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Yelp warnt seine User, dass sie für schlechte Rezensionen verklagt werden können

Das Unternehmen warnt „die Kunden, die ihr Recht auf freie Meinungsäußerung ausüben“.
29 Juli 2016, 9:00am

Köche, Restaurants, ja sogar South Park—Yelp und seine Armee der selbst ernannten Restaurantkritiker wird von vielen Seiten angegriffen. Aber jetzt rüsten sie auf.

Nachdem Geschäftsinhaber gegen Kunden gerichtlich vorgegangen sind, die mit ihren 1-Sterne-Bewertungen und teilweise unverschämten Rezensionenihrem Unternehmen geschadet haben, schlägt Yelp jetzt zurück und warnt seine Nutzer vor Unternehmen, die gegen Rezensenten prozessieren.

Letztes Jahr zum Beispiel hat ein Paar aus Texas dem Tiersitting-Service Prestigious Pete nur einen Stern gegeben, weil ihr Fisch überfüttert wurde. Das haben sie dank einer Videokamera am Goldfischglas herausfinden können und weil das „potenziell gefährlich für [den] Fisch" hätte sein können, gab es einen Stern, „ansonsten wären es zwei gewesen". Prestigious Pets hat das Paar dann auf 6.766 Dollar verklagt, weil sie damit angeblich gegen eine Vertragsklausel gegen Rufschädigung verstoßen hätten.

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Um weitere solcher Fälle zu verhindern—oder zumindest das Risiko zu minimieren, dass so etwas eintritt—, warnt Yelp ab jetzt seine User vor Firmen, „die Kunden, die ihr Recht auf freie Meinungsäußerung ausüben, bedrohen."

Yelp sieht sich damit selbst als Verfechter der Meinungsfreiheit und meint, dass Konsumenten sich mit dem neuen System noch besser schützen können. „Die Verbraucher wissen nicht immer, dass solche Drohungen manchmal einfach leer und haltlos sind und sie lassen sie allein durch Androhung einer Klage zum Schweigen bringen. Wir finden das nicht richtig",schreibt Yelp auf seinem Blog.

Auf der Yelp-Seite der Tiersitter aus Texas sieht man direkt, wie aggressiv diese neuen „Consumer Alert"-Meldungen sind, wenn ein Unternehmen, so Yelps Meinung, „fragwürdigerweise mit gerichtlichen Folgen" gedroht hat.

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Für Restaurants oder eben Tiersitter, die sich eh schon mit manchmal ziemlich unverschämten Yelp-Rezensenten rumschlagen müssen, ist das ein doppelter Schlag; Yelp aber meint, dass es hierbei um mehr als nur Restaurantbewertungen geht und bezieht sich auf zwei US-Gesetze und die US-Verfassung.

Die beiden Gesetze sind der „Consumer Review Fairness Act", der Vertragsklauseln verbietet, die die Meinungsfreiheit einschränken, und der „SPEAK FREE Act", der Verbraucher vor Klagen schützen soll. „Beide Gesetze sind wichtig und schützen zusammen Ihr Recht auf freie Meinungsäußerung online gemäß dem 1. Zusatzartikel der Verfassung", so Yelp.

Was ein bisschen komisch ist, bezieht sich der 1. Zusatzartikel doch ausschließlich auf den Kongress und die Gesetzgebung und nicht auf Unternehmen, die die freie Meinungsäußerung einschränken. Dafür bekommt Yelp leider nur einen Stern.