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The VICE Guide to Berlin 2014

VICE Staff

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Wir treffen uns in der Schlange vor irgendeinem Techno-Tempel des Todes.

Die deutsche Hauptstadt ist wohl auch die Party-Hauptstadt der Welt. Hier wurden alle deine Träume und alle deine dunkelsten Fantasien in einen dreistöckigen Nachtclub mit einer gnadenlosen Einlass-Regelungverwandelt. Leider ist diese Tatsache jedem Menschen der Erde bekannt, also ist folgerichtig nur eins schlimmer als diese verdammt bescheuerten Schlangen vor den Clubs: die ärgerlichen Touristen darin. Hier findest du eine Anleitung, wie du die Einheimischen nicht wütend machst und jeden davon überzeugst, dass du ein echter Berliner bist.

Alarm. Alle Fotos: Grey Hutton, soweit nicht anders angegeben.  

Zu den einzelnen Rubriken:

FEIERN
WIE SIEHT'S AUS MIT DROGEN?
POLITIK, DEMOS UND WIE RASSISTISCH SIND DIE LEUTE HIER?
ESSEN
WAS ESSEN DIE EINHEIMISCHEN?
TRINKEN
ÜBERNACHTEN
LGBT BERLIN
ORTE, DIE AUCH NÜCHTERN SPASS MACHEN
WIE DU NICHT ZUSAMMENGESCHLAGEN UND AUSGERAUBT WIRST
WIE DU DICH NICHT WIE EIN BESCHISSENER TOURIST VERHÄLTST
LEUTE UND ORTE, DIE DU MEIDEN SOLLTEST
EINE YOUTUBE-PLAYLIST MIT FRAGWÜRDIGER EINHEIMISCHER MUSIK
DER VICE-STADTPLAN

Berlin langweilt dich jetzt schon? Hier haben wir noch 16 andere Städte-Guides.

FEIERN

Jeder weiß eigentlich, dass man sich nirgendwo in Europa besser die Lichter ausschießen kann als in Berlin. Das bedeutet auch, dass du damit wahrscheinlich nicht bis zum Wochenende warten solltest. Um genau zu sein: Meide das Wochenende—da ist es ziemlich scheiße und der Versuch, irgendwo reinzukommen ist vergleichbar mit einer Szene aus World War Z. Am besten, du hebst dir deine Energie für Mittwoch und Donnerstag auf.

Das Berghain sagt dir was, oder? Nun, der Club ist für seine Türsteher fast genau so bekannt wie für seine Tanzflächen, also kann es schon mal passieren, dass dir Samstagnacht nach einer dreistündigen Wartezeit folgendermaßen der Zutritt verwehrt wird: „Nein." Und dieses ‚Nein' ist endgültig. Anstatt zu versuchen, dich doch noch irgendwie reinzuschleichen (wird nicht funktionieren), geh lieber Mittwochs ins Watergate, Samstags ins Stadtbad Wedding, Sonntagnachmittags in den Club der Visionäre und falls es wirklich sein muss, Sonntagabends ins Berghain.

Wenn du dir wirklich die Mühe machst und in den berühmtesten Club Berlins gehst, dann verhalte dich nicht wie ein Tourist. Im Berghain steht man nicht an der Bar rum und unterhält sich, also mach immer den Eindruck, als würdest du gleich lostanzen.

Das selbe Prinzip lässt sich auch auf Erinnerungsfotos anwenden: Verschwende nicht deine Zeit mit deinem Handy oder indem du Bilder machst (dafür kannst du rausfliegen), geh einfach nur richtig auf der Tanzfläche ab. Wenn du irgendwann doch nach Hause gehst, dann lass den Stempel auf deiner Hand, da dir dieser vielleicht dabei hilft, die nächste Nacht wieder reinzukommen—zahlen musst du trotzdem. Was aber am wichtigsten ist: immer Bargeld mitbringen. Dort werden keine Kreditkarten genommen und drinnen gibt es auch keinen Geldautomaten.

Friedrichshain ist generell die Gegend, wo die Techno-Fans abhängen und eine der besten Alternativen zum Berghain ist das ehemals illegale ://about blank nahe dem Ostkreuz. Lass aber deinen Camo-Parka, dein IDF-Barett und deine Uniform der Schweizer Garde lieber mal Zuhause, weil du dort nicht reinkommst, wenn irgend ein institutionelles Abzeichen deine Kleidung ziert.

In Friedrichshain findest du auch sonst so ziemlich alles, von günstigen Warm-Up-Bars wie Süß War Gestern und Sanatorium 23, bis hin zu kleineren Clubs wie das Rosi's, Suicide Circus und Salon Zur Wilden Renate

Eine weitere ziemlich gute Alternative zum Berghain ist der Tresor, ein großer Club auf der anderen Seite der Spree. Die Nächte dauern dort nicht so lange wie im Berghain, aber es gibt genau so viel Platz, gute DJs und OHM—der Club im Erdgeschoss—ist auch echt toll.

In Kreuzberg gehen die Leute in Clubs wie Prince Charles oder Gretchen, während man in Neukölln zwischen Loophole, Loftus Hall oder Sameheads auswählt (dort findest du auch viele Expats). Geh bloß nicht ins Matrix oder in den Speicher, es sei denn, du bist ein Teenager, stehst auf R'n'B oder hast generell keinen guten Musikgeschmack. Das sind nur beschissene Touristenfallen für beschissene Touristen.

