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Polizei jagt Rapper Xatar mit Haftbefehl

Platz 1 in den Charts, Rapperkrieg und eine Schießerei mit Schwerverletztem: Beim Baba aller Babas ist gerade einiges los.

Foto: imago | Star-Media

Was eine Woche für Xatar: Sein Album Der Holland Job, das er zusammen mit Rapkollege Haftbefehl aufgenommen hat, schoss nach der Veröffentlichung am Freitag direkt an die Spitze der deutschen Charts. Jetzt steht er aber laut eines Berichts der Bild außerdem auf der Liste der Polizei. Die suche ihn europaweit per—ja, genau—Haftbefehl.

Denn der Musiker, selbsternannter Baba aller Babas, soll an einer Schießerei vor seiner Kölner Bar beteiligt gewesen sein. Dort war letzte Woche ein Streit so sehr eskaliert, dass ein 34-Jähriger mit Schädelbruch und mehreren Messerstichen im Krankenhaus landete. Der Mann soll sich schwer verletzt in seinen Mercedes gerettet haben. Nachdem einer Polizeistreife auffiel, dass die Scheiben des Autos zerbrochen und die Reifen platt waren, hielten sie es an. Daraufhin stieg der Fahrer mit vier Stichverletzungen im Oberschenkel und einer blutenden Kopfwunde aus. Auf der Suche nach den Tätern rückte dann sogar das SEK aus.

Wegen der Beteiligung an versuchtem Totschlag sucht die Staatsanwaltschaft nun Xatar, seinen Bodyguard und dessen Bruder. Staatsanwaltschaft und Polizei wollten sich gegenüber VICE weder zu der Schießerei noch zu der Fahndung äußern.

Das Opfer soll zusammen mit Rapper KC Rebell eine Bar in Köln betreiben. Mit KC hat Xatar zurzeit mächtig Stress und beleidigte ihn erst kürzlich in einem Interview mit 16bars.tv als Bastard. KC antwortete mit einem Disstrack. Schon mehr als 1,8 Millionen Klicks hat der siebenminütige Song bereits, in dem es heißt:

"Er handelt mit den Dealern, er ist Rambo, er ist Krieger
Doch ich seh', dass er gebrochen ist auf Antidepressiva
Denn drüben im Irak wurd' der Birra in den Arsch gefickt
Alles oder nix - Chabos wissen, dass du blasen willst"

Ob Xatar bald auf den Song reagieren wird, ist fraglich. Es scheint nämlich, als sei er wieder einmal auf der Flucht. Schon in der Vergangenheit hatte der Rapper, dessen Name aus dem Kurdischem kommt und Gefahr bedeutet, häufiger mit der Polizei zu tun. Neben mehreren Geldstrafen wegen Körperverletzung, war er der Drahtzieher eines hollywoodreifen Raubs. Mit drei Freunden täuschte er 2009 eine Polizeikontrolle vor und erbeutete Schmuck und Zahngold im Wert von rund 1,7 Millionen Euro aus einem Goldtransporter. Drei Monate dauerte Xatars Flucht vor dem Gesetz, bis er im Februar 2010 im Irak festgenommen und zu acht Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Von der Beute fehlt bis heute jede Spur. Laut Bild soll auch Xatars Leibwächter bereits vorbestraft sein. Wegen versuchten Totschlags sei er derzeit noch auf Bewährung.

Sein Leben als Verbrecher verarbeitet Xatar gerne in seinen Songs. In Interpol.com rappt er:

"Was Facebook? Geh auf interpol.com
Klick mein Profil, Bruder
Bitte gib mir gute Kommentare"