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„Wer mir zum Beginn der Reise erzählt hätte, wie erhaben es sich anfühlt, die allmächtige Godmother of Punk, Patti Smith, in einer Bahnhofshalle mitsamt ihrem Sohn Jackson an der Gitarre und einer improvisierten Band, mehr oder minder protestige Liebeslieder spielen zu sehen, dem hätte ich logischerweise nicht weniger als den Vogel gezeigt. Am Ende war es dann aber vor allem eines: total schlüssig."
Seit vergangener Woche nun rollt ein historischer Zug quer durch die USA, vom Atlantik zum Pazifik, seine vier Waggons bis zum Rand gefüllt mit den Kreativen dieser Welt. Aus Deutschland an Bord: Carl Jakob Haupt vom Dandy Diary und Tobias von Bonaparte. Das alles fährt unter dem Namen Station to Station. Schirmherr der mal mehr, mal weniger wilden Fahrt ist Künstler, Kurator und Genie Doug Aitken. Auf und mit der Reise möchte er der kreativen Versammlung eine bewegte Plattform bieten: Raum für Ideen, auch und besonders außerhalb des Zuges. Und weil Doug die ganze Aktion nicht aus eigener Tasche zahlen kann, hat Levi's die Spendier-501 angezogen und Doug kurzerhand seinen Traum erfüllt. Damit rollt der Wagen also.
Obwohl schon der Zug allein äußerst reizt (immerhin ist darin einst Frank Sinatra mit seiner Gang nach Las Vegas gerollt) und davon auszugehen ist, dass bei seiner Besatzung kaum Langeweile eintreten sollte, ist für den Fall der Fälle doch bestens vorgesorgt. Nach dem Start mit gebührendem Einstiegs-Event in Brooklyn macht der Trupp halt in anderen Groß- und Kleinstädten, um die Gäste zu bespaßen, zu unterhalten und natürlich (und vor allem) um sie näher zusammenzubringen. Das Ganze ist genauso Kunstprojekt wie Laborexperiment. Nur dass das Labor hier mehr als ersetzt wird durch einen Zug.
Bisher machte der Reisetrupp halt in den Städten Pittsburgh, Chicago und St. Paul-Minneapolis. Und an jeder Station wartete—Ehrensache—ein anderes Event darauf, die Nerven der Fahrgäste nach langer Fahrt wachzurütteln und neu zu spannen. Wie genau das aussieht, könnt ihr Jakobs Logbuch-Eintrag zum Pittsburgh-Stopp entnehmen:„Während wir in der Bahnhofshalle Pittsburghs zum Abschied noch einige Bands, sowie die ebenfalls anwesende und immer noch sehr schöne Chloë Sevigny angeschaut und uns der schon in Brooklyn gezeigten Kunst gewidmet hatten, begann der eigentliche—nun ja—drive der Reise dann im Zug: im Panorama-Wagen, einem Wagon mit insektenartigen Glasaugen, die einen Rundumblick auf alles preisgaben, schrieb der Musiker Ariel Pink einen neuen, völlig unverständlichen alles-andere-als-Smash-Hit, im Restaurant-Abteil köchelte Superstar-Koch Leif Hedenal aus regionalen, vor Ort eingekauften Zutaten irgendetwas, das sicher niemand als Pittsburgher bezeichnet hätte, was aber eigentlich genau das war: ein Kunstmahl bestehend aus Pittsburgher Ingredienzien."
Neben Musik und Kulinarik präsentierten in Pittsburgh die Künstler Kenneth Anger, Urs Fisher, Liz Glynn, Carsten Höller und Ernesto Neto nomadische Skulpturen. Die gab's auch für die zu sehen, die nicht Teil der Kreativengemeinschaft an Bord des Zuges waren—und für die ohne Ticket zum Event selbst. Mit dem Erlös aus dem Verkauf letzterer übrigens unterstützt Levi's künstlerische Projekte: Museen und andere Einrichtungen in den Staaten.Mehr Informationen zum Kunstspektakel, die einzelnen Stationen oder sämtliche Teilnehmer findet ihr hier.

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