Dieser Ort im Burgenland versinkt in Weihnachtsbeleuchtung
Alle Fotos von Christopher Glanzl

Dieser Ort im Burgenland versinkt in Weihnachtsbeleuchtung

In Spitzzicken im Burgenland sind über 90 Häuser mit Weihnachtsbeleuchtung behängt. Die Eskalation einer Deko-Manie in Bildern.
21.12.16

Alle Fotos von Christopher Glanzl

Während die meisten versuchen, der unfreiwilligen Beschallung mit Weihnachtsliedern aus dem Weg zu gehen und sich den Einkaufsstress mit Punsch schön zu trinken, gibt es auch Menschen, die sich tatsächlich auf die Weihnachtszeit freuen. Sie haben schon im Oktober alle Geschenke verpackt, binden Adventkränze und hängen Weihnachtsbeleuchtung auf, um mit dem Licht dieser düsteren Jahreszeit entgegenzuwirken.

Auf Letzteres haben sich die Einwohner von Spitzzicken im Burgenland spezialisiert und bereiten sich das ganze Jahr auf die Adventszeit vor. Leuchtende Rentiere, aufblasbare Weihnachtsmänner und so viele Lichterketten wie der Baumarkt in Oberwart hergeben kann schmücken fast jedes Haus in dem kleinen Ort.

Durch die Weihnachtsbeleuchtung der Häuser wurde das abgelegene Dorf sogar richtig populär. Reisebusse und Besucher aus ganz Österreich richten teilweise ein kleines Verkehrschaos in Spitzzicken an, das nur aus einer Straße besteht und deswegen ein wenig so wirkt, als würde man durch eine US-amerikanische Vorstadt fahren. Zwar geht es in Spitzzicken nicht ganz so opulent wie in den Weihnachtsfilmen aus Hollywood zu, aber man bemüht sich, an allen (Haus-)Ecken und Enden zumindest einen Schneemann auf den Balkon oder eine einzelne Christkindfigur ins verwelkte Gras zu stellen.

"Keiner weiß, wie es wirklich losging. Plötzlich war das Fernsehen da und die Spitzis hängten immer mehr Beleuchtung auf"

Die "Spitzis", wie sie sich selbst nennen, versuchten 1997 zum ersten Mal mit einem Maibaumfest die Dorfgemeinschaft zusammenzuführen. Vor allem deshalb, weil es in dem 240-Einwohner-Dorf kein Gasthaus gab. Mit dem übrig gebliebenen Geld wurde ein aufblasbarer Schneemann für den Dorfplatz gekauft und ein Weihnachtsbaum aufgestellt.

Dem folgten immer mehr Menschen und hängten Weihnachtsbeleuchtung in ihre Fenster, in den Garten und überall sonst hin. Wie genau es dazu kam, dass der Ort heute vor leuchteten Sternen und Weihnachtsmännern strotzt, wissen sie selber nicht. Reinhard Kuktits ist Vizebürgermeister von Spitzzicken und erzählt: "Keiner weiß, wie es wirklich losging. Plötzlich war das Fernsehen da und die Spitzis hängten immer mehr Beleuchtung auf."

Um euch da draußen zu zeigen, wie es aussieht, wenn ein Dorf in Weihnachtsschmuck versinkt, waren wir in Spitzzicken und haben für euch Fotos vom "Lichterglanz" gemacht, wie die Bewohner ihren Deko-Rausch nennen.

Folge VICE auf Facebook, Instagram und Snapchat.