus, dass die Zahlen noch steigen werden, Dutzende Menschen in der Gegend gelten weiterhin als vermisst.

Griechenlands Premierminister Alexis Tsipras hat den Notstand ausgerufen und eine dreitägige Staatstrauer angekündigt. Nach der Brandursache wird weiterhin geforscht.

Eine besonders tragische Entdeckung machten die Rettenden in der Hafenstadt Rafina, wo sie 26 Leichen in der Nähe eines Strands entdeckten. Die Polizei vermutet, dass die Menschen vom dichten Rauch eingeschlossen wurden, bevor sie das Meer erreichen konnten. Feuerwehr und freiwillige Helfende haben in der Region bisher 700 Menschen gerettet, die vor den Flammen ans Meer geflohen waren.

Die Polizei in Rafina hat den Fundort weiträumig abgesperrt. "Einige davon gehörten zu einer Familie", sagte der freiwillige Helfer Nikos Andiopoulos zu mir. "Sie haben sich gegenseitig umarmt, als sie starben."


Auf dem Weg zu diesem besonders schwer getroffenen Ort kam ich an Dutzenden ausgebrannten Häusern vorbei, von denen manche sogar noch leicht brannten. "Das ist das Haus meiner Cousine", sagte ein Mann, der selbst gerade erst angekommen war. "Ich versuche schon die ganze Zeit, sie anzurufen, aber sie geht nicht ran."

Auf der Straße, die in das Gebiet führt, müssen die Feuerwehrleute in ihren Fahrzeugen aufpassen, nicht mit den ausgebrannten Autos zusammenzustoßen, die während der chaotischen Flucht vor den Flammen zurückgelassen wurden. Ganz in der Nähe saß Theodoros Zouzoulas im Hof seines immer noch glimmenden Zuhauses. "Alles ist zerstört", erzählte er. Er selbst hatte es zum Glück noch rechtzeitig zum Strand geschafft. Auch Costas Boufi überlebte, verlor aber sein Zuhause: "Mein Haus brannte in gefühlt zehn Sekunden nieder."

Auf dem benachbarten Grundstück besitzt eine Deutsche vier große Häuser. Drei davon sind bis auf die Grundmauern abgebrannt, das vierte verschonten die Flammen. "Ich habe keine Ahnung, was da passiert ist", sagte sie direkt nach dem Brand schockiert. "Ich habe meinen Nachbarn gesagt, dass sie gerne zu mir kommen können. Aber ich mache mir auch Sorgen, dass sie beim Anblick meines intakten Hauses wütend werden." Denn nur Weniges im Ort überstand den Feuersturm.

Ein Einwohner Rafinas überblickt die Zerstörung
Die deutsche Hausbesitzerin Savina
Costas Boufi hat es noch rechtzeitig zum Strand geschafft

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