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​Heulsuse der Woche: Gema vs. Frankfurter Flughafen

Die Gema verlangt Gebühren von einem Senioren-Singkreis und eine Frau darf nicht ins Flugzeug, weil sie einen schlechten Witz gemacht hat.

Lisa Ludwig

Lisa Ludwig

Und wieder ist es an der Zeit, sich über ein paar Menschen zu wundern, die mit der Welt nicht fertigwerden.

Heulsuse #1: Die Gema

Symbolbild-Senioren. Foto: wissenschaftsjahr | Flickr | CC BY 2.0

Der Vorfall: Mehrere Senioren treffen sich einmal die Woche, um gemeinsam zu musizieren.

Die angemessene Reaktion: Nichts tun. Absolut gar nichts.

Die tatsächliche Reaktion: Gebühren für die gesungenen Lieder verlangen.

Rentner haben in aller Regel Zeit, viel Zeit. Die Kinder (falls vorhanden) sind erwachsen und führen ihr eigenes Leben, das Kapitel Arbeitsleben ist abgeschlossen und Bridge spielen kann man schließlich auch nicht den ganzen Tag. Deswegen trifft sich eine Seniorengruppe in Fahrdorf (Schleswig-Holstein) alle vier Wochen zum fröhlichen Musizieren und Volksliedersingen. Stattfinden tut das Ganze in einem Café, damit auch wirklich jeder teilnehmen kann, der möchte. Eintritt verlangt von den Rentnern natürlich niemand für das gemütliche Beisammensein.

Umso überraschter dürften die Hobbymusiker dann gewesen sein, als ihnen plötzlich ein Schreiben der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte ins Haus flatterte. Rund 24 Euro sollen der Singkreis pro Treffen an die Gema zahlen. „Das ist ein reguläres Massengeschäft. Wenn in öffentlichen Räumen geschützte Musik verwertet wird, haben die Urheber ein Recht auf Bezahlung", begründete Sprecherin Gaby Schilcher gegenüber der Bild-Zeitung diese Entscheidung.

Die Forderung selbst stammt noch aus dem letzten Jahr und vielleicht hat Frau Schilcher selbst dem Seniorenkreis zwischenzeitlich einen Besuch abgestattet, um festzustellen, dass zwischen einem Rentner-Chor in einem Café und einer öffentlichen, professionell aufgezogenen Musikveranstaltung dann doch Welten liegen. Fakt ist jedoch: Mittlerweile hat die Gema ihre Entscheidung rückgängig gemacht und verzichtet nun doch auf die 24,13 Euro. Den Senioren bringt es allerdings nichts. Organisatorin Helga von Assel, bereits stolze 78, stellt das gemeinsame Musizieren nun ein: „Mir ist das alles zu viel."

Beliebter hat sich die sowieso immer wieder in der Kritik stehende Gema damit sicherlich nicht gemacht.

Heulsuse #2: Der Frankfurter Flughafen

Eine andere Frau, die auch gerne lacht. Foto: Mark Hillary | Flickr | CC BY 2.0

Der Vorfall: Eine Frau macht bei der Kofferkontrolle Witze darüber, dass sie eine Bombe im Gepäck hat.

Die angemessene Reaktion: Es als das abtun, was es offensichtlich ist. Ein Witz—sei er nun unangemessen oder nicht.

Die tatsächliche Reaktion: Die Frau nicht mitfliegen lassen und sie anzeigen.

Wer dachte, dass es nur beim abgebrochenen Finale von Germany's Next Topmodel Probleme mit einem Bombenverdacht gab, der irrt. Diese Woche musste eine Fernreisende auf die harte Tour lernen, wie wenig Spaß Flughafenkontrolleure wirklich verstehen, wenn es um die internationale Terrorbekämpfung geht. Als ihr Gepäck am Frankfurter Flughafen kontrolliert wurde, soll eine Frau mehrfach scherzhaft nachgefragt haben, ob man „die Bombe" denn gefunden habe. Was von der Dame offensichtlich als Scherz gemeint war, kam beim zuständigen Personal allerdings weniger gut an.

Laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung musste sie sich einer eingehenden Kontrolle unterziehen und bekam anschließend, als sichergestellt werden konnte, dass sich weder an ihrem Körper noch in ihrem Handgepäck Sprengstoff finden ließ, eine Anzeige wegen „Störung des öffentlichen Friedens" verpasst. Zu guter Letzt durfte die Frau dann nicht einmal ihren Flieger nach Wien besteigen—kein Wunder, dass uns Deutschen immer unterstellt wird, wir wären humorlos.

Letzte Woche: Mario Barth beschimpft seine Facebook-Hater und ein bayerischer Polizist, der einem Dealer in den Kopf geschossen hat, verklagt unsere Leser.

Der Gewinner: der bayerische Polizist!

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