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24 einfache Snacks, mit denen du deinen Kater besiegst

Wir haben katererprobte Gastroexperten gefragt, wie sie die Qualen am nächsten Morgen am besten bekämpfen.

von Munchies Staff
17 Februar 2017, 1:00pm
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Fotos: Liz Seabrook. Food Styling: Sophie Pryn.

Immer dasselbe: Aus einem Bier in der Kneipe werden zwei. Dann schleppt irgendjemand noch eine Flasche Billo-Wein vom Kiosk an (Gehalt lässt noch auf sich warten) und bevor du dich versiehst, ist es drei Uhr morgens und du trinkst Margaritas und schickst deiner oder deinem Ex das Katzen-Meme, das ihr beide so mochtet.

Und ein paar Stunden später scheint die Sonne durch deine billigen IKEA-Gardinen und sagt dir mit voller Wucht: „Guten Morgen! Aufstehen!" Dein Telefon hast du irgendwo in der Wohnung verlegt und dir wird klar, dass du einem deiner Kollegen etwas gesagt haben musst, das du ziemlich bereust.

Das Einzige, was dir jetzt helfen kann: Essen. Du brauchst Nahrung. Und zwar schnell.

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Ein Schinken-Käse-Toast? Chips? Ein starker Kaffee? Das richtige Essen bei einem Kater ist immer ein gefährlicher Tanz mit der Übelkeit, aber du hast ja uns. Wir haben ein paar Leute aus der Gastroszene – Köche, Restaurantkritiker, Food Journalisten – gefragt, was sie essen, wenn sie richtig übel durchhängen und sich sogar das Öffnen der Deliveroo-App wie eine Herkulesaufgabe anfühlt.

Prägt euch die folgenden Tipps gut ein, diese Leute haben schon den ein oder anderen Kater überlebt. Du kannst uns später danken, wenn es dir wieder besser geht.

Freddie Janssen, Champion im Einlegen aus London und Autorin von Pickled.
„Wenn ich so richtig durchhänge und frei habe, esse ich Dumplings mit Sojasauce und Sriracha zum Frühstück. In meinem Tiefkühlfach habe ich immer ein paar Dumplings mit Kimchi, Schweinefleisch oder Schnittlauch. Dumplings sind ein perfekter Suffsnack und ein großartiges Katerfrühstück.

Wenn ich dann immer noch durch bin, gibt es bei bei mir immer die Ristorante Mozzarella-Pizza von Dr. Oetker. Die belege ich noch mit Sardellen, Rucola und selbst gemachtem Chiliöl. Dazu ein Glas kalte Milch und ein dummer Film und der grausame Kater verschwindet langsam. Für noch mehr Style die Pizza im Bett essen – immer! Aus einem Holzbrett wird ein Betttablett für die Pizza, daneben die Milch und den Laptop.

Irgendwie mag ich es total, verkatert zu sein und genieße es jedes Mal mit dem gleichen Ritual: viel Pizza."

George Pell, leitet das L'Escargot in Soho, London.
„In Südwestfrankreich erholt man sich von einem exzessiven Gelage normalerweise mit einem Cassoulet. Bei uns im Soho funktioniert das auch mit einem Croque Monsieur (eigentlich Schinken und geschmolzener Käse zwischen zwei ordentlich gebutterten Scheiben Brot) und einem Glas kühlen Champagner."

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Laurence Isaacson, einer der Besitzer des L'Escargot in Soho, London.
„Ein halbes Dutzend Schnecken in Knoblauchsauce und ein Glas Pernod auf Eis, danach ein doppelter Espresso."

Zuza Zak, Autorin des polnischen Kochbuchs Polska: New Polish Cooking.
„Mein Vater hat immer darauf bestanden, dass das Restwasser vom Sauerkraut das polnische Katerheilmittel sei. Ich glaube, er hat Recht, jeder redet ja gerade darüber, wie toll Eingelegtes sei. Mein Favorit dafür: Rote Bete, die muss man einfach nur schälen, in Scheiben schneiden und dann mit warmen Wasser und circa einem Teelöffel Salz bedecken. Ich gebe noch ein paar Pimentkörner, eine Scheibe Roggenbrot und ein Lorbeerblatt dazu. Das Ganze mit einem Geschirrhandtuch abdecken und vier bis fünf Tage stehen lassen. Dann die rote Bete in ein Glas geben, mit dem Einlegewasser bedecken und im Kühlschrank aufbewahren. Wenn man verkatert ist, trinkt man die Brühe."

King Cook, Koch im veganen Restaurant Cook Daily in London, das ihm auch gehört.
„Definitiv eine vegane Nudelsuppe mit Zitronengras, Limettenblättern, viel Chili und frischen Kräutern. Damit sie richtig wirkt, muss mir nach der Hälfte der Schüssel die Nase richtig laufen."

