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Zusammenfassung der europäischen Studentenrandale

3.12.10

Die Leute in Europa waren in letzter Zeit sehr wütend. Kinder ziehen sich an wie die harten Rapper von Hijack, streifen ziellos durch die Straßen mit Transparenten und gelegentlich wird auch was in Brand gesetzt. Wahrscheinlich kann nur noch ein Priester sie beruhigen oder Top Shop gibt endlich zu, dass sie Milliarden-Schmutzgeschäfte mit Steuern machen. Hier ist eine Zusammenfassung, die zeigt, wie wütend die Leute im Vereinigten Königreich und in Irland sind. Sie haben entschieden ihre Wut nicht mehr zu unterdrücken, sondern sie eine Woche lang öffentlich zu machen.

STUDENTENPROTEST, LONDON – 01.12.2010

Ein Frühaufsteher-Studentenprotest beginnt 11 Uhr morgens am Trafalgar Square, eine Stunde nachdem alle wichtigen Jobs, also die in den Medien, begonnen haben. Der Typ hat sich extra sein „Bad Student“ Kostüm angezogen. Dekorativ eingehüllt in Polizei Absperrband, zitierte er aus The Book of the Juggalos (das sind Hardcorefans von einem Horrorcore-Rap Duo, Alter). Das ist ein schönes Beispiel für absolute Selbstlosigkeit, ihm müssen wir kein kostenloses Geld von der Regierung geben.

Es war ziemlich kalt, so beschloss die Masse sich Richtung Parlament zu bewegen. Aber eine Reihen von Polizisten versperrten den Weg. Die Langweiligen drehten um und marschierten wirklich zwei Stunden durch London. Für so einen Scheiß hab ich keine Zeit, ich will richtige Demonstranten sehen, die keine Grenzen kennen.

Er war ziemlich schnell klar, dass die Masse nicht so recht wusste, wo sie nun hingehen soll. Zum Glück war ULU-Präsidentin Clare Salomo zur Stelle und schlug eine heroische Pose über das Meer der Polizisten.

Die Masse rannte für eine halbe Stunde durch die Straßen, bis sie dann auf der Oxford Street auf verrückte Spanier traf. Hier möchte ich auf die langweiligen Plakate hinweisen. Ich hätte mit lieber was gewünscht, in die Richtung „Tory du Dreckskerl, Fick deine Mutter!“ Das würde die Sache gut auf den Punkt bringen.

Als die Masse am Piccadilly Circus ankam, bewarfen sie einen Bentley mit getönten Scheiben und fingen sofort an zu schreien „Das ist Cameron! Los tötet ihn!“ Einige näherten sich dem Wagen, als ein sehr wütender Typ ausstieg. Er erklärte den aufgebrachten Jugendlichen das a) sein Wagen nicht zu verkaufen ist und b) er definitiv nicht der Sack aus dem UK-Parlament ist. Also fickt Euch!

Als sich die Demonstration der Regent Street näherte, zündete ein Typ eine Fackel an und rannte los, damit auch wirklich jeder etwas davon hat. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Lil´Chris auch da war, er hatte ein goldenes Transparent dabei.

Die Säule von Nelson war ein zentraler Punkt der Demonstration. Es wurden Klassiker gegrölt wie „Ich sage Nick Clegg, ihr sagt Dick-Head“ und „Cameron ist ein Kinderficker!“

Nicht alle Polizisten sind schlecht. Zum Glück waren sie rechtzeitig da, als die Fotografin vom Himmel fiel.

Durch die Krawalle laufen und dabei Finley Quayee im Ohr zu haben, ist bestimmt wie KlassikFM beim Frühstück. Es beruhigt und funktioniert sehr gut.

Ok, meinetwegen. Das sieht aus wie eine ganz gewöhnliche Freitagnacht in London. Nur ohne schwitzende italienische Touristen auf einem Trip. Es gibt nicht mal Schlagstöcke.

Der nächste Punkt auf der Tagesordnung war der Angriff auf Waterstone´s. Die Ironie, einen Buchladen zu attackieren, ist so quälend offensichtlich, das ich nicht weiter darauf eingehen werde.

Typisch: Da wartest du Jahre darauf endlich mal eine Bushaltestelle zu demolieren und dann kommen dir einfach irgendwelche Spinner zuvor.

ANTI – BAILOUT PROTEST, DUBLIN 27.11.2010

Momentan gibt es in Irland keine rothaarigen, küssenden Mädchen und trinkende Männer, auf malerischen Wiesen.

Die Arbeiter-Partei sagt JA zu öffentlichen Bannern.

Komm nach Irland, hier sind die Polizisten knallhart. Sie können dir ohne Entschuldigung einfach mal den Schädel zertrümmern.

SIR PHILIP GREEN TAX AVOIDANCE PROTEST, LONDON – 29.11.2010

Ich bin mir nicht sicher, ob das der richtige Weg ist, um Nick Clegg eine Nachricht zu übermitteln. Jedenfalls waren die Sicherheitsleute schon böse.

Es sorgt für hitzige Köpfe, wenn man einfach mal davon ausgeht, dass diese zwei Mädels hier nur ein paar Impressionen für ihre Seminare an der Hippie-Universität sammeln. Oder nicht? Ich denke jetzt bin ich ein Faschist und hier sehe ich zwei Kandidatinnen, die ich heiraten könnte.

Also entweder der Typ in dem Anzug kommt gerade von  Top Shop und hat ein paar Steuern hinterzogen, oder der arme Wurm ist einfach zur falschen Zeit am falschen Ort.

LONDON FOTOS: HENRY LANGSTON

DUBLIN FOTOS: IAN KEEGAN

TEXT: BILBO BAGHEAD