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WIE SIEHT'S AUS MIT DROGEN?

Im Gegensatz zur weitläufigen Meinung sind wir nicht alle ständig auf MDMA. Wir sind in Wahrheit noch auf ganz viel anderem Zeug.

Das Rauchen von Gras ist in den meisten Gegenden kein wirkliches Problem, am liberalsten sind dabei wohl noch Kreuzberg-Friedrichshain und Neukölln. Monika Hermann, die Bürgermeisterin von Kreuzberg, entwickelt jetzt sogar Pläne dafür, Deutschlands ersten Coffee Shop im Görlitzer Park zu eröffnen.

Im Allgemeinen werden Drogen wie MDMA, Pillen, Kokain und Speed in den Clubs toleriert. Allerdings stellen die meisten Leute sicher, dass ihr Stoff gut versteckt ist, bevor sie von den Türstehern durchsucht werden—alles was bei den ziemlich strengen Kontrollen gefunden wird, landet normalerweise im Mülleimer. Einige Drogen werden aber wirklich von niemandem akzeptiert, vor allem wenn sie anderen Leuten ins Getränk geschüttet werden können oder man davon leicht eine Überdosis abbekommt. Wenn man dich mit Liquid Ecstasy erwischt, wirst du nicht nur vor die Tür gesetzt, sondern bekommst auch Hausverbot (normalerweise ein Jahr lang). Niemand weiß so genau, wie sie dieses Verbot durchziehen können, aber sie können es. Es überrascht vielleicht ein wenig, wenn man an die Drogenzombies in vielen unserer Clubs denkt, aber Leute, die zu fertig sind, werden normalerweise auch nicht toleriert und direkt rausgeschmissen.

Wenn du zufällig an irgendwelche verdächtigen Pillen kommst, dann solltest du wohl einen Blick auf diese Seite riskieren.

In einigen Städten Europas scheint es OK zu sein, Drogen in Parks zu konsumieren, aber hier achten die Leute doch sehr auf die Polizei. Wenn du besonders zwielichtig oder fertig aussiehst, dann kann man dich anhalten und durchsuchen. Undercover-Polizisten sind in den Clubs keine Seltenheit, aber sie konzentrieren sich eher auf die Dealer. Wenn es um härtere Drogen geht, kann das auch strafrechtliche Konsequenzen haben, selbst wenn man nur selbst konsumiert.

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Foto: Alex Young

POLITIK, DEMOS UND WIE RASSISTISCH SIND DIE LEUTE HIER?

BESETZTE HÄUSER

In den 90ern war das Chaos des frisch wiedervereinigten Berlins ein Paradies für Hausbesetzer. Es gab haufenweise leerstehende Gebäude, deren Besitzer waren oft unbekannt und die Behörden hatten keinen Plan. Auch waren die Anwohner Befürworter des Ziels der Hausbesitzer, nämlich die bestehenden Gebäude vor den behämmerten urbanen Entwicklungsprojekten der städtischen Regierung zu schützen. In den Hochzeiten waren in Berlin mindestens 120 Gebäude besetzt, die in einer Vielzahl von heftigen Straßenkämpfen mit der Bereitschaftspolizei verteidigt wurden.

Aber als Berlins Reiz immer größer wurde, wuchs auch der von Projektentwicklern und Politikern ausgeübte Druck auf auf die Hausbesetzer, weil man unbedingt das Image der Stadt aufpolieren wollte. Daraus resultierend wurden die meisten Besetzungen in den späten 90ern entweder aufgelöst oder legalisiert. Als die letzten richtigen Hausbesetzter 2009 aus der Brunnenstraße 183 rausgeworfen wurden, endete die Bewegung. Die Besetzungen haben trotzdem der urbanen Kultur Berlins ihren Stempel aufgedrückt und einige der legalisierten Gemeinschaften wurden seitdem in alternative Kulturzentren verwandelt, die du besuchen kannst—sei es für eine günstige Mahlzeit, eine Underground-Kunstausstellung oder eine langwierige Diskussion über Gramscis Theorie der Hegemonie am Beispiel der Überwachungsmechanismen der NSA.

Zu diesen Kulturzentren gehört der Schokoladen in der Ackerstraße 169, wo ab und an Lesungen, Partys und Konzerte stattfinden. Die Bands, die dort spielen, sind an einen Tag richtig gut, am anderen Tag richtig beschissen. Auch immer mal einen Besuch wert sind die Volksküchen, wo viele dieser Gemeinschaften für entweder sehr wenig oder gar kein Geld selbst gemachte Mahlzeiten verteilen. Im Køpi137 werden auf einer beeindruckenden Leinwand Filme gezeigt und manchmal sogar Essen serviert. Gleiches passiert im Filmrisz in Friedrichshain. Eine übersichtliche Liste für diese Events findest du auf www.stressfaktor.squat.net. Aber sei gewarnt: Wenn du dort als gut gekleideter Fremder auftauchst, der es mal mit einer Nacht ohne WLAN „primitiv angehen" will, machst du dir sicher keine Freunde.