Lee Tiernan, Koch im Black Axe Mangal in London, das ihm auch gehört.
„Gibt es was Besseres als ein englisches Frühstück? Das wird schwer... Chinesisch ist zwar auch verdammt großartig, aber das bekommt man an so einem Tag nur schwer runter. Ich brauche ein englisches Frühstück, eine Tasse Tee und danach guck ich mir Ridley Scotts Gladiator in Unterhosen auf der Couch an."

Josh Katz, Koch. Ihm gehört das Berber & Q und die Shawarma Bar.
„Wenn ich verkatert bin, hilft mir immer ein Corned-Beef-Sandwich mit Roggenmischbrot, am besten das von Monti's Deli, das ist das beste in London. Perfektes Comfort Food, das dich sofort wieder fit macht."

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Jackson Berg, Küchenchef und Mitbesitzer des Xiringuito.
„Sanpellegrino Grapefruit. Das ist wie ein Lebenselixier. Und ein Besuch bei Yo Sushi!, da könnte ich stundenlang sitzen und auf das Fließband starren und mir ein Sushi nach dem anderem mit abartig viel Sojasauce und Wasabi gönnen."

Conor Sheehan, leitet den Service im Xiringuito.
„Eine Erste-Hilfe-Maßnahme ist Mineralwasser. Wenn ich dann wieder etwas essen kann, retten mich Pad Thai, Frühlingsrollen und ein Bier."

Riaz Phillips, Autor von Belly Full: Caribbean Food in the UK.
„Ich wohne in New Cross im Südosten Londons, deshalb ist es für mich definitiv Reis mit Bohnen und Jerk Chicken vom Smokey Jerkey um die Ecke, das mag jeder bei uns in der WG. Der Reis und die Bohnen saugen bestimmt den Alkohol auf, das Hähnchen gibt dir dank Eiweiß wieder Energie. Und die extrem scharfe Scorpion-Sauce macht dich garantiert wach."

Ryan Chetiyawardana, Bartender und Besitzer der Londoner Bars White Lyan und Dandelyan.
„In meiner Familie gibt es eine Superkraft: Wir bekommen keinen Kater. Ich bin also am nächsten Morgen nicht total fertig, zum Glück, aber es gibt ein paar Sachen, auf die ich nach dem Trinken immer Bock bekomme. Das Ultimative ist eine Tasse Tee, in diesem Zustand ein richtig starker, heißer Schwarztee mit Zucker Vollmilch. Dazu ein Brötchen mit Bacon und Kartoffelscone und Ketchup und Senf. Diese Kombination bringt alles wieder in Ordnung."

Nuno Mendes, portugiesischer Koch im Chiltern Firehouse in Mayfair, früher beim Viajante in East London.
„Das ultimative Katerheilmittel für mich ist eine portugiesische Hühnersuppe, canja de galinha. Ich war richtig happy, als das Ta Ta Eatery bei mir in der Nähe aufgemacht wurde. Meg und Ana machen eine Version mit asiatisch angehauchter grüner Salsa und servieren dazu Hähnchenhaut und Brotsticks."

Daniel Heffy, Küchenchef im Buyer's Club in Liverpool.
„Scharfe Chicken Wings, am besten die von KFC."

Joudie Kalla, Autorin von Palestine on a Plate.
„Meine erste Wahl bei einem Kater ist: nichts kochen. Ich bekomme nur selten einen Kater, weil ich nicht wie verrückt trinke. Wenn ich es aber doch mal übertreiben sollte, dann am ehesten an einem Samstag, sodass Sonntag mein Tag des Leidens ist. Und da brauche ich definitiv einen typisch britischen Sonntagsbraten – mit noch mehr Yorkshire Puddings und einer scharfen Bloody Mary zum Wachwerden. Das hat schon oft geklappt."

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Edson Diaz-Fuentes, Koch, früher beim Santo Remedio in East London.
„Es gibt wohl nichts besseres als chilaquiles verdes mit einem Spiegelei und einem Ojo Rojo (einer Mischung aus Bier, Tomatensaft und scharfer Sauce) zum Runterspülen. Macht satt und ist lecker."

Stevie Parle, Koch und der gastronomische Mastermind hinter Dock Kitchen, Rotorino, Craft London, Sardine und Palatino.
„Als Erstes brauche ich einen Kaffee, meist im Craft London, die ihren eigenen Kaffee rösten und wo ich mir etwas Süßes mit viel, viel Kohlenhydraten hole, um den Restalkohol zu eliminieren. Wenn ich mich später immer noch mies fühle, hilft mir ein großer Teller mit Bucatini Carbonara – der Pfeffer holt einen wieder zurück auf die Beine."

