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Dieser Artikel ist vor mehr als fünf Jahren erschienen.
Clubkultur

7 Dinge, die ich an Berliner Clubs liebe

Was Berliner Veranstalter und Clubbetreiber leisten ist einzigartig, nirgendwo kannst du besser feiern als hier.

von THUMP Staff
15 Januar 2015, 10:00pm

Gestern hat unser Kollege Robert einen Artikel über Hass und Berliner Clubs geschrieben. Weil es zur Zeit sowieso schon mehr als genug Hass auf dieser Welt gibt, können wir das so nicht stehen lassen. Was Berliner Veranstalter und Clubbetreiber leisten, ist einzigartig. Bis jetzt hat jedoch noch niemand Zeit gefunden, auch mal danke zu sagen für die extremen Nächte und den verkaterten Wochenbeginn danach, weil das Partyvolk in Berlin von Mittwoch bis Montag mit Tanzen beschäftigt ist.

Dass es noch keine echte Liebeserklärung an die Berliner Clubs gibt, ist ein unerträglicher Zustand, der keine Sekunde länger andauern darf-wir haben deshalb alles zusammengetragen, was wir am Berliner Nachtleben bewundern, verehren, genießen.

Die Öffnungszeiten, die Möglichkeiten:

2014 konnte man beim Berlin Festival erstmals 48 Stunden durchfeiern. Hat aber kaum einen Berliner interessiert, weil das in Kater Blau und Berghain an jedem Wochenende geht, bei manchmal noch besserem Line-Up. Es gibt hier fast täglich mehrere Partys mit hochklassigen DJs und Live-Artists für jeden elektronischen Musikgeschmack, du kannst einfach rausgehen und dir deine Lieblingsfrüchte rauspicken. Ricardo Villalobos konntest du in seiner besten Phase regelmäßig in der Bar 25 erleben, Ben Klock hat einen eigenen Abend im Berghain, Steffi, Marcel Dettmann ... solche Leute spielen hier bei der „ganz normalen" Klubnacht. Dieses Privileg hast du in keiner anderen Stadt.

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Die Vielfalt:

Am besten erkennst du die Vielfalt der Berliner Klubkultur nachts in der U-Bahn. Es gibt kaum chaotischere Orte als die Berliner Untergrund-Shuttles zwischen Hostel und Club. In einem Sprachenwirrwarr aus englisch, spanisch, italienisch und deutsch bei modischen Auflügen zwischen Thrash-Metal und Baseballclub-Trainingslager (oft am gleichen Körper getragen) strapazieren die Fahrgäste die intellektuelle und ästhetische Toleranz des jeweils anderen bis auf Äußerste. Aber deshalb kommt das Partyvolk ja auch in die Stadt. Alles läuft meistens entspannt ab und sobald das Gespräch auf die besten Orte für gute Drogen kommt, ist sowieso alles friedlich-dann versteht sich selbst der von Fleischtunnels durchlöcherte Hardcorefan mit der aufgedrehten Partytussi.

Die Drogen:

Wenn du beim Feiern die unerträglich vorhersehbaren Pfade der Realität verlassen willst und Alkohol für dich was für 14-jährige Komasauf-Kids ist, bist du richtig in Berlin. Egal ob MDMA, Keta, Speed oder Kokain, es ist ziemlich einfach, in Berlin an Drogen zu kommen. Du steigst an der Warschauer Straße aus der U-Bahn, um zum Club zu schlendern-schon FRAGEN dich mindestens fünf Leute, ob du nicht vielleicht irgendwelche Drogen kaufen möchtest. Sehr aufmerksam, sehr praktisch.

Die Preise:

Bei den Eintrittspreisen in Berlin ist es eigentlich wirklich absurd, dass hier jeder auf die Gästeliste will. Für 10-16 Euro tanzt du zu der Musik von DJs, die die ganze Welt kennt. In Hamburg, London oder München würdest du dafür locker das Doppelte zahlen, aber die Konkurrenz unter den Clubs ist groß, die Mieten für die Veranstalter oft erträglich und die meisten DJs wohnen sowieso in der Stadt, das spart schon mal ein paar Euros. Zwischendurch holst du dir draußen eine Pizza für 1,50 und die Longdrinks kosten ziemlich genau halb so viel wie im Rest der westlichen Partywelt.

Berlin macht keinen Scheiß:

Zugegeben ist es für neue Veranstalter nicht ganz einfach, einen Fuß in die Tür der großen Clubs zu bekommen, was dir aber auch garantiert, dass du dich niemals wegen DJ-Dilletanten oder schlechtem Sound aufregen musst. Sobald du durch die Tür eines unserer Clubs gehst, erwartet dich immer Berliner Wertarbeit-und wenn du nach zehn bis fünfzehn Stunden nicht glücklich und erschöpft wieder rauswankst, bist du schon selbst schuld.

In Berlin sind die Leute locker:

Berliner stehen drei Stunden in der Schlange um dann ein beiläufiges „Nein" entgegengeworfen zu bekommen. Was macht ein echter Berliner dann? Er zuckt mit den Schultern und geht weiter zum nächsten Club. Berliner werden regelmäßig von komplett zugedröhnten Leuten angerempelt, angeschrien und mit Bier überschüttet. In solchen Situationen grinsen Berliner kurz leicht genervt und überheblich, um dann noch verdrehter weiterzutanzen. Berliner haben schon alles erlebt, deshalb sind Berliner sehr, sehr locker.

Du kommst schnell zum Zug:

In wenigen Städten ist es so einfach, jemanden abzuschleppen wie in Berlin, ohne dass du dabei ständig einen notgeilen Stecher im Nacken kleben hast. Ins Berghain und seine kleinen Schwestern gehen die meisten, weil sie feiern wollen, nicht um am nächsten Tag einen weiteren Strich auf seiner Abschleppliste machen zu können. Und was fast noch besser ist: Sie sind alle noch viel druffer als du selbst, deshalb wirst du dich bei deinem Move auch nicht blamieren. Alle haben sich lieb und du kannst dem heißen Typen oder der süßen Schnecke neben dir einfach mal einen netten Blick zuwerfen.


Fazit:

Wenn du mal in der Nähe bist, liebe Welt, schau dir die Berliner Clubs an, die kennen keine Limits, sie sind noch besser als die Autobahn. Wenn du hier mit Vollgas an der Leitplanke aka Treppengeländer entlangschrammst, gibt's dafür nämlich Applaus von der Crowd und kein arrogantes Kopfschütteln. Komm nach Berlin, es ist gut für dich!

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