Wenn du deine Diskutierfähigkeiten aufbessern willst, dann geh in die Liebig34, ein „Anarcha-Feminismus und FLT Kollektiv und soziales Wohnprojekt" in einem ehemals besetzten Haus in Friedrichshain. Die Gruppe hat sich komplett dem „täglichen Voranbringen der Dekonstruktion von vorgeschriebenen Geschlechterrollen und Verhaltensmustern" verschrieben und betreibt auch eine (kostenlose) Fahrradwerkstatt und einen anarchistischen Leseraum. Sie sind anscheinend gerade auf der Suche nach neuen Mitbewohnern, was eine interessante Erfahrung sein dürfte—allerdings darfst du nicht männlich und heterosexuell sein, wenn du dort leben willst.

Zuletzt kannst du auch noch die echte, alte Hausbesetzer-Mentalität erleben, wenn du die Brunnenstraße 7 besuchst. Dort gehst du in den hinteren Innenhof, wo dich das viele Graffiti daran erinnern sollte, dass dich die Bewohner nicht mögen, weil du ein Tourist bist (Flüchtlinge sind aber willkommen). Wenn du dich lange genug dort aufhältst, dann steckt vielleicht jemand den Kopf aus dem Fenster, um dich zu beschimpfen, und man wirft mit Dingen nach dir. Wenn du die Leute dort richtig ärgern willst, dann mach ein Selfie vor dem Graffiti und lass dann versehentlich deinen Kaffeebecher vom um die Ecke liegenden Café Oberholz auf einer Türschwelle stehen.

War nur ein Scherz. Lass sie einfach in Ruhe. Das ist kein verdammter Zoo. Würdest du es toll finden, wenn man zu deiner Wohnung kommt und Fotos von dir und deiner Familie macht? Dachte ich's mir doch.

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DEMONSTRATIONEN

Demonstrationen sind in Berlins Kultur fest verankert. Eigentlich kannst du jeden Tag auf eine Gruppe Menschen stoßen, die gegen irgendwas demonstriert, von der Rolle der NATO in der Krise der Ukraine bis hin zu Delfinfang. Sogar noch bevor Berlin 1999 wieder zur Hauptstadt Deutschlands wurde, war die Tatsache, dass die Stadt eine Enklave des Westens im sowjetischen Bereich darstellte, immer wieder der Grund für viele politische Spannungen, die sich am meisten bei den Demos am 1. Mai entluden. Seit Jahren stürzen diese Demonstrationen Kreuzberg ins Chaos und die linken Demonstranten und die Polizei führen dabei eine Art ritualisierten Tanz auf, mit Steinen, Schlagstöcken, Pfefferspray und brennenden Autos.

In den letzten Jahren hat eine neue Taktik der Polizei Früchte getragen und dank eines ausgedehnten Straßenfests konnten die Zusammenstöße einigermaßen eingedämmt werden. Dies hat zur Folge, dass der 1. Mai jetzt mehr spontane Straßenraves und Cocktails nach sich zieht als Kapitalismus-zerstörenden Klassenkampf. Es macht aber immer noch Spaß, mal vorbeizuschauen.

Vor zwei Jahren ist in Berlin eine neue Art des Protestes aufgekommen: der „Flüchtlingsstreik". Hierbei besetzt eine Gruppe von Asylbewerbern einen öffentlichen Platz oder tritt in Hungerstreik, um gegen Deutschlands Asylpolitik zu demonstrieren. Diese Form des Protestes zwang die Berliner Behörden zu schwierigen Entscheidungen—sie erlaubten es einer großen Gruppe Flüchtlinge (und wer auch sonst noch so wollte), eine verlassene Schule in Kreuzberg zu besetzen, haben aber nach eineinhalb Jahren ein Flüchtlingslager geräumt, das einen großen Platz in der Gegend beanspruchte. Bis jetzt haben die Proteste nur wenig Greifbares hervorgebracht, aber immerhin bleiben so die Asylbewerber in den deutschen Nachrichten.

Berlins kleiner, aber unerschütterlich engagierter Ableger der rechtsradikalen NPD versucht immer wieder auf's Neue, die Situation auszunutzen. Alle paar Wochen kündigen sie eine Demo gegen „Asylmissbrauch" und „Schmarotzertum" der Ausländer an, bei der normalerweise zwischen 15 und 100 Idioten und ungefähr 20 mal so viele Antifaschisten, Anwohner und Immigranten-Vereinigungen anwesend sind. Dann läuft das Ganze so ab, dass der größte Idiot eine Rede für seine Unterstützer, die Journalisten und die Polizei hält, die sich um ihn herum befinden. Währenddessen versuchen die Gegendemonstranten die Route zu blockieren, prallen auf die Polizei oder organisieren spontane Straßenfestivals. Das kann Spaß machen, so lange sich die Polizei zwischen dir und den Faschisten befindet.

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IMMIGRANTEN

Berlin ist eine Stadt der Immigranten, 29 Prozent der Bevölkerung haben irgendeinen Migrationshintergrund. Genau so wie in viele anderen Städten auch, sammeln sich verschiedene ethnische Gruppen in verschiedenen Stadtteilen.

