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Hangover-News, 21. Dezember 2015

In Freital bekommt der Bürgermeister Morddrohungen via Hauswände, eine Rentnerin entsorgt ihre Handgranate im Wertstoffhof und Vitali Mironow verliert seine Klage gegen Apple und die 'Homo-Propaganda-Emojis'.
21.12.15

Dieter Egger wird erster FPÖ-Bürgermeister in Vorarlberg

Screenshot via Facebook.

Für jene, die sich nach den Wahlergebnissen bei der Wahl in Oberösterreich wundern, weshalb es überhaupt eine Nachricht Wert ist, dass ein FPÖ-Politiker Bürgermeister wird, der hat vergessen, dass der Chef der Vorarlberger Freiheitlichen, Dieter Egger, 2009 gegen den Direktor des Jüdischen Museums, Hanno Loewy und den Intendanten der Bregenzer Festspiele gewettert hatte, nachdem sie FPÖ-Plakate kritisiert hatten. Wobei wettern ja auch noch OK gewesen wäre, dieser Sager aber nicht: „Den Exil-Juden aus Amerika in seinem hochsubventionierten Museum geht die Innenpolitik ebenso wenig etwas an wie den Intendanten der Bregenzer Festspiele." Für diesen Sager wollte sich Egger bis April 2015 nicht entschuldigen.

Hohenems ist nun die erste Vorarlberger Stadt, die von einem FPÖ-Bürgermeister regiert wird. Bei der Wahl am 15. März hatte Egger zunächst mit 45,3 Prozent der Stimmen die Wahl für sich entschieden. Bei der Stichwahl, zwei Wochen später, gewann Amtsinhaber Amann (ÖVP) die Wahl mit 121 Stimmen Vorsprung. Am 23. November hob der Verfassungsgerichtshof diese zweite Wahl auf, weil es bei der Ausgabe der Wahlkarten zu Unregelmäßigkeiten gekommen war. Nun wurde Egger mit über 55 Prozent zum neuen Bürgermeister von Hohenems gewählt.

In Freital bekommt der Bürgermeister Morddrohungen via Hauswände serviert und in Gräfenhainichen fahren Neo-Nazis Kot spazieren

Original Foto: Imago | Frank Sorge

Eine Turnhalle und ein ehemaliger Real-Markt spalten aktuell Freitaler Gemüter. Beide sollen im kommenden Jahr eventuell zu Notunterkünften für Flüchtlinge umfunktioniert werden, was auf Befürworter stößt und solche, die es nicht sind. Vertreter der letztgenannten, „heimatliebenden" (Selbstbezeichnung) Fraktion kamen nun am Wochenende auf die brillante Idee, ihre Meinung die beiden Objekte betreffend auf den Objekten selbst zu visualisieren. So diente ihnen die Turnhalle für die gesprayten Schriftzüge „No Asyl", „Wir wollen keine Asylheime in Freital" sowie „Freital soll sauber bleiben, keine Asylheime, keine Antifa"; und damit auch jeder verstehe, was gemeint ist, wurde sich an den Wänden des Real-Markts um eine noch deutlichere Ausdrucksweise bemüht: „Freital bleibt deutsch", ein Hakenkreuz, noch ein Hakenkreuz und ja, noch ein Hakenkreuz, zu guter Letzt ein Gruß an den Freitaler Bürgermeister Uwe Rumberg—„Rumberg töten".

Anstatt wie Freital ausschließlich auf visuelle Sinne zu setzen, griffen die Neonazis in Gräfenhainichen auch tief in die olfaktorische Trickkiste, als sie sich dazu entschlossen, ein für den Samstag geplantes Bürgerfest der Bürgerinitiative Offen, bunt, anders zu verhindern. Dazu trugen sie in der Nacht zuvor Karren voll Pferdescheiße am Kirchplatz zusammen, wo das Bürgerfest stattfinden sollte, und warfen sicherheitshalber noch mehrere Gläser Buttersäure auf die Pflastersteine. „Das waren etwa zwei bis drei Handkarren", erklärte ein Polizeisprecher. Sie hinterließen auch Aufkleber mit rechten Parolen, half aber alles nichts. Die braune Scheiße wurde von der Feuerwehr schneller weggespült als sie von den Nazis angeschleppt wurde, das Bürgerfest fand wie geplant statt.

In der Schweiz wird das „Schoggigesetz" abgeschafft

Screenshot via YouTube

Die Schweiz muss das sogenannte „Schoggigesetz" abschaffen. Das entschied die Welthandelsorganisation (WTO) am Samstag dieses Wochenendes in Naibori. Das bedeutet, dass die Schweiz ihre Subventionen für die Ausfuhren von verarbeiteten Landwirtschaftsprodukten auf der Basis von Fleisch und Milch auf einen Schlag abschaffen muss. Dafür hat sie eine Frist von fünf Jahren, in der sie über Kompensationsmassnahmen nachdenken kann. Schweizer Bauern demonstrierten deswegen in Bern für die Exportsubventionen. Allen voran die Milchproduzenten, die faire Preise für Landwirtschaftsprodukte forderten. Mit Kuhglocken und Plakaten wollten sie darauf aufmerksam machen, dass Schweizer Landwirte immer weniger verdienen.

