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Ohne Kamerafallen hätten wir keine Ahnung

Das erste Mal liegt ein globales Bild von der Vielfalt von Säugetieren vor und wir mussten nichts dafür tun.

Das erste Mal liegt ein globales Bild von der Vielfalt von Säugetieren vor; Informationen, die für die Einschätzung des Erfolgs der aktuellen Schutzstrategien in den Wildreservaten der Welt entscheidend sind und alles nur dank ein paar billiger Kameras.

Bwindi Impenetrable Nationalpark, Uganda. Pan troglodytes (Gemeiner Schimpanse), eine gefährdete Spezies.

Forscher haben mit Conservation International in sieben verschiedenen Reservaten in Afrika, Asien und Amerika Kamerafallen aufgestellt, um Schnappschüsse von Säugetieren zu machen. Die Daten liefern einen wertvollen Überblick über aktuelle Säugetierbestände und -verbreitungen, der es Tierschützern Jahr für Jahr ermöglicht, den Rückgang von Beständen einzuschätzen. Außerdem ist er ein wertvolles Werkzeug, um die Schutzstrategien der verschiedenen Reservate zu vergleichen.

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Vulkan Barva, Costa Rica. Tamandua mexicana (Nördlicher Tamandua, Ameisenbär).

„Wir können sehen, ob die kleineren Reservate an Arten verlieren oder zunehmen, oder ob die größeren Reservate das tun", sagt Dr. Jorge Ahumada, der Leiter der Studie, am Telefon. „Die Aktion gibt uns ein Verständnis dafür, ob die Schutzmaßnahmen, die wir in diesem bestimmten Gebiet des Waldes anwenden, funktionieren."

Udzungwa Mountains Nationalpark, Tansania. Panthera pardus (Leopard), eine potentiell gefährdete Spezies.

Kamerafallen sind mit Verschlüssen ausgestattet, die von Bewegungs- oder Infrarotsensoren aktiviert werden, und an Erlebnispfaden aufgebaut. Wenn ein Tier, das groß genug ist, vorbei wandert, schießt die Falle unauffällig ein Bild. Ahumada und sein Team haben an jeden Standort in Brasilien, Costa Rica, Indonesien, Laos, Suriname, Tansania und Uganda 60 Kameras aufgestellt und sie einen Monat stehen lassen. Durch einen Algorithmus, der die Fotos sortiert, erhielt das Team 52.000 Bilder, die 105 verschiedene Säugetierarten samt Touristen und sogar Wilddieben zeigen. So haben sie eine flächendeckende Vorgehensweise erschaffen, um Wildreservate zu kontrollieren.

Vulkan Barva, Costa Rica. Nasua narica (Weißrüssel-Nasenbär).

„Mit diesen Modellen können wir wenigstens sagen, dass das Reservat in Ordnung ist, aber dieses nicht, weil wir Jahr für Jahr sehen können, dass die Vielfalt, eine Spezies oder die funktionelle Vielfalt zurückgeht", sagt Ahumada. „Es ist entscheidend, diese Grundlinie nicht nur zu haben, sondern sie auch den richtigen Leuten zugänglich zu machen."

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Vulkan Barva, Costa Rica. Tapirus bairdii (Baird-Tapir), gefährdet.

Die Studie unterstützt das ökologische Prinzip, dass größeres Land höhere Qualität und mehr Wert hat. Wenn man zum Beispiel drei Reservate von gleicher Größe hat, dann hätte ein großer Kreis mehr Biodiversität als eine Reihe kleinere Gebiete, die mit Fluren verbunden sind. Isolierte kleine Gebiete würden noch schlechter abschneiden. Wegen Randeinflüssen und dem Potential für Spezies, isoliert zu werden, sind große, zusammenhängende Reservate mit entwickelten Puffergebieten der Schlüssel zu erfolgreichen Schutzmaßnahmen.

Vulkan Barva, Costa Rica. Panthera onca (Jaguar), größte Katze in der westlichen Hemisphäre und eine potentiell gefährdetet Spezies.

„Das ist eine klassische Theorie der Ökologie, dass wir diese Flure [die Reservate verbinden] bauen müssen, weil wir sonst drei Waldinseln haben, die wir vielleicht schützen, aber die nicht geeignet sind, diese Tiere zu unterhalten", sagt Ahumada. „Sie sind nicht geeignet, einwandfrei zu funktionieren, so wie sie es üblicherweise tun, wenn sie mit mehr Wald verbunden sind."

Vulkan Barva, Costa Rica. Leopardus pardalis (Ozelot).

Parks und Reservate sind normalerweise so angelegt, dass sie so effizient und geeignet wie möglich sind, aber es muss noch eine Studie durchgeführt werden, die realistische Daten von mehreren Standorten vergleichen kann, um überzeugender darzulegen, wie erfolgreich aktuelle Bemühungen sind. Außerdem, selbst wenn Tierschützer wissen, was am besten ist, müssen sie noch Politiker davon überzeugen, die natürlichen Lebensräume vor Wettbewerbsinteressen zu bewahren. Mit besseren Daten und einem bisschen Glück bewaffnet sollten Tierschützer in der Lage sein, noch erfolgreicher für den besser Schutz von Wildland einzutreten.

Udzungwa Mountains Nationalpark, Tansania. Loxodonta africana (Afrikanischer Elefant).

„Anders tappst du im Dunkeln", sagt Ahumada. „Du kannst ein Reservat einrichten und dir denken, dass es funktioniert, aber wenn du keine Informationen darüber hast, was dort geschieht, dann wirst du nicht einschätzen können, ob deine Schutzstrategie wirksam ist. Wir brauchen diese Art von Information dringend. Wir müssen dringend Wissenschaft mit in dieses Bild bringen, um uns zu helfen, Schutzmaßnahmen zu etablieren und diese Spezies und Gemeinschaften zu bewahren."