Die mit Abstand größte Gruppe sind die Türken (5,5 Prozent von Berlins Bevölkerung, wobei viele von ihnen technisch gesehen Kurden sind). Sie kamen damals ins Land, nachdem mit der Türkei in den 60ern eine Vereinbarung geschlossen wurde—die boomende deutsche Industrie suchte nach günstigen Arbeitern, um das Wachstum voranzubringen, ohne das dabei die Löhne steigen. Vor ihnen sind viele Italiener letztendlich da geblieben, und genau so machten es auch viele der türkischen Gastarbeiter. Auch wenn die Akzeptanz von Seiten der Deutschen größer geworden ist, findet man noch jeden Tag irgendwo Diskriminierung. Es gibt zwar eine Handvoll Politiker und Journalisten mit türkischem Hintergrund, aber nur sehr Wenige haben es geschafft, sich in den höheren Kreisen von Industrie und Banken zu etablieren. Trotzdem können sich die meisten Berliner ihre Stadt ohne den türkischen Einfluss gar nicht mehr vorstellen. Die meisten Türken leben in Kreuzberg, Neukölln, Wedding und Moabit.

Eine kleinere Minderheit sind die Immigranten mit arabischer Abstammung—darunter viele Libanesen, Schiiten, Kurden und Palästinenser, die vor dem Bürgerkrieg in den 80ern flohen. Da die deutsche Regierung sich weigerte, viele von ihnen auch als Flüchtlinge anzuerkennen, befinden sich jetzt Einige in einem Teufelskreis aus Arbeitslosigkeit und gescheiterter Integration, was manche zum organisierten Verbrechen getrieben hat. Die Kombination aus ihrem muslimischen Glauben und ihren großen Familien lässt diese Immigranten regelmäßig in panikheischenden Boulevardzeitung-Kommentaren über „kriminelle Araber-Clans" auftauchen—sehr hilfreich für die Vorurteile gegenüber Arabern in Berlin. Die mit Abstand meisten Araber leben in Neukölln, wo 80 Prozent der jungen Leute einen Migrationshintergrund haben.

Nach den Türken sind die zweitgrößte Gruppe die Polen, zusammen mit vielen Serben und Russen. Da viele Berliner noch wegen den Zeiten des „Ostblocks" an Osteuropäer gewöhnt sind, gibt es auch jetzt ihnen gegenüber nicht so viele Vorurteile (außer dass die Deutschen alle Polen immer noch für Autodiebe halten).

Immigranten aus westeuropäischen Ländern wie Frankreich, Spanien, Italien und Großbritannien machen ungefähr drei Prozent der Bevölkerung aus und es gibt auch nicht so viele Vorurteile. Ihr größtes Problem ist das, dass sie für nervende Hipster-Touristen gehalten werden, die die Mieten nach oben treiben und die Schlange vor dem Berghain aufhalten.

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Foto: Gergana Petrova

ESSEN

Burrito Baby
Pflügerstraße 11, 12047 Berlin
Hier gibt es leckeres mexikanisches Essen ohne Fleisch in gemütlicher Atmosphäre. Und wenn du Tiere so hasst, dass du nicht mal ihre Nebenprodukte aushältst, dann gibt es auch vegane Optionen. Der einzige Nachteil ist die kleine Größe des Ladens, es ist also immer voll.

Cookies Cream
Behrenstraße 55, 10117 Berlin
Das Cookies war einer von Berlins berühmtesten Clubs—er hat schon ziemlich alles gesehen. Seit neuestem ist er aber leider zu, also werdet ihr das nie erleben. Buchstäblich oben auf alten dem Club befindet sich aber immer noch dieses Restaurant. Die Preise sind nicht gerade niedrig, aber das ist es wert, wenn du auf gutes, vegetarisches Essen und das Sichten von vegetarischen C-Promis stehst.

BBI - Berlin Burger International
Pannierstraße 5, 12047 Berlin
Der transeuropäische Burger-Hype hat auch Berlin erreicht (sei nicht versnobt; es ist zwar ab und an ganz schön, mal etwas zu essen, das keinen Herzinfarkt verursacht, aber Burger sind eben verdammt gut). Den Besten bekommst du bei BBI. Zwar ist es dort auch recht eng, aber man findet alles, was einen tollen Burger-Laden ausmacht: gute Küche, Sitzgelegenheiten auf der Straße und eine benutzbare Toilette.

Il Casolare
Grimmstraße 30, 10967 Berlin
In Berlin gibt es insgesamt drei dieser hektischen Pizzaläden: einen in Prenzlauer Berg (I Due Forni), einen in Friedrichshain (Il Ritrovo) und diesen hier, unseren Favoriten. Das liegt zum Teil auch an der wunderschönen Terrasse, mit Blick über den Kanal. In diesem Restaurant geht es laut zu, die Kellner sind unfreundlich und am Wochenende muss man schon mal eine Stunde auf sein Essen warten—aber die köstliche Pizza, die leckere Pasta und die schmackhaften Antipasti machen alles wieder wett.

Vatos Tacos Taco Truck
Ritterstraße 26, 10969 Berlin
Das hier ist ein Food-Truck, es ist also ziemlich sinnlos, euch eine Wegbeschreibung zu geben. Ich könnte allerdings wetten, dass du ihn in der Ritterstraße antriffst. Und wenn das der Fall sein sollte, dann schlag zu: Aus dem Truck werden die besten Quesadillas und Burritos (mit Fleisch, vegetarisch oder vegan) der Stadt serviert.

