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Popkultur

'Ted' ist nicht lustiger als ALF

Seth McFarlanes Bärenspaß schwächelt und außerdem gibt es Cronenberg-Spitzen.
4.8.12

Flauschige Puppen-Kreaturen als Mitbewohner zu haben, die ein bisschen Arschloch und doch weise in ihrer Rohheit sind, war schon immer hart. Sogar für MarkieMarc, der seine Beziehung zu Mila Kunis nicht wirklich ernst nimmt. Das mag an seinem zum Leben erweckten Teddybären-Kumpel liegen, der Bong raucht und auch ohne Penis erstaunlich viele Huren und Kassiererinnen fickt.

TED funktioniert als Live-Action Film, aber man erkennt im Ganzen die schreiberische, random-polemische Schwäche des Family Guy Papas. Außerdem bin ich beleidigt, dass Seth McFarlane sein Interview in Wien abgesagt hat. Ich wollte ihn Fragen ob er Robin Williams wirklich dermaßen haßt, wie er vorgibt. Anschauen oder nicht, ALF hätte trotzdem mal was mit Kate haben sollen.

Alte Cronenbergspitzen

Ich feiere die Tatsache Cosmopolis noch nicht gesehen zu haben indem ich alte Cronenberg-Filme durcharbeite wie die Frauentyp-Beschreibungen im Kamasutra-Buch, das Yalda am Wochenende geschenkt bekommen hat. Im aktuellen Übertech-Film übernimmt die für Cronenberg stilistische Weirdness scheinbar Robert Pattisons obere Gesichtshälfte. Seine Stirn verfolgt mich in meine Träume. Ich mag den Jungen eigentlich, wenn er sein Twilight-Stigmata nicht mit sich rumtragen würde wie eine offene Axtwunde. Unser David meinte, das Ende ist Scheiße, aber sonst ein stabiler Film. Hey, setzt euch einfach zu Rob in die Limo und entscheidet euch selbst.

Videodrome ist wirklich saucool. Warum, kann man nicht mit einem Wort klären, aber ich habe mein Geld auf den 1983er James Woods, der mit seiner Pistolen- und VIdeokassetten-verschlingenden Magenmuschi richtig eingehend Unwohlsein im Zuschauer sät. Auch die Blondie-Sängerin macht mich in der Ohrenlöcher stechenden Sexszene äußerst glücklich. Masochismus hat mich schon immer fasziniert, und im weiteren Sinne auch das lebendige Entertainment-Center als Hirnwäsche und Ventil der Libido. Thumbs Up.

5 Jahre Komas sind immer Scheiße, gerade wenn man eigentlich heiraten wollte, die Frau nach dem Wiedererwachen von jemand anderen ein Kind hat und man eine dunkle Gabe aus den Zwischensphären der Lebenswelt mitgebracht hat. The Dead Zone (auch 1983, mein Geburtsjahr!) schaut zwar saubillig aus und hat Cronenberg vielleicht nicht so viel Spaß gemacht, aber Christopher Walken als Lead ist immer besser als … naja, besser als so ziemlich alles auf diesem Weltplaneten. Ihm beim Sprechen zuzuhören fühlt sich an wie wenn Beethoven auf deinem Keyboard Rick Astley runterspielt: nicht von dieser Welt.

Ich bin gegen Scanners, also nicht gegen den Film sondern gegen die im Film vertretene sozio-evolutionäre Schicht an Telepathen. Wo kämen wir denn da hin wenn die Leute sich gegenseitig die Köpfe in die Luft sprengen oder auf offener Straße die Arterien aufplatzen lassen. Die Cronenberg-Liste geht bald weiter, mit History of Violence und Shivers, was weiß ich. Helft mir einfach, Jungs.

Josef auf Twitter: @theZeffo