Pizza

4,4 Millionen für einen Pizzaboten, nachdem Polizisten 14 Schüsse auf ihn abfeuern

Der Bote dachte seinerseits, die Polizisten haben ihn überfallen wollen.
11.1.17
Bild via Imago.

Wir leben in gefährlichen Zeiten.

Wir wollen jetzt nicht all die Gefahren der modernen Zeit aufzählen, du bist schließlich hier, um etwas über Essen zu lesen—wahrscheinlich um genau jene Gefahren zu vergessen. Doch wo wir gerade beim Essen sind, sollten wir die tapferen Männer und Frauen nicht unerwähnt lassen, die als Pizzaboten arbeiten.Mit ein paar heißen Pizzen herumzufahren hört sich erst mal nach einem einfachen, monotonen Job an, doch die Realität auf den Straßen sieht anders aus.

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In den USA ist Pizzabote sogar einer der gefährlichsten Jobs, das Risiko gehört zum Beruf dazu: Ein völlig Fremder beauftragt dich, Pizza auszuliefern, ohne dass du irgendeine Form von Begleitschutz hast, und zwar an eine Adresse seiner Wahl und dann musst du vor der Tür mit einem Haufen Bargeld hantieren.

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Der Job hat natürlich auch seine witzigen Seiten, man wird zu Partys eingeladen oder bekommt Trinkgeld in Form von Gras. Doch für viele Boten ist die winzige Aussicht auf ein Gratis-Bier oder einen Blowjob wohl eher kein Ausgleich dazu, dass man ein leichtes Ziel für Gewaltverbrechen ist. Leider sind Raubüberfälle, Körperverletzungund teilweise Kunden, die einen mit einer Machete bedrohen, keine Seltenheit in diesem Gewerbe. 2014 wurden in den USA 20 Pizzaboten bei der Arbeit erschossen.

Pizzaboten müssen sich nicht nur mit Verbrechern rumschlagen, sondern auch mit schießwütigen Cops, so passiert im Fall eines schwarzen Pizzalieferanten, der von zwei Polizeibeamten in Zivil 2014 in Philadelphia angeschossen wurde. Er erlitt Verletzungen an Kopf, Gesicht und Bein.

Wie die Associated Press berichtet, leidet der mittlerweile 23-jährige Philippe Holland seitdem an Krampfanfällen und chronischen Schmerzen. Die Polizisten waren auf der Suche nach einem Schützen und hielten den Pizzaboten für ihren Verdächtigen.

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Holland war gerade wieder in sein Auto angestiegen, als die Beamten auf ihn zukamen. Er geriet in Panik, weil er dachte, dass die beiden ihn ausrauben wollten. Also legte er den Rückwärtsgang ein, woraufhin die Polizisten 14 Schüsse auf ihn abfeuerten. Die Stadt Philadelphia zahlt jetzt Holland eine Entschädigung in Höhe von 4,4 Millionen US-Dollar [umgerechnet circa 4,15 Millionen Euro]. Das ist die höchste Ausgleichszahlung, die die Stadt je zahlen musste, nachdem Polizisten auf Unschuldige geschossen hatten.

Die beiden Polizisten wurden derweil zurück an den Schreibtisch beordert, die Staatsanwaltschaft entschied sich, keine Anklage gegen sie zu erheben. Wie Beamte der Stadt und der Polizei jedoch meinen, war diese Schießerei ein Weckruf für die Strafverfolgungsbehörden.

„Wir werden uns darum bemühen, das solche Tragödien nicht noch einmal in unserer Stadt passieren. Die Polizei von Philadelphia hat sich bei diesem Vergleich auch dazu verpflichtet, neue Weiterbildungsmaßnahmen für alle derzeitigen und zukünftigen Zivilfahnder durchzuführen", meint der Anwalt der Stadt, Sozi Pedro Tulante, in einer Presseerklärung.

Die ganze Story ist und bleibt ziemlich gruselig.