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WAS ESSEN DIE EINHEIMISCHEN?

Türkisches Essen
Ihn Berlin wohnen die meisten Türken außerhalb der Türkei. Das ist schlecht für Nazis, aber gut für normale, nette Menschen mit einem Magen, denn hier gibt es folgerichtig auch das beste türkische Essen außerhalb der Türkei—und das in Hülle und Fülle und in jeder Preisklasse (von 1,50 Euro für einen Döner bis hin zur hochwertigen Küche).

Club Mate
Club Mate ist im Grunde das Red Bull für die auf Künstler machenden, deutschen Hipster. Das Getränk ist ein bitterer, koffeinhaltiger Eistee und jeder mischt das Ganze mit Wodka. Aber nachdem vor allem pseudokünstlerische, deutsche Hipster Club Mate trinken, machen sich auch genau diese Menschen jetzt darüber lustig. Es sollte dir jedoch einfach egal sein, dass irgend jemand denkt, du seist uncool, weil du mit dem Konsum eines Getränks eine obskure gesellschaftliche Regel brichst—du bist ein Tourist und damit sowieso immer die uncoolste Person im Club.

Currywurst
In Berlin gibt es unglaublich viele Imbissbuden, die die berühmte Currywurst verkaufen. Im Grunde ist das nur eine Fleischwurst (mit oder ohne Darmhaut), die in Stücke geschnitten und mit einem selbst gemachten Mix aus Ketchup und Currypulver übergossen wurde. Du kannst dir sicher denken, wie gesund das ist.

Kneipenessen-Verkäufer
Diese Typen ziehen von Bar zu Bar und arbeiten auch in den Warteschlangen vor den Clubs. Dort verkaufen sie leckere Snacks, die sie in ihren kleinen Körben mitgebracht haben. Das sind dann normalerweise Sandwiches, Pakora und anderes Fingerfood. Nicht gerade günstig, aber wenn der Hunger schon mal das ist ...

Kumpir
Ich weiß, dass das ziemlich blöd klingt, euch hier Ofenkartoffeln zu empfehlen, aber diese hier sind echt der Bringer. Dazu kommt, dass es keine normalen Ofenkartoffeln sind, sondern spezielle aus Osteuropa oder der Türkei (anscheinend weiß das niemand so genau).

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TRINKEN

In Neukölln im Süden Berlins ist Das Gift der beste Ort, um etwas zu trinken: In dieser typischen Berliner Eck-Kneipe bekommst du gutes und günstiges Bier vom Fass. Und wie es in Berlin halt so üblich ist, wird die Kneipe von einer schottischen Alternative-Rock-Größe geführt—Barry Burns von Mogwai, zusammen mit seiner Frau Rachel. Die Kneipe nebenan gehört dem Bassist von Arab Strap und The Jesus and Mary Chain betreiben draußen einen Falafel-Stand.

Viele sagen, dass die Gegend um Berlin Mitte zugrunde geht oder jetzt dort viel zu viele Touristen sind, aber erstens bist du ein Tourist, und zweitens ist es dort ehrlich gesagt immer noch richtig schön. Lass den Rosenthaler Platz mal links liegen und erforsche stattdessen die Seitenstraßen, zum Beispiel die Auguststraße. Dort findest du das Hackbarth's (Auguststraße 49a), wo du vorm Abendessen richtig gut was trinken kannst.

Wenn es um Restaurants geht, dann lohnt sich Kreuzberg immer, aber wenn du für ein-zwei Drinks da bist, dann empfehlen wir dir die Bellman Bar (Reichenberger Straße 103). Sie hat lange geöffnet, dort gibt es Alkohol und ich bin wahrscheinlich auch da, also sag ruhig ‚Hallo'.

Falls du dich wie ein 16-Jähriger lieber im Park betrinkst, dann ab in den Volkspark Friedrichshain. Er ist riesig und voller schöner Fleckchen, wo du den ganzen Tag verbringen kannst. Hervorzuheben ist hier der Märchenbrunnen (wo du auch ganz schnell unfreundliche, betrunkene Teenager kennenlernen kannst).

Man redet viel davon, dass Schöneberg Berlins nächster hipper Stadtteil sein wird. Das ist ziemlich komisch, weil es dort schon immer schön gewesen ist. In letzter Zeit sind dort viele Galerien hingezogen, also kannst du dich tagsüber gut mit Kultur beschäftigen, bevor du ins Café Einstein gehst, das schönste Kaffeehaus der Stadt. Danach geht's ab in die Victoria Bar, um sich mit besseren Cocktails zu betrinken, als es der britische Name suggeriert.

Charlottenburg ist wirklich einer von Berlins schönsten Stadtteilen, wenn du der Hölle des Kurfürstendamms—die geschäftigste Einkaufsmeile der Stadt—entfliehen kannst. In den umliegenden Straßen findest du viele Spitzen-Bars (wie die Paris Bar) und Läden, die von Hipster-Hassern gehasst werden (zum Beispiel der Bikini Berlin Concept-Store, wo du die aktuellsten Kollektionen von unbekannteren Berliner Designern findest). Abgesehen davon gleicht Charlottenburg eher einem Museum, wenn dir nicht gerade das Geld aus den Taschen quillt. Kauf am besten ein paar Dosen Bier und beobachte einfach nur die Reichen und Schönen.

