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Musik

Musikreviews

27.11.10

Hier sind unsere Reviews zu FOPS, ANIKA, MARK SULTAN und KAVA & CHRISTOPHER CHAPLIN

FOPS
Yeth, Yeth, Yeth
Monotreme/Cargo

Liebe Bands, hört bitte damit auf, in euren Selbstdarstellungen Cluster, Faust oder Can als Inspiration anzugeben. Sicher haben auch die ehrwürdigen alten Krautrocker gerne mal ein paar Trips eingeworfen und dann stundenlang wirres Zeug geschrammelt, aber mindestens ebenso sicher klangen sie dabei nicht, als ob der örtliche Dark-Wave-Fanclub ein Mario-Kart-Turnier veranstaltet.

KING BOWSER

ANIKA
Anika
Invada

Alle hochschulreife Mittzwanzigerinnen, die auf den Geschmack des Urbanen gekommen sind und ihre sexuelle Selbstentdeckung soweit abgeschlossen haben, dass nun die Phase polymorphen Ausprobierens angesagt bzw bald schon wieder beendet ist, projizieren dann alles Erlebte-Profilgebende in die Kunst bzw Musik hinein. Das ist die Zeit, wo die Kulturindustrie sie pflücken kann wie reife kleine süße Äpfelchen, die auf dem Wochenmarkt die Runde als Geheimtipp machen. Sie wollen dann auch lieber nicht ganz ordinär als Sängerin bezeichnet werden sondern als Chanteuse, immerhin gibt es Dunkles zu berichten.

PÄFFGEN JR

MARK SULTAN
$
Last Gang Records

Wenn du noch einmal all die Sixties-Sounds in durchgerotzter Abgenagter-Knochen-Varietät haben willst, findest du sie hier. Eckdaten? Irgendwo zwischen Animals, Velvet Underground, Crack, Heroin und Ur-Blues-Suche (oder so'n Quatsch). DooWop, die Hölle, das Geld, ein Schatten von einer Erinnerung, wie es früher vielleicht einmal war an den Orten, die nie fotografiert wurden. Das Radio lief trotzdem.

FELLATIO HELL

KAVA & CHRISTOPHER CHAPLIN
Seven Echoes
Fabrique Records / Broken Silence

Das Infoschreiben zu dieser Platte muss von einem Praktikanten verfasst worden sein, anders lässt sich dieser billige PR-Move nicht erklären: Mit dem trickreichen Hinweis, dass er "es lieber nicht kommuniziert wissen möchte", wird man darüber informiert, dass Christopher Chaplin ein Nachfahre jenes Chaplin ist, der im letzten Jahrhundert als großer Diktator ganz Europa in Schutt und Asche legte. So eine tolle Story hätte man auch einfacher verkaufen können. Erwähnen sollte man aber allerdings auch, dass der Spross die Familientradition als "studierter Pianist" weiterführt, was Opa Charlie wenig Freude bereiten dürfte.

PETER VAN DAAN