Diese pointierte Animation widerlegt Anti-Refugee-Argumente mit Daten und Fakten
Die traurige Aufnahmebilanz der Golfstaaten. Alle Bilder: In a Nutshell / YouTube.

FYI.

This story is over 5 years old.

Tech

Diese pointierte Animation widerlegt Anti-Refugee-Argumente mit Daten und Fakten

Ein Münchener Designstudio erklärt in einem einfachen aber präzisen Video, wie es zur Flüchtlingskrise kommen konnte und warum sie eine Chance für Deutschland ist.
22.9.15

"Wir schreiben gerade Geschichte. Doch wie soll man sich an uns erinnern? Als fremdenfeindliche, reiche Feiglinge, die sich hinter Zäunen verstecken?" Das Münchner Designstudio Kurzgesagt legt mit seiner aktuellen Datenvisualisierung den Finger in die Wunde aller Europäer, die sich dieser Tage für ihre Landsleute und Politiker schämen.

Denn längst ist klar: Die aktuelle Flüchtlingskrise in der EU hätte man antizipieren und besser managen können. Zwar konnte niemand wissen, dass sich in Syrien aus den Protesten des Arabischen Frühlings ein vierjähriger Bürgerkrieg samt der Gründung eines militaristischen Kalifats durch die Dschihadisten des IS entwickeln würde. Doch war es absehbar, dass Angehörige eines von Kriegsverbrechen gebeutelten Landes, in dem 50% der Bevölkerung aus ihrer Heimat vertrieben wurden, auch jenseits der syrischen Nachbarländer, die noch immer 95% aller syrischen Flüchtlinge beherbergen, um Asyl bitten würden.

Anzeige

Als Antwort auf katastrophale humanitäre Zustände in den hoffnungslos überfüllten Flüchtlingslagern pumpte die EU zwei Milliarden Euro in die Grenzsicherung; viel weniger wurde in Unterkünfte für die Ankommenden investiert. Doch neue Hochsicherheitszäune und bewaffnete Grenzpatrouillen konnten die Hunger, Kälte und an Krankheiten leidenden Flüchtlinge trotz ihrer inhumanen Botschaft nicht daran hindern, in die EU einzureisen.

Die Dublin-Verteilungsschlüsseln stehen viel zu lange einer guten Unterkunft der Flüchtlinge und einem fairen Miteinander der EU-Länder im Angesicht der Krise im Weg. Bild: In a Nutshell

Das krasse Missverhältniss in der Aufnahme von Flüchtlingen im Verhätlniss von Jordanien und wesentlich wirtschaftsstärkeren westlichen Ländern.

Fast noch schwerer als die Planlosigkeit, mit der die europäische Außenpolitik die Krise erst ignoriert und dann verschärft hat, wiegen die zahllosen fremdenfeindlichen Kommentare und Memes, mit denen Rechte seit Monaten das Netz überschwemmen.

Das „In a nutshell"-Video kontert dabei auch die rassistischen Ressentiments über geldgeile „Wirtschaftsflüchtlinge", „Wohlstandsflüchtlinge mit Smartphones" oder muslimische Refugees, die angeblich das Christentum abschaffen wollen, mit einfachen, eindeutigen Daten und Fakten.

Bleibt nur zu hoffen, dass das virale Video, das in vier Tagen über 3 Millionen Views eingesammelt hat, auch bei einigen der sogenannten „Asylkritiker" in die Timeline gespült wird, deren Denkweise dringend ein faktenbasiertes Update nötig hat.