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Wie gut sind Lana Del Reys Sexting-Qualitäten?

Was Sexting angeht, gibt es einige Regeln zu beachten. Wir haben die Lyrics von Lana Del Reys neuem Sexting-Song „BBM“ einer Analyse unterzogen.

von VICE Staff
18 August 2016, 10:18am

Sexting ist eine Kunst. Wer jemals die Hashtags unter The Games Instagrambildern gelesen hat (ihr wisst, welche wir meinen), weiß das. Und jeder, der jemals unvorbereitet aggressive Dickpics geschickt bekommen hat, weiß das erst recht. Sexting will gelernt sein—schließlich kann nicht jeder ein derartiger Schwanzpoet sein wie The Game. Lana Del Rey wäre jedoch eine Kandidatin, der wir ähnliches Potenzial zutrauen würden. Ihre mystische, seicht-erotische Ausstrahlung, kombiniert mit ihrem Pathos und ihrer Vorliebe für kitschige Romantik sind genau der Stoff, aus dem Groschenromane und gute Sexnachrichten gemacht sind.

Wir dachten eigentlich, dass wir niemals in den Genuss kommen würden, von Lana angesextet zu werden. Unsere Vorstellungen bezüglich Lanas Sextingskills sahen wir daher schon auf ewig unserer Fantasie vorbehalten. Dachten wir—bis jetzt. Denn nun wurde ein unveröffentlichter Track namens „BBM“ geleakt, der vielleicht Licht ins Dunkel unserer Vermutungen bringen könnte. Denn der Track handelt von—ihr ahnt es—Sexting!

Der Song ist super, Lana eh, aber wie sieht es denn nun mit ihren Sextingskills aus? Wird sie unseren hohen Erwartungen gerecht? Wir haben einen Text über korrektes Sexting der notgeilen Kollegen Vice zu Rate gezogen, um zu überprüfen, inwiefern Lanas Lyrics von „BBM“ laut „Expertenmaßstäben“ zu bewerten sind.


Regel Nummer 1: Fang langsam an

Bevor man also die komplette digitale Piepshow abzieht, sollte man sich erstmal langsam eingrooven. Quasi das Vorspiel beim Sexting. Macht Sinn, hat man auch länger was davon. Wie startet Lana also ihren sexy Talk?

„I be BBM'in you/Telling you all the things I'm gonna do to you when you get home babe.“

Das könnte man jetzt natürlich so oder so interpretieren. Hilfreich wäre zu wissen, wie Lana all die Dinge ausdrückt, die sie mit ihrem Sextingpartner vorhat anzustellen, wenn er/sie nachhause kommt. Das ist schließlich die Essenz von Regel Nummer 1: Es kommt nicht unbedingt darauf an, was man sagt, sondern wie. Für die typische Lana-Mystik und ihr sexy Gesäusel gibt es jedoch Extrapunkte. Regel Nummer 1 kann somit als befolgt gewertet werden.


Regel Nummer 2: Keine Abkürzungen

Gut, da bereits der Songtitel eine Abkürzung ist, fällt Lana wohl kollossal bei diesem Punkt durch. Da aber Zeilen wie „He signs XO“ und „He signs xx“ verraten, dass Lanas Partner ebenfalls Abkürzungen benutzt, könnte es vielleicht sein, dass sie sich einfach den Sextinggewohnheiten ihres Partners anpasst. Für Empathie und Flexibilität gibt es dafür ein paar Extrapunkte.


Regel Nummer 3: Das richtige Motiv

Die selbsternannten Experten empfehlen: „Du willst erotische Literatur verschicken, keine Aufklärungsbilder aus dem Bio-Unterricht“. Da wir uns bei einem Lied natürlich nur auf unseren Hörsinn verlassen können, müssen wir diese Regel metaphorisch betrachten und uns auf die „Nudes“ konzentrieren, die wie haben: jene Bilder, die Lana uns mit ihren Worten malt, bzw. sextet.

„In the middle of the night/He writes that he’s outside/I left my window open baby/You can come inside“

Es ist wie in einer amerikanischen RomCom: Lana sitzt in Cheerleaderuniform und Schleifchen im Haar auf ihrem Bett und malt kleine Herzchen auf ihren Block, da hört man es plötzlich vor ihrem Fenster zischen. Es ist dert gut gebaute, aber gefährliche Schlägertyp, der bereit ist, dass unschuldige, gute Mädchen zu verführen.

Eigentlich ist Lana ein bisschen zu alt für diese Schulmädchenromantik. Das Sexting, in dem diese angestrengt wird ist ergo ein bisschen awkward (von Pädophilie) her, aber wir wissen ja, Lana meint es nicht so. Hier geht es um die romantische Botschaft des Bildes. Also eine Metapher mal wieder. Wer permanent Bilder von langsam aufblühenden Rosenblüten in Videos einbaut, von dem sind keine Voll-Frontal-Shots zu erwarten. Und das ist gut so. Volle Punktzahl.


Regel Nummer 4: Alles ist erlaubt

Die Erklärung der Experten zu dieser Regel ist dermaßen kryptisch („Aus dem Text „Fuck, bin in Hundescheiße getreten“ kannst du ganz schnell „Yeah, ich war heute im Fitnessstudio“ machen.“), dass wir diese auslassen werden.


Regel Nummer 5: Pass auf deine Privatsphäre auf

Das hätte Lana ja dann wohl gehörig vergeigt, nachdem dieser Song ja schließlich geleaked wurde und (höchst wahrschneinlich ohne Lanas Einverständnis) im Internet gelandet ist.


Regel Nummer 6: Mit dir schlafen oder ficken?

Lana entscheidet sich teilweise für die softere, liebe Cheerleader-Variante: „Makin love then yelling ooh“, „Lettin you love me“, andererseits lassen Zeilen wie „It’s like it’s your job to work me up/Treatin me nice, and then treatin me rough/
And I don’t know why, but I can’t get enough“
dass Lana auch anders kann. Für Vielfältigkeit und Kreativität gibt es also wieder mal Extrapunkte.


Regel Nummer 7: Bleib locker

Naja gut, was meint man denn mit locker bleiben? Nicht zu emotional werden? Strikt Sex von Gefühlen trennen? Das ist nichts für Lana! Wer A sagt muss auch B sagen können—oder in diesem Fall, wer ficken sagt, muss auch Liebe für immer sagen.

„I know it’s true love cause my heart goes yay“, „I don’t wanna fight, you’re the one I like/Yeah yeah, you’re always on my mind/Yeah yeah, when will you be mine“

Lana verbindet knisternde Erotik mit immer währender, wahrer Liebe—ein Balanceakt, an dem die meisten Menschen im echten Leben leider scheitern. Lanas Texting ist also eine Mischung aus Märchen und 50 Shades of Grey. Man könnte sagen: Ihre Sexts sind wie ihre Musik: Bei Zeiten etwas kitschig und gewollt—aber aus jeder Pore tropft die unverdünnte Essenz von Lana, Vice approvte Sexting Queen.