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Tech

Ernesto Oroza und kubanische Erfindungen

2.9.10

Nach fast 30-jähriger Isolation erlebte Kuba in den 90ern eine schwere Wirtschaftskrise. Das Industrie- und Transportwesen kam fast komplett zum Erliegen. Nahrungsmittelrationalisierungen führten sogar zu Unterernährung. In dieser, von der Regierung gerne als "Spezielle Periode im Zeitalter des Friedens" bezeichneten Zeit, machte die Not das kubanische Volk ziemlich erfinderisch. Für all die Produkte, die auf Kuba käuflich nicht mehr zu erwerben waren, schufen kubanische Köpfe und Hände Ersatz. So wurden zum Beispiel TV-Antennen aus Aluminiumplastikschüsseln oder motorisierte Fahrräder aus Waschmaschinenteilen geboren.

Ernesto Oroza, ein Kubanisch-Amerikanischer Designer und Künstler, der in der Zeit des Stillstandes Produktdesign studierte, fing in den 70ern an, das obskure hausgemachte Zeug zu sammeln. Inspiriert von Che Guevara gründete er mit  jungen Wissenschaftlern und Mechanikern the National Association of Innovators and Rationalizers (ANIR) und widmete sich dem Sammeln dieser Neuerfindungen. Heute beinhaltet seine Sammlung unzählige Exponate und trägt den Namen "Technological Disobedience".

Für die neue Motherboard Folge haben wir Oroza in Miami besucht und uns mit ihm über seine Arbeit unterhalten.