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ÜBERNACHTEN

Wenn du eine günstige und spaßige Übernachtungsmöglichkeit in Berlin suchst, dann bist du beim A&O Hostel in der Köpenicker, Ecke Adalberstraße genau richtig (ab 9 Euro pro Bett im Schlafsaal/Nacht). Hier wird der menschliche Abfall eines jeden Landes angespült und Einheimische nennen das Hostel auch den „Trailerpark der Touristen". Es ist nicht wirklich schön, aber wenn du auf den ekelhaften Hormon-Schmelztiegel stehst, der sich ‚Generation EasyJet' nennt, dann wirst du es hier lieben.

Eine weitere günstige Option sind Pensionen. Sie werden normalerweise von alten Leuten betrieben, mit denen du nichts gemeinsam hast, außer der grundlosen Überzeugung, dass Berlin nicht mehr das ist, was es mal war. Leider gibt es immer weniger Pensionen in der Stadt selbst, aber wenn du online eine findest, dann ist das Ganze einen Versuch wert.

Wenn du mit jemandem nach Berlin kommst, der eigentlich lieber Campen gegangen wäre, dann checkt mal den Hüttenpalast in der Hobrechtstraße 65-66 (ab 55 Euro pro Nacht für einen Wohnwagen). Dort gibt es Wohnwägen und Holzhütten—so kannst du den ganzen von der Natur gebotenen Spaß genießen und befindest dich trotzdem mitten im partytauglichen Neukölln, wo die wilden Kerle wohnen.

Wenn das eigentliche Ziel deines Aufenthalts in Berlin ist, mit irgendeinem Bandmitglied zu schlafen, dann versuch's mal im Michelberger Hotel in der Warschauer Straße 39/40 (ab 80 Euro pro Zimmer/Nacht). Hier steigen wirklich viele DJs und andere Idioten ab, wenn sie gerade in der Stadt sind. Wenn nicht gerade ein Plattenlabel oder ein Club deine Rechnung übernimmt, dann geh einfach nach Nebenan ins preiswertere Industriepalast Hotel in der Warschauer Straße 43 (ab 20 Euro pro Bett im Schlafsaal/Nacht). Wenn du eher auf die Vorbands als auf die richtigen Rockstars stehst, dann passt das auch. Und falls du gar kein Glück haben solltest, dann sind es zum Berghain nur fünf Minuten Fußweg.

Eine der besseren, aber auch teureren, Hoteloptionen ist das 25hours Hotel Bikini Berlin (ab 155 Euro pro Zimmer/Nacht). Das Design ist toll, die Aussicht fantastisch und es liegt gleich neben dem Bahnhof Zoo—den solltest du sowieso auschecken, allein schon wegen der ganzen Christiane F-Sache, aber auch weil die Gegend eine gute Alternative zum ständigen Abhängen in Kreuzberg darstellt.

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Foto: Chris Bethell

LGBT BERLIN

Berlin hat von allen deutschen Städten die meisten homosexuellen Einwohner. Im Sommer gibts es eine gigantische Pride-Parade, den Christopher Street Day, und eine umkommerziellere Variante in Kreuzberg, die am gleichen Tag stattfindet, normalerweise am gleichen Tag. Auch finden verschiedene Straßenfeste (zum Beispiel das Motzstraßenfest, quasi eine stationäre Pride-Parade), bei denen es teilweise um Fetische geht, einige davon um Ostern rum, einige im Sommer. Dort findest du mehr sexy Polizisten, Feuerwehrmänner und Dildos als du dir nur wünschen kannst.

Es gibt unzählige Homo-Läden und einen Haufen Orte, wo jede sexuelle Vorliebe ausgelebt werden kann. Darunter befinden sind Hardcore-Sex-Clubs, alternative Queer-Partys für jeden Geschmack und große Partys für die Muskel-Tanktop-Boys. Auf dem Gelände des Berghain befindet sich das Lab.Oratory—ein Sex-Club mit wechselnden Partymottos—darunter auch ‚Slime' und ‚Scat', falls das dein Ding ist.

Fast jeder der Seen rund um Berlin hat einen schwulen Strand und der Tiergarten (der riesengroße Park im Herzen der Stadt) ist schon immer der zentrale Cruising-Spot.

In Schöneberg, genauer gesagt rund um den Nollendorfplatz, findest du schwule Buchläden, Apotheken, Clubs, Bars, Cafés, Klamottenläden und alles andere. Der Rest der Stadt ist auch ziemlich liberal, aber Homophobie ist leider immer noch präsent. Allein 2013 gab es 290 Gewalttaten, die mit Homophobie in Verbindung gebracht wurden und es kann vorkommen, dass ein homosexuelles Pärchen für's Händchen halten in der Öffentlichkeit angegriffen wird. Die Polizei weiß, wie man mit diesen schwulenfeindlichen Idioten umgehen muss und dazu gibt es noch einige Organisationen, die dir helfen, wenn du während deinem Aufenthalt ein Opfer von Homophobie werden solltest.