Ferhat Dirik, Koch und der Kopf hinter dem Twitter-Account vom Mangal 2.
„Steh auf, zieh dich an, schlepp dich nach draußen und zum Mangal 2. Bestell dir eine kalte Mezze-Platte mit warmem Brot, Halloumi und natürlich unser berühmtes Fleisch vom Grill. Dazu Reis und eine Chili-Knoblauch-Sauce. Zieh dir das Fleisch rein, dazu eine Cola. Zum Nachtisch Baklava und einen türkischen Kaffee. Lass dir die Rechnung bringen, bezahl bar und lass noch ein großzügiges Trinkgeld für die armen, unterbezahlten Kellner da. Und dann schreibst du eine 5-Sterne-Rezension bei Trip Advisor. Das würde mich glücklich machen. Moment, wie war die Frage?"

Marina O'Loughlin, Restaurantkritikerin des Guardian.
„Das beste Mittel gegen all das selbstverschuldete Leid ist ein Sandwich mit Bacon und Orangenmarmelade: weiches, dickes Weißbrot (kein Sauerteig, nichts Besonderes oder Selbst gemachtes), darauf Butter und eine großzügige Schicht bittere, am besten selbst gemachte Orangenmarmelade mit dicken Schalenstücken drin. Dann fünf dünne Scheiben Bacon (nicht mehr und nicht weniger, ich bekomme Zwangsstörungen, wenn ich verkatert bin), schön knusprig gebraten und nur ein klein wenig angekohlt. Und als Wachmacher-Kick zum Finale: ein Spritzer Chilisauce. Dazu ein Cocktail aus Aspirin, Ibuprofen und einer Vitamintablette und man ist wieder so gut wie neu."

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Bruno Loubet, Koch und Manager des Grain Store.
„Ich trinke nicht viel, aber wenn ich mal ausgehe, habe ich am nächsten Tag immer Bock auf Gemüsebrühe – einfach, lecker, total nahrhaft. Danach komm ich wieder klar. Zwei Glas Wasser und Vitamintabletten sind auch obligatorisch. Damit fühlst du dich sofort wieder besser."

Missy Flynn, Bartender. Früher war sie Co-Besitzerin des Rita's, mittlerweile ist sie Co-Besitzerin des Quilombero in London.
„Für mich reicht ehrlich gesagt ein Glas Mineralwasser (NUR Badoit oder Vichy Catalan) mit einer Prise Salz. Wenn euch das nicht aufregend genug ist, dann kann ich noch ein Schluck kalte Milch empfehlen. Aber man muss ganz schnell zum Kühlschrank, sie aus dem Tetrapack trinken und schnell wieder zurückstellen und so tun, als sei das nie passiert.

Oder du nimmst eine Dose Thunfisch, für den keine Delfine sterben mussten, gießt den Saft ab, schnappst dir eine Gabel und zerkleinerst ihn. In der Mitte machst du ein kleines Loch und gibst Mayo rein – wer verkatert ist, hat keine Zeit für Gläser. Dann Salz und Pfeffer dazugeben, vermischen und komplett aufessen."

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Gabe Pryce, Koch. Ihm gehörte früher das Rita's, wo er auch kochte. Jetzt arbeitet er im Quilombero in London, das ihm auch gehört.
„Wurst, frische Jalapeños, Spiegeleier, Chilisauce von Cholula, Cracker (Zwieback für Erwachsene), Mayonnaise, ein Bier und ein Fernseher in der Nähe deines Bettes. Iss das Ganze im Bett. Dann schlaf wieder eine Runde."

Harneet Baweja, Gründer des modernen indischen Restaurants Gunpowder in London.
„Wenn ich einen Kater habe, dann nehme ich alten Reis vom Vortag, mische ihn mit Zwiebeln, Tomaten, Ingwer und Knoblauch. Das Ganze mit einem Ei abraten und noch alle möglichen Reste aus dem Kühlschrank hinzugeben. Eine schnelle, einfache Version von gebratenem Masala-Reis – Reis saugt den Alkohol einfach auf."

Elizabeth Allen, Köchin und Gründerin von Kaizen House, einer Restaurantfirma in London.
„Für mich muss es immer eine große Schüssel mit dampfender Suppe mit Nudeln sein, egal welche Art, Pho oder Ramen mit viel Chili und viel Fleisch."

Meera Sodha, hat die Bücher Fresh India und Made in India geschrieben.
„Als Erstes trinke ich ein Glas Apfelsaft und Mineralwasser zu gleichen Teilen, das löscht den mörderischen Durst. Danach hilft mir nur noch Aloo Paratha (indisches Brot), ein oder zwei davon. Zur Sicherheit habe ich Immer ein paar im Gefrierfach, die esse ich dann mit einem salzigen, scharfen Pickle aus Limetten, das dich richtig wach macht, und ein bisschen Joghurt dazu."

Fotos: Liz Seabrook. Food Styling: Sophie Pryn

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 17. Februar 2017 publiziert.

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