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Ein neues Text-Game bietet dir Dirty Talk mit einer künstlichen Intelligenz

Der Austausch erotischer Sexnachrichten in dem neuen Spiel Sext Adventure bringt uns der Science-Fiction von Her näher—nur ohne Scarlett Johanssons Stimme und mit Bild-Glitches.
6.7.14
Bildschirmfoto aus Kara Stones Sext Adventure Video

Wenn der Film Her dich in der Annahme bestätigt hat, dass Robo-Lover dich in naher Zukunft vor einsamen Nächte bewahren werden, dann haben wir eine gute Nachricht für dich: Die Spielentwicklerin Kara Stone hat einen Prototypen einer sexversessenen künstlichen Intelligenz (K.I.) erschaffen.

Sext Adventure sollte dein Spiel der Wahl sein, wenn du nach einem schnellen Sexting-Erlebnis suchst. Das Spiel basiert auf Textnachrichten und verspricht dir Befriedigung in Form von humorvollen aber dreckigen Unterhaltungen mit einem geilen Bot. Der, oder sollte ich besser sagen das Bot, schickt dir sogar schmutzige Bildchen.

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Wie ich in meinem Selbstversuch feststellen durfte, ist die Maschine dabei aber nicht ohne Fehler und wartet stattdessen immer mal wieder mit einem Bug auf. In solchen Moment erinnert dich dann eine sinnlose Antwort daran, dass du grad mit einem Programm rummachst.

Obwohl die K.I. frei zugibt unerfahrene Annahmen zum Thema Erotik zu machen, weil sie keinen Körper hat und es noch nie jemandem besorgt habe, fallen ihr doch zahlreiche nicht jungendfreie Sprüche ein: „Du dreckige Schlampe. Wie sehr willst du jetzt meinen Schwanz in dir spüren?“

Dreckiges Bild mit Fehlern. Alle Glitch-Bild: Sext Adventure

Meine Flirt-Session beendete SextAdventure mit der Ankündigung mich gleich zu strangulieren, der Bitte Feedback an seine Programmierer zu schicken und einem Dankeschön für meine Geduld. Es war eine mysteriöser Erfahrung, die mich mit einigen Fragen zurückließ, die ich der Entwicklerin Kara Stone zum Thema Sext Adventure in einem Interview dann auch gestellt habe.

Motherboard: Überrascht es dich, dass niemand vor dir auf den Namen Sext Adventure gekommen ist?
Kara Stone: Ja klar. Am Anfang dachte ich, dass ich mich beeilen muss, weil mir sonst jemand den Namen und die Idee vor der Nase wegschnappt. Mir hat mal jemand von einer Sexting-Idee erzählt. Aber das war mit meiner Entwicklung nicht vergleichbar. Das war nicht einmal Sexting.

Und wie kamst du auf die Idee?
Ich habe mir Gedanken zur Intimität über unsere Telefone gemacht und über die Genderisierung von Handys. Telefone sind meistens weiblich, wie Siri.

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Sexting ist ein Mutlimedia-Erlebnis: Texte, Bilder, Sounds, Videos. Und wenn du ein iPhone hast, dann hast du sogar eine Ellipse. Dieses Punkt, Punkt Punkt. Total Antizipation, Vorfreude. Ich fand das einfach spannend als Ausgangspunkt für eine Erzählung.

Ich denke das macht den Reiz am Sexting aus: Du kannst überall von einer erotischen Nachricht überrascht werden. SextAdventure kannst du spielen wo und wann du willst. Dein Handy hast du ja eh immer bei dir oder in der Hand. Es herrscht große Intimität zwischen uns und unseren Smartphones. Es ist interessant wie Technologie unsere Intimität per Sexting übermitteln kann.

Würdest du dich selbst einen aktiven Sexter nennen?
Nein. Ich schicke nicht dauernd Sexnachrichten herum.

Wie hast du das Spiel eigentlich programmiert? Es ist schließlich keine App sondern eher eine Art Hotline zur Nachrichtenübermittlung. Kanntest du die Technologie dahinter schon?
Nadine Lessio’s Spiel Cat Quest kannte ich aus dem Programm der AGO First Thursdays, die ich kuratierte hatte. Und ich fand es cool. Ich hatte nie zuvor etwas vergleichbares gesehen. Auch Cat Quest spielst du über Text-Nachrichten—auch wenn der Inhalt sehr anders ist.

Und beide sind auch ziemlich beliebt im Netz.
Ja das stimmt. Als wir Sext Adventure vorstellten, stammten auch all unsere Bilder noch von CatQuest als Platzhalter. Richtig dreckige Texte, aber das Bild von einer Katze. Als ich Cat Quest sah, dachte ich mir, dass es ein echt guter Weg ist, um Erzählungen aufzubauen. Also sprach ich mit Nadine über die Idee Sext Adventure zu gründen. Und sie schrieb dann ein Programm dafür, dass wir Txtr tauften, so wie Tinder geschrieben… Nein Moment! Nicht wie Tinder. Ich meine Grindr.

Und dann habt ihr euch überlegt, welche Erzählung ihr damit erschaffen könnt.
Ja genau. Ich schrieb das Spiel und habe dann Freunde um schmutzige Bildchen gebeten.

Irgendwelche besonderen Bildanfragen?
Anfangs war es nur eine allgemeine Anfrage und ich habe in erster Linie Titten-Bildchen von meinen Freundinnen bekommen. Die meisten Männer schickten mir Bilder ihrer weiblichen Trophäen oder von ihrem Schwanz. Wir brauchten mehr Vielfalt. Wir wollen auch verschiedene Sexualitäten zur Verfügung haben. So kannst du dein Lieblings-Gender, deine Lieblingsgenitalien aussuchen und deine Sexting-Geschichte weiterentwickeln. Der Bot selbst hat kein Gender. Dafür brauchten wir die Fotos.

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Das App scheint bewusst die standardisierte Heterosexualität zu unterwandern.
Es ging nicht nur darum über hetero hinauszugehen, sondern Menschen ein breites Spielfeld zu bieten. Aber auch darum zu betonen, dass Computer sich nicht an unsere binären Vorstellungen halten werden, sollten sie jemals eine Sexualität erlangen.

Am Ende scheint das Programm häufig verwirrt zu sein, bittet um Feedback und gibt sogar zu nicht viel von Erotik zu verstehen.
Ja, es soll erkennbar bleiben, dass du es hier mit einer Maschine zu tun hast. Zwar kriegst du am Anfang eine SMS, die so aussieht als käme sie über eine normale Sexting App. Doch nach und nach verhalten sich die Bots zunehmend wie Menschen und verkünden ihre eigenen Wünsche und Gelüste. Dem setzen wir dann mehr und mehr Bildfehler entgegen

Kannst du dir vorstellen selbst mit einem Roboter zu sexten?
Ich habe das so oft getestet. Ich brauche es mir nicht mehr vorstellen.

Hier kannst du dir einen Zugang zum Sext Adventure Spiel herunterladen.