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Sex

Skinema - Raw 10

Von der Wärmelampe vergewaltigt, jedes Geschmacks beraubt, liefen zäher Käse und Fettströme herunter.
7.7.12

Regie: Manuel Ferrara
Bewertung: 9
ManuelFerrara.com/Evilangel.com Die Eier waren trocken und Stunden alt. Von der Wärmelampe vergewaltigt, jedes Geschmacks beraubt, liefen zäher Käse und Fettströme herunter. Der Anblick war widerlich. Auf einem Schild stand „With Cheese“, auf dem anderen „Without Chese“. Das zweite „e“ fehlte und war mit einem Pfeil versehen über die Stelle gekritzelt, wo es hingehörte. „Hätten sie nicht einfach ein neues Schild machen können?“, fragte sich der Mann, als er überlegte, ob er gerade die schlimmste Entscheidung seines Lebens traf. Er konnte keinen Unterschied feststellen zwischen den Eiern „mit“ und „ohne“ Käse. Aber es gab sehr wohl Unterschiede bei den Brötchen. Einige waren verkohlt. Andere nicht. Die meisten waren verkohlt. „Wer kauft schon komplett fertiges Frühstück im Supermarkt? Widerspricht doch irgendwie der Idee von Supermärkten, oder?“, fragte er sich. Er entschied sich stattdessen für etwas frisches Obst. „Kann ich Ihnen helfen?“ Die Singsang-Stimme hinter ihm war wie der Gesang einer Sirene. Er dreht sich um in Richtung Neonröhren und Ekel-Eier. Die Stimme gehörte der wunderschönsten Frau, die er jemals an diesem Morgen gesehen hatte. Ihre Augen strahlten heller als alle Leuchtröhren und ihre Haut war dunkler als Tausend Mitternächte. Sie hatte versucht, sich Lockenwickler einzudrehen für die Arbeit, aber das schien nicht so gut funktioniert zu haben. Sie war umwerfend mit ihrem Haarnetz und dem Goldzahn. Sie lächelte noch breiter und wiederholte ihre Frage: „Kann ich Ihnen helfen?“ Korrektur, es waren Goldzähne. Sie war weder sehr jung, noch sehr alt. Sie hatte das Leben noch nicht aufgegeben, aber kannte sehr wohl ihre körperlichen Grenzen. Der Mann wünschte sich, dass er sie bestellen könnte. Spread-Eagle auf einem Brötchen. Auf einem, das nicht verkohlt war. „Können sie Frühstückssandwiches machen?“, fragte er und dachte: „Das war eine echt bescheuerte Frage.“ Aber er war sich nicht ganz sicher, wie ein traditionelles Südstaatenfrühstück aussah, also machte er sich wegen der Frage nicht so viele Vorwürfe, wie er das sonst tun würde. „Ich weiß nicht … Ich hab noch nie eins gemacht.“ „Siehst du. Legitime Frage“, sagte er zu sich selbst. Die Stimme in seinem Hinterkopf widersprach: „Nein, es ist eine bescheuerte Frage. Sie haben Brötchen, Eier und ein Messer. Sie können ganz sicher Frühstückssandwiches machen, du Arschloch.“ „Können wir Frühstückssandwiches machen?“, fragte sie die Managerin. „Natürlich“, sagte die ältere Frau, ohne ihren Blick vom Brot, das sie gerade schnitt, abzuwenden. „Wie machen wir das?“, fragte sie. „Du schneidest das Brötchen mit dem Messer in zwei und tust Eier drauf“, raunte die Managerin. „Siehst du, du Penner?!“, sagte die Stimme, „dumme Frage.“ Das Mädchen griff mit einer Hand nach dem gezackten Messer und mit der anderen nach einem verkohlten Brötchen. Er wollte sie bitten, eins zu nehmen, das nicht verkohlt war, aber sie fragte: „Woher kommen Sie?“, bevor er dazu ansetzen konnte. Vielleicht hätte er aber auch überhaupt nichts gesagt, wenn sie ihn nicht angesprochen hätte. „New Jersey.“ „Ist es schön da?“ „Teilweise.“ „Ich fahre nächsten Monat nach New York.“ „Das ist eine gute Zeit dafür, nicht zu heiß.“ „Ich war noch nie außerhalb von Virginia.“ „Na, dann wird es wohl Zeit.“ „Wie ist es so?“ „New York?“ „Ja, ist es toll?“ „Teilweise.“ „Leben Sie da?“ „Wo, in New York?“ „Ja.“ „Nein, in New Jersey.“ „Das ist nicht New York?“ „Nicht mehr.“ „Was machen Sie in Richmond?“ „Ich hab wirklich keine Ahnung. Meine Familie und ich sind einfach ins Auto gestiegen und losgefahren.“ „Ich hoffe Sie haben einen schönen Aufenthalt“, sagte sie, als sie ihm das traurigste Eier-Sandwich aller Zeiten überreichte seit dem Moment als die Menschheit begriff, dass man aus Eiern Sandwiches machen kann. „Danke. Viel Spaß in New York.“ Er ging langsam davon und wartete, bis sie wegsah. Dann warf er das Sandwich in den Mülleimer und lief zehn Schritte weiter in Richtung Obst und Gemüse. Er sah reife Melonen und dachte sich: „Gott, hoffentlich werde ich heute noch flachgelegt.“ Mehr Bescheuertes auf Chrisnieratko.com und twitter.com/Nieratko.