Die von der Schweiz zu Anfang geforderte Frist von sieben Jahren zum Abbau der Exportsubventionen wurde von den WTO-Mitgliedstaaten abgelehnt. Das Kompromiss von fünf Jahren hält die Schweiz jedoch für „akzeptabel". Vergangenen Mittwoch wurde erst von der Bundesversammlung ein neues Subventionspaket mit einem Budget von rund 95 Millionen Franken gutgeheissen.

Eine Rentnerin entsorgt ihre Handgranate im Werkstoffhof

Symbolfoto einer Stielgranate: Tilemahos Efthimiadis | Flickr | CC BY-SA 2.0

Ist vermutlich etwas länger her, seitdem eine Rentnerin aus dem Saarland ihren Keller entrümpelt hatte. In dem ganzen Durcheinander fand sich nämlich eine Handgranate aus dem Zweiten Weltkrieg, die sie zusammen mit weiteren nicht mehr benötigten Kellerfundsachen zum Wertstoffhof nach Mettlach brachte. Der Name wäre um ein Haar Programm geworden, wenn einem Mann vor Ort die Stielgranate nicht aufgefallen wäre und er nicht die Polizei alarmiert hätte. Wie sich herausstellte, wusste die Dame nicht, was sie da nach Mettlach transportierte.

Russischer Politiker verliert Klage gegen Apple und deren ,Homo-Propaganda-Emojis'

Vitali Milonow. Ein Mann wie Gott ihn schuf, sagt er. Foto: Imago | Russian Look

Im Kampf gegen die Rechte von Homosexuellen ist Vitali Milonow kein unbeschriebenes Blatt. Das Mitglied der gesetzgebenden Versammlung von St. Petersburg forderte nicht nur die Vernichtung einer Steve Jobs-Statue vor einer St. Petersburger Universität und ein Einreiseverbot für Apple-CEO Tim Cook, nachdem dieser sein Coming-out hatte, Milonow wünschte Conchita Wurst nach ihrem ESC-Sieg via Twitter ein Schmoren in der Hölle und Madonna hat er wegen der Verbreitung von Homo-Propaganda angezeigt.

Nun war Apple wieder dran. Auch dem Computerriesen hat Milonow aus gleichem Grund den Prozess gemacht, da sein sechsjähriger Sohn „unfreiwillig" das Opfer von Homo-Propaganda wurde, als er auf seinem neuen iPhone WhatsApp öffnete und ihm die neuen LGBT-Emojis entgegen sprangen. Traumatisches Erlebnis. Milonow forderte rund 1 Million Rubel (immerhin knapp 13.000 Euro) und eine iOS-Version speziell für den russischen Markt, auf der „dieser Schmutz" entfernt sei. Das Moskauer Stadtgericht lehnte Milonows Weihnachtswünsche ab.

Spanien hat gewählt und auf die Etablierten kommen dunkle Zeiten zu

Der wohl größte Verlierer, Regierungschef Rajoy. Foto: Imago | ZUMA Press

Die absolute Mehrheit für die konservative Volkspartei (PP) ist dahin. Die Partei von Regierungschef Rajoy bleibt zwar auch nach diesen Parlamentswahlen am Sonntag die stärkste Kraft im Land, dies aber nur noch mit 28,71 Prozent der Stimmen und somit 123 von insgesamt 350 Sitzen im Parlament (bei den Wahlen 2011 waren es noch 44,6 Prozent). Ebenso kam das über 30 Jahre andauernde Zwei-Parteien-System zu seinem Ende.

Neben den Sozialisten (PSOE) mit 22,02 Prozent und 90 Sitzen ziehen nun zwei neue Parteien in die Kammer ein, die sich beide als die eigentlichen Sieger der Wahlen freuen dürften. Die linke Podemos-Partei mit 20,65 Prozent der Stimmen und 69 Sitzen sowie die Ciudadanos mit 13,93 Prozent und 40 Sitzen. Ob die PP überhaupt einen Koalitionspartner finden wird, werden die vermutlich wochenlangen Verhandlungen zeigen. Zur Not muss wieder neugewählt werden.

Sauerkraut löste in Oberbayern einen Gasalarm aus

Foto: Imago | Michael Westermann

Essigsäurebakterien, heterofermentative Milchsäurebakterien, Ascorbinsäure und auch der Lactobacillus brevis sorgen dafür, dass aus frischem Weißkohl mit dem nötigen Geschick Sauerkraut wird. Dazu muss der Weißkohl erst einmal gekocht werden, was nicht gerade wie ein Strauß voll Rosen duftet. Mehr noch: Diesen Geruch assoziierte ein Bewohner eines Mehrfamilienhauses im oberbayerischen Waldkraiburg nicht nur mit dem Furz eines Obdachlosen, sondern ging von einem Gasleck aus. Polizei, Feuerwehr und das Rote Kreuz rückten in voller Montur aus, nur um festzustellen, dass die Nachbarin zuvor in ihrer Küche Sauerkraut gekocht hatte.