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Musik

Musikreviews

2.10.10

Hier sind unsere Reviews zu BLACK MOUNTAIN,  MINUS THE BEAR, OF MONTREAL und STELLA.

BLACK MOUNTAIN
Wilderness Heart
JagJaguwar/Cargo

In den letzten Monaten haben die großen Strategen des Heavy Rock bereits ihre Truppen vor den Toren von Klein-Indiehausen zusammengezogen und jetzt geben Black Mountain das unmissverständliche Signal zum Angriff. Eine schwitzende Armada tätowierter Vollbartträger wird über all die gefühlsduseligen Hornbrillenträger herfallen wie eine Herde Hyänen über ein hilfloses kleines Pony, und noch den letzten Grizzly Bear-Fan solange mit Tony Iommi-Gedächtnisriffs torpedieren, bis er weinend zusammenbricht. Hey, wir sind natürlich gegen Krieg, aber irgendjemand muss diesen Heulsusen ja langsam mal auf die Fre…ähem…die Demokratie bringen.

SARAH PRALINCHEN

MINUS THE BEAR
Omni
V2/Cooperative Music

Minus The Bear sind ein klassischer Vertreter der Bands, die aufgrund ihrer Vergangenheit (ex-Botch, ex-Kill Sadie) auch von Szenedumpfbacken akzeptiert werden, die vermutlich ihre Hand in Säure tauchen würden, wenn sie aus Versehen mit einer Hall & Oates oder Police-Platte in Berührung kommen. Lustigerweise klingen Minus The Bear nun endgültig wie eine ätherisch-verspulte Prog-Umpolung von The Police. Inklusive zentimeterdickem Kitsch in den Synthesizern und den Texten. Würden sie sich über Nacht in schlechte Musiker und androgyne Arschlöcher verwandeln, wären sie die neuen Maroon 5.

SNOBKILLER

OF MONTREAL      
False Priest
Polyvinyl Records

Erinnerst du dich noch an deine Klassenkameradin mit dem Pferdegebiss, den nicht vorhandenen Titten und den Haaren, die aussahen wie Zwiebelringe? Sie wurde nie zu den Partys eingeladen, niemand hat sich je mit ihr verabredet und ganz sicher hat sie nie jemand gevögelt. Jetzt, ein paar Jahre später, sieht sie plötzlich aus wie Ursula Andress in der Badeszene aus Dr. No und du fühlst dich wie der größte Trottel auf Erden. Vielleicht haben Of Montreal hier so was wie ihr James-Bond-Album vorgelegt.

GOLDFINGER

STELLA
Fukui
Snowhite

Schade, dass die Genrebeschreibung "Future Pop" schon anderweitig vergeben ist, hier hätte sie wirklich gepasst, zumal alle möglichen Reminiszenzen viel zu weit weg sind, als dass ihre Erwähnung diesem kleinen Meisterwerk gerecht werden könnte. Klar, übermorgen ist Fukui auch schon wieder Lichtjahre entfernt in unseren immer kurzweiliger rezipierenden Köpfen, aber einen neuen kleinen Stern haben Stella trotzdem geboren.

ALZHYME SAN