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Riesiges Loch auf dem Mars gibt Astronomen Rätsel auf

Neue Bilder der ESA werfen Fragen über die Entstehungsgeschichte des Roten Planeten auf. Forscher haben zwei Theorien, welche Kräfte für das 75 Kilometer große Loch verantwortlich sind.

von Becky Ferreira
17 April 2018, 8:22am

Der Mars-Krater Ismenia Patera | Bild: ESA/DLR/FU Berlin

Inmitten der zerklüfteten Mars-Region Arabia Terra liegt ein mysteriöser Krater namens Ismenia Patera. Am Donnerstag hat die Europäische Weltraumorganisation (ESA) neue Aufnahmen veröffentlicht, die Astronomen dabei helfen könnten, mehr über die Entstehung des Kraters zu erfahren. Bisher stellt die Ursprungsgeschichte dieser geologischen Struktur die Forschung vor große Rätsel.

Forscher glauben, dass Arabia Terra eines der ältesten Gebiete auf dem Mars ist. Das macht sie für die Wissenschaft so interessant. Da einige der Strukturen fast vier Milliarden Jahre alt sein sollen, könnten sie wichtige Informationen über die Evolution des roten Planeten liefern.

Mit einem Durchmesser von 75 Kilometern ist Ismenia Patera einer von vielen Kratern am Übergang vom südlichen Hochland zum nördlichen Tiefland des Mars. Doch bisher weiß niemand genau, wie die riesige Senke entstanden ist.

Forscher halten zwei Theorien für wahrscheinlich: Entweder handelt es sich bei Ismenia Patera um das Einschlagsloch eines Meteoriten oder hier stand einst ein Supervulkan, der so viel Magma ausspuckte, dass er schließlich kollabierte.

Topografische Aufnahme des Kraters Ismenia Patera | Bild: ESA/DLR/FU Berlin

Diese topografische Aufnahme wurde im Januar von der ESA-Sonde Mars Express aufgenommen. Das Bild zeigt die komplexe Anordnung von Vertiefungen, Rinnen und kleinen Erhöhungen innerhalb des Kraters. Wenn der Krater wirklich das Einschlagsloch eines Meteoriten sein sollte, könnten die Rinnen entstanden sein, als Eis und Geröll nach dem Aufprall in den Krater flossen. Falls der Krater durch einen kollabierenden Supervulkan entstand, könnte die zerklüftete Struktur durch die mächtige Eruption entstanden sein, die den Vulkan zum Einsturz brachte.


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Auch wenn die Mars-Sonde der ESA diese Woche ein Software-Update erhält, wird sie das Rätsel um Ismenia Pateras Entstehung wohl nicht abschließend klären können. Diese Aufgabe wird künftigen Mars-Missionen zufallen – beispielsweise der Lande-Sonde InSight der NASA, die am 5. Mai 2018 ins All aufbrechen wird.

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