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ORTE, DIE AUCH NÜCHTERN SPASS MACHEN

Berlin Community Radio
All die superfaulen Leute da draußen müssen so gesehen gar nicht mal das Bett verlassen, damit die Party weitergeht—sie müssen einfach nur BCR (Berlin Community Radio) einschalten. Dort wird tolle Musik gespielt, die Subkulturen der Stadt vorgestellt und Tipps für die besten Partys und Veranstaltungen am Abend gegeben.

Insel der Jugend
Wenn du mal aus der Stadt raus musst, dann kannst du auf der Insel der Jugend die Spree genießen und dich daran erinnern, dass Berlin mehr ist als nur Techno und Nachtleben.

Paloma Bar
Diese kleine Bar ist schön, klein, und befindet sich im ersten Stock am Kottbusser Tor. Der Eingang ist etwas versteckt (die erste Treppe nach der Fotoautomaten), aber die Suche lohnt sich, denn von dort aus hat man einen tollen Ausblick von oben auf Drogendeals und die ab und an stattfindenden Ausschreitungen.

Grunewalder Forst und See
Wenn du von der Stadt die Nase voll hast, dann nimm einen Zug nach Grunewald. Ja, dort residieren vielleicht die Stinkreichen, aber man muss schon ziemlich verbittert sein, wenn man es dort nicht verdammt schön findet.

Spreepark in Plänterwald
Obwohl er inzwischen kein wirkliches Geheimnis mehr ist, lohnt sich der Spreepark immer noch. Das war mal der einzige Vergnügungspark in Ostdeutschland, musste 2001 aber schließen. 2002 nahm der ehemalige Betreiber ein paar der Fahrgeschäfte mit nach Peru, um einen neuen Park aufzumachen, ging dort aber ebenfalls pleite. Danach wurde er dabei erwischt, wie er 180 Kilo Kokain nach Deutschland schmuggeln wollte. Jedenfalls hat er ein paar verlassene Fahrgeschäfte zurück gelassen, wie zum Beispiel eine winzige Bimmelbahn, in der du noch fahren kannst. Mach entweder bei einer Tour mit oder spring einfach über den Zaun und geh selbst auf Erkundungstour.

C-Base
Die C-Base ist ein Hackerspace in der Mitte Berlins, wo seit Jahren richtig viel Club Mate konsumiert wird. Die Nerds haben dort alle möglichen Programme geschrieben, von denen wir nie etwas erfahren werden, weil sie alles in dem Mutterschiff lagern, dass sie für sich selbst gebaut haben.

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Foto: David Georgi

WIE DU NICHT ZUSAMMENGESCHLAGEN UND AUSGERAUBT WIRST

Es ist zwar richtig, dass die Berliner Verbrechensrate nach oben geht, aber es ist jetzt auch nicht so, dass der durchschnittliche Bewohner in ständiger Angst lebt. Die Kriminalstatistik ist vielleicht nicht so gut wie die von Städten wie München oder Stuttgart, aber im Vergleich zu anderen europäischen Städten ist Berlin immer noch sicher und Touristen gehören nur selten zu den Opfern von Straßenkriminalität. Trotzdem gibt es—wie in jeder anderen Großstadt auch—immer wieder ein paar Arschlöcher und es ist Deutschland, also könnte vielleicht ein Kannibale unter deinem Hostel leben.

Hier ein paar grundlegende Regeln, die auch in Berlin gelten: Lass dein Smartphone oder deine Handtasche nicht offen auf dem Tisch liegen. Halte dich nachts nicht unnötigerweise in verlassenen U-Bahn Stationen auf. Unterlasse es, auf der Straße „Three Lions" zu singen. Fahr nicht mit Taxis ohne Lizenz. Sei kein Idiot.

Hier noch mal etwas ausführlicher: Am Wochenende fahren die Züge die ganze Nacht durch und in letzter Zeit gab es gewalttätige Angriffe in Touristen-Hotspots wie dem Alexanderplatz oder der Friedrichstraße. Aber diese Übergriffe kommen nur sehr selten vor und sollten dich nicht davon abhalten, die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen oder die Dinge anzuschauen, die du sehen willst. Abgesehen von den Straßenräubern findest du auf dem Kurfürstendamm oder auf der Tauentzien Typen, die mit Passanten das gute alte Hütchenspiel spielen—das ist natürlich totale Abzocke.

Die am weitesten verbreitete Straftat in Berlin (und womöglich in ganz Deutschland) ist aber immer noch der Fahrraddiebstahl. Dies kommt am häufigsten in den angesagten Gegenden vor, wo du wahrscheinlich abhängst: Mitte, Kreuzberg und Neukölln. Lass dein Fahrrad auf jeden Fall nachts nicht auf der Straße stehen, weil es am nächsten Morgen sonst wohl weg ist oder mindestens keine Räder mehr hat.

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Foto: Theo Cottle

WIE DU DICH NICHT WIE EIN BESCHISSENER TOURIST VERHÄLTST

In Berlins Hostels perfektionieren Touristen von überall her ihr asoziales Verhalten. Der Geruch von Müll und fauligem Döner verpestet alles im Umkreis von 500 Meter und lässt schon erahnen, dass es dort nicht gesund sein kann.

