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Die 7 Fortbewegungsmittel, die wir nicht auf Schweizer Strassen sehen wollen

Monowheels, Segways und Inline Skates haben etwas gemeinsam: Sie machen unsexy!
28.4.15
Hans Dorsch

Wie sich ein Mensch fortbewegt, sagt viel über ihn aus. Natürlich ist der geleaste BMW deines gerade 18 Jahre alt gewordenen Cousins Ausdruck seines Peniskomplexes. Das giftgrüne Fixie dient zur Komplettierung des Jutebeutels und schreit in Kombination jedem Passanten entgegen: „Hau ab, ich bin Zürcherin imfall!" Wir haben die schrägsten Fortbewegungsmittel auf Attraktivität und Stil analysiert. Denn nicht jedes Gefährt wirkt so sexy wie das Skateboard. Falls du also mit dem Gedanken spielst, dir wieder ein Kickboard zuzutun, liest du hier, was für Signale du dadurch sendest.

Segway

Foto von Jon, Flickr; CC BY-SA 2.0

Segways braucht niemand. Sie sind weder praktisch, um schnell zum Bäcker zu fahren, noch irgendwie erträglich anzuschauen. Segways sind tatsächlich eine Beleidigung für die Augen jedes Passanten. Segway-Fahrer wirken wie dämliche Cartoon-Figuren, die sich verbissen nach vorne lehnen, um Gas zu geben. Im Zeichentrickfilm würde man durchdrehende Räder, Rauch und viel, viel Speed erwarten. Beschleunigung von null auf Sternchen-Glitter-Hundertachzig! Dummerweise kommen sie auch noch verhältnismässig langsam vom Fleck. Die Komplettausrüstung mit Helm und Leucht-Schnickschnack trägt zum Sexappeal der Segway-Fahrer auch nicht wirklich bei.

Dachroller

Die Spezies Mensch, die sich einen Dachroller zulegt, sieht sich schon dann als Rebell, wenn sie unter der Woche einen Cocktail trinkt. Selbst nennt sich eine solche Person auch Motorradfahrer. Kürzlich hat mich ein solcher „Motorradfahrer" beinahe auf dem Fussgängerstreifen plattgemacht. Er trug tatsächlich Helm. Wie wichtig dieser Helm für die eigene Sicherheit ist, weiss ich nicht, aber ich sehe auch keine Smart-Fahrer mit Helmen. Es hat schon was für sich, in der Bar den Motorrad-Helm auf den Tresen zu stellen und der hübschen Bedienung einen auszugeben. Wenn Mister Biker sie anschliessend mit nach Hause nehmen will, wird er in Erklärungsnot geraten, sobald die Abzuschleppende vor dem Dachroller steht.

Foto von Pionic, Wikimedia, CC BY-SA 3.0

Kickboard

In der Primarschule hatte ich auch so eins. Das hab ich damals gebraucht, um halbwegs pünktlich in der ersten Stunde zu sein. Man schwitzt da auch noch nicht so sehr, denn die Pubertät steht ja erst noch bevor. Und genau das ist der springende Punkt. Niemand, wirklich niemand, dem Barthaare wachsen oder der einen BH trägt, sollte sich noch auf ein Kickboard stellen. Nur für den Banker gilt hier die Ausnahme: Banker sehen in ihren Anzügen und mit Starbucks-Becher in der Hand eh schon übermässig geschniegelt aus. Gib einem Banker ein Kickboard und einen Grande Cafe Latte und schau ihm zu, wie er durch die Bahnhofstrasse zur Grossbank flitzt. Sexy ist anders, aber Spass macht der Anblick. Bänkertrottinettli halt.

Inline-Skates

Die Idee, sich Rollen an den Schuhen zu befestigen, ist jetzt nicht das Resultat eines herausragenden Denkprozesses, aber in ihrer Einfachheit doch genial. Wieso also sind Rollerblades so hässlich? Wieso sehen sie aus wie Ski-Schuhe? Denn eigentlich würde ich gerne mit Rollen an den Füssen zum Supermarkt fahren und dabei nicht so bescheuert aussehen. Bei Rollschuhen sehe ich deshalb gewisses Potential.

Conference-Bike

Foto von Dan Benton, Flickr; CC BY-SA 2.0

Wenn du dir ernsthaft Gedanken darüber machst, ein Conference-Bike zu kaufen, planst du entweder den Junggesellenabschied deines besten Freundes oder bist in einem Ausmass geschmacklos, dass es das einzige Fortbewegungsmittel ist, das du verdienst. Trauzeuge zu sein, ist aber keine wirkliche Ausrede, um das Ballermann-Gefährt auch nur zu mieten. Es sendet die gleichen Signale wie dein „Wo Saufen eine Ehre ist, kann Kotzen keine Schande sein"-T-Shirt. Der Bräutigam wird dich hassen. Du wirst dich hassen, wenn ihr das Ding betrunken vor einem Club abstellt und hoffentlich nicht eingelassen werdet.

Roller Buggy

Wenn man über Sexyness diskutiert, fällt bei meinen Freundinnen doch hin und wieder das Stichwort „Vater". Nicht dass sie ihre Väter heiss fänden. Nein, sie mögen andere Väter. Also junge, meist einen Drei-Tage-Bart tragende Typen, die ein Baby im selbst eingefärbten Baumwoll-Tuch vor sich her tragen. Der Hipster-Charme dieser jungen Väter nimmt schon ein wenig ab, wenn die Babys in Kinderwägen liegen. Der Roller Buggy schiesst schliesslich den Vogel ab: Kinderwagen und Kickboards sind eine ganz schlechte Kombination. Als Dreijährige hätte ich sicher meinen Spass gehabt, wenn meine Eltern mit einem Affenzahn zum Spielplatz gedüst wären. Mit dem Fahrtwind in den blonden Kinderlocken und einem verschwitzten Vater, der sich abrackert. Aber auch wenn's Zeit spart—zu viel Praktikabilität ist unsexy. Dass sieht man auch bei Radfahrern, die den ganzen Tag mit den Hosenschutz-Bändern herumlaufen. Oder an Hosenträgern.

Foto von Kiddybike, Wikimedia, CC BY-SA 3.0

Monowheel

Ich bin ehrlich. Ich habe noch nie ein solches Monowheel auf Schweizer Strassen gesehen. Aber Facebook macht zum Glück Werbung, die auf meine persönlichen Bedürfnisse ausgerichtet ist und da ich in letzter Zeit nach unattraktiven Fortbewegungsmitteln gesucht hab, lieferte mir Facebook das unsexieste Fortbewegungsmittel der Welt. Was wird aus der Biker-Szene werden, wenn das Monowheel die Strassen erobert? Was wird dann aus den Biker-Girls, die sich an Messen auf den Maschinen räkeln? Was wird aus den Biker-Girl-Kalendern? Aber auch Jungs verlieren allen Sexappeal. „Hey Babe, spring hinten auf, wir fahren um die Welt", funktioniert halt nicht.

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Vice Switzerland auf Twitter: @ViceSwitzerland


Titelbild von Hans Dorsch, Flickr; CC BY-SA 2.0