Ein aktuelles Foto von Pam in einem ihrer OutfitsPam Hogg's fast 30jährige Karriere - Künstlerin, Modedesignerin, praktisch jedem bekannt, gab dann alles auf für Rock'n'Roll, Sängerin, Club Promoterin und zurück zum Mode Design - macht einem klar, dass sie mehr Wert darauf legt zu leben, als reich zu werden. Sie will lieber was machen anstatt anerkannt zu werden. Vermutlich ist sie deshalb die punkigste Modedesignerin. Sie geht immer noch aus, betrinkt sich immer noch, färbt ihre Haare immer noch in den verschiedensten Tönen von pink bis gelb, passt immer noch in ihre eigenen Modelle, versteht immer noch Leute, die halb so alt sind wie sie und hängt mit ihnen ab, und vor allem entwickelt sie ihre Design immer noch weiter. Ich habe mich mit ihr getroffen.VICE: Hi Pam! Wie war deine Kindheit?Pam Hogg: Bevor wir in die Stadt gezogen sind, als ich 14 war, haben wir außerhalb von Glasgow gewohnt. Wir waren arm, aber mein Vater war so ein verrückter Erfinder und meine Mutter hatte Klasse. Sie hat uns vier Kindern die grundlegenden Sachen beigebracht, wie Respekt, Manieren und Bescheidenheit. Sie hat immer gesagt, dass ich mit fünf die Haushaltskasse in der Hand hatte, was eigentlich hieß, dass ich mir kreative Wege ausdenken musste, damit das Geld länger vorhielt. Von meinem Vater habe ich gelernt, auf magische Weise etwas aus nichts zu machen. Während die anderen Kinder mit dem neuesten Spielzeug verwöhnt wurden, hat er selbst was für mich gemacht. Er hat immer gesagt, dass die Sachen besser waren, weil niemand sonst sie hatte. Das hat mir beigebracht, dass es OK ist anders zu sein.Wie hast du mit Mode angefangen?Ich mache meine eigenen Klamotten seit ich sechs bin. Ich habe damit angefangenen alle diese alten Klamotten von den Nachbarn zu verändern und so habe ich auch angefangen über die Kleider nachzudenken, die ich trage. Aber Musik war meine Leidenschaft; Mode hat mich eigentlich nicht interessiert und ich habe auch nie diese Magazine gelesen. Ich hatte eine ziemlich maskuline Ansicht von Stil. Ich habe die Stones und die Faces und später Roxy Music und Bowie geliebt. Ich bin aufgewachsen, als Stylisten noch nicht so einen großen Einfluss hatten und Bands hatten keine Angst eine Vision zu schaffen, die ihre eigene Identität reflektiert.Bist du nach London gezogen, um ein Modedesigner/Popstar zu werden oder nur um abzuhängen und ein Punk zu sein?Ich bin nach London gezogen um für zwei Jahre auf das Royal College of Art zu gehen. Ich wollte nie Modedesignerin werden, aber als ich den Blitz Club entdeckt habe, gab mir das einen Grund wieder Kleider zu machen.Macht dich dein Kunsthintergrund zu einem anderen Designer als jemand der sich durch die Modeindustrie hochgearbeitet hat oder von einer Modeschule kommt?Ich entwerfe nie eine Kollektion auf Papier und stelle sie dann her - es entsteht einfach alles von selbst in meinem Kopf, genauso wie wenn ich male. Nur muss ich etwas schneller arbeiten, damit ich pünktlich zur neuen Saison fertig werde. Aber das ist gut, weil dieses Zeitlimit eine Art von kreativem Wahnsinn auslöst, bei dem ich nie vorher weiß, was als nächstes passiert. Es ist eine riskante Arbeitsweise, aber es macht mir am meisten Spaß und bringt mir die besten Ergebnisse.
Pam 1990Bist du froh, dass du nie eine Kollektion für Debbenhams gemacht hast?Es sieht so aus, als müsste ich irgendwann für eine große Marke designen, weil ich ohne Geld einfach nicht mein Potential als Designerin ausschöpfen kann. Aber ich kann mich nicht so gut nach anderen richte, deshalb wird es vermutlich doch nicht funktionieren. Ich wäre verloren, wenn ich nicht meinen Idealen folgen könnte.
Als Sängerin mit ihrer Band Doll in den Neunzigern.Was hat deine Karriere schwieriger gemacht?Meine Ehrlichkeit und Zielstrebigkeit, aber die haben mir auch Respekt eingebracht. Wahrheit ist ein zweischneidiges Schwert.
1992 in i-D
Frühling/Sommer 2010Deine Shows haben eine große Anziehungskraft auf das rockigere Publikum und die Indie Mode Leute. Du singst, du bist eine Ikone, du bist nicht irgendeine vernachlässigbare Designerin - warum denkst du, dass die Leute überrascht sind, weil du etwas zu sagen hast.Ich denke, dass wenn man etwas tut an das man glaubt es die Leute berührt; die Leute identifizieren sich damit und wenn es nur unterbewusst. Und das ist eigentlich alles.Was heißt Mode heute für dich?Mode heißt nichts. Es ging immer nur darum Kleider zu machen und sie anzuziehen.Ich habe mal irgendwo gelesen, dass Stars Leute sind, die einfach nicht aufgeben wenn sie scheitern. Das hat mich sehr inspiriert. Ist es bei dir genauso?Ich hatte nie das Gefühl gescheitert zu sein. Ich bin ein paarmal in tiefste Dunkelheit gefallen, aber nicht weil ich gescheitert bin, sondern weil ich nicht die Ressourcen hatte, meinen Traum zu verwirklichen. Das einzige an dem ich gescheitert bin ist ein gesundes Bankkonto zu haben.
Mit Lady Miss Kier und PeachesDu bist immer noch jeden Abend unterwegs und veranstaltest Partys. Warum wolltest du nie langweilig werden und dich zurückziehen?Ich glaube nicht, dass mir das jemals passiert. Ich komme aus einer Abenteurerfamilie. Sollte ich mich jemals aufs Land zurück ziehen um Kinder zu haben, bring mich bitte um.DARYOUSH HAJ-NAJAFI
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