Touristen scheinen es sich zum Ziel gemacht zu haben, bei uns Krebs zu verursachen. Sie wollen sich unbedingt mit den Leuten identifizieren, die unter dem kommunistischen Regime Erich Honeckers gelebt haben: Sie melden sich in Scharen zu „Trabi-Touren" an—dem wahrscheinlich schlechtesten Auto, das je von einem Deutschen gebaut wurde. Es bestand aus Plastik, der Motor war nutzlos und verbrauchte dazu noch verbleites Benzin. Die Ostdeutschen mussten bist zu acht Jahre auf eines dieser „Fahrzeuge" warten. Natürlich haben wir aus unserer Vergangenheit gelernt und heute fährt niemand mehr so eine Schrottkiste ... aber die Touristen lieben sie und mieten sie sich, um dann damit ohne Ziel durch die Stadt zu fahren und dabei die Lungen der Fußgänger mit Kohlenstoffdioxid voll zu pumpen. Wenn du es schaffst, ihnen auszuweichen oder nicht an den Abgasen zu ersticken, dann wird der durch die Autos verursachte Klimawandel uns eh bald alle auslöschen. Bitte heißt dieses Verhalten nicht gut, denn nur diese Bierfahrräder sind noch schlimmer.

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WEN UND WAS SOLLTE ICH BESSER MEIDEN?

Drogenzombies
Drogenzombies haben nur noch wenig Menschliches an sich. Den Rest haben sie irgendwann während dem dreitägigen Trip verloren, den die Berliner Wochenende nennen. Nachts halten sie sich in Clubs auf, aber tagsüber kommen sie herausgekrochen, auf der Suche nach noch mehr Drogen und einer Flasche Club Mate, die sie weiter machen lässt. Ihr Mund schäumt schon, sie kippen in Parks wie der Hasenheide oder dem Görli einfach um und hören nie auf, zu tanzen—selbst wenn sie nur immer wieder die falschen PIN in einen Geldautomaten eintippen.

Die Nazis
Nur weil der Krieg schon lange vorbei ist, heißt das leider nicht, dass die Dümmsten aller Deutschen komplett verschwunden sind—sie sind nur in die äußeren Stadtteile gezogen, wie Friedrichsfelde oder Köpernick. Ziemlich frustrierend: Sie haben auch gelernt, sich ihrer Umgebung anzupassen, also tragen sie jetzt nicht mehr nur noch Glatzen und Bomberjacken. Wenn du irgendwie eine erdrückende Aura von totalem Versagen spürst, dann steht möglicherweise ein Nazi vor dir.

Die jugendlichen Schlägertruppen
Jung, wütend und gelangweilt—die perfekte Mischung. Normalerweise hängen diese Typen zu viert in U-Bahn Stationen ab und warten auf den perfekten Moment, um jemanden vor den Überwachungskameras zu verprügeln. Die Medien bezeichnen den Anstieg der Jugendgewalt in Berlin U-Bahn Stationen als „alarmierend" und „total willkürlich", also sei bei besser nicht alleine unterwegs und lass dein teures Smartphone in der Tasche.

Den Potsdamer Platz in Berlin Mitte
Sie haben das große Niemandsland übernommen. Sie haben den Tresor, eine Institution der Techno-Szene, zerstört. Sie haben alles andere auch platt gemacht, das Berlins Geschichte ausgemacht hatte. Stattdessen findest du hier jetzt einen leb- und charakterlosen Versuch einer Skyline, gezeichnet von sinnlosen Wolkenkratzern und richtig schlechtem Feng Shui.

Den Checkpoint Charlie
Im Grunde ist CC nur eine beschissene, kleine Hütte mit unechten Soldaten, die jedes Mal Geld verlangen, wenn du ein Foto mit ihnen machst. Das allein sollte schon abschreckend genug sein.

Den Mauerpark-Flohmarkt
Wir präsentieren: der am meisten überbewertete, beschissenste Ort in der ganzen Stadt. Trotzdem kannst du ihm nicht entkommen, weil irgendwie immer einer oder eine aus deiner Gruppe aus völlig unerfindlichen Gründen Flohmärkte oder Karaoke liebt. Das hier sollte eigentlich ein cooler Treffpunkt für tausende hippe, junge Leute sein. Die Wahrheit ist es allerdings viel überfüllter, viel dreckiger und viel teurer. Alle Leute, die hier leben hassen es, dort hin zu gehen.

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EINE YOUTUBE-PLAYLIST MIT FRAGWÜRDIGER EINHEIMISCHER MUSIK

Diese Playlist enthält Zeug, dass du vielleicht beim Weggehen wieder zu Ohren bekommst. Das hier spiegelt nicht unbedingt den Geschmack des deutschen VICE-Büros wieder, aber egal. Ich denke, dass du schon mal ein wenig deutschen Rap gehört haben solltest, bevor du herkommst.

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VICE-STADTPLAN

Also dann, bis bald in der dreistündigen Warteschlange vor irgendeinem Techno-Tempel des Todes.

Alles Liebe

VICE Deutschland.

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Alle 17 Städte-Guides 2014 